Pedro Casaldáliga

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Pedro Casaldáliga

Pedro Casaldáliga CMF, eigentlich Pere Maria Casaldáliga i Plá (* 16. Februar 1928 in Balsareny, Katalonien) ist ein spanischer Ordensgeistlicher und römisch-katholischer Altbischof von São Félix in Brasilien.

Casaldáliga gehörte zu den profiliertesten Vertretern der Befreiungstheologie. Er galt als einer der bedeutendsten Kämpfer für die Menschenrechte in Brasilien. Er wurde als Dichter und Autor zahlreicher Veröffentlichungen bekannt.

Leben[Bearbeiten]

Pedro Casaldáliga trat 1943 der Ordensgemeinschaft der Claretiner bei und empfing am 31. Mai 1952 die Priesterweihe am Montjuïc in Barcelona. Von 1952 bis 1958 war er Religionslehrer in Sabadell. 1961 wurde er Studienpräfekt in Barbastro und übernahm 1963 die Leitung der der Zeitschrift „Iris de Paz“ in Madrid. 1968 wurde er von seinem Orden an den Amazonas geschickt.

Papst Paul VI. ernannte ihn am 27. April 1970 zum Apostolischen Administrator der neuen Territorialprälatur São Félix mit Sitz in São Félix do Araguaia im brasilianischen Bundesstaat Mato Grosso. 1971 erfolgte die Ernennung zum Titularbischof von Altava und die Bestellung zum Prälaten der Territorialprälatur São Félix. Die Bischofsweihe spendete ihm am 23. Oktober 1971 der Erzbischof von Goiânia, Fernando Gomes dos Santos; Mitkonsekratoren waren Tomás Balduino OP, Bischof von Goiás, und Bischof Juvenal Roriz CSsR, Prälat von Rubiataba.

Casaldaliga stellte Bedingungen zu seiner Bischofsernennung[1]:

  • er fragt Priester, Ordensleute und Volk, ob sie ihn als Bischof wollen.
  • er akzeptiert als Mitra nur den Strohhut der Kleinbauern und als Ring und Hirtenstab Symbole der indigenen Bevölkerung seiner künftigen Diözese: den schwarzen Ring aus der Tucum-Palme und ein Ruder der Tapirapé-Indianer.

2005 wurde seinem altersbedingten Rücktrittsgesuch durch Papst Johannes Paul II. stattgegeben.

Wirken[Bearbeiten]

Casaldáligas wichtigste Leistung ist der Aufbau und die Leitung der Prälatur in São Félix do Araguaia. Angesichts großer sozialer Ungerechtigkeit, Armut, Hunger und Gewalt verteidigte er immer die Menschenrechte, besonders die der Armen.

Darüber hinaus ist er ein wichtiger Vertreter der Theologie der Befreiung in Lateinamerika. Er unterstützte die kirchlichen Basisbewegungen in Nicaragua und ganz Mittelamerika in der Zeit der nicaraguanischen Revolution und der darauf folgenden schweren innerkirchlichen Auseinandersetzungen. Diese Parteinahme und sein Einsatz für soziale Gerechtigkeit trugen ihm einen Konflikt mit einigen Behörden im Vatikan ein.

Casaldáliga wurde wegen seines Engagements von den örtlichen Machthabern, Großgrundbesitzern, Politikern und Militärs angefeindet und mehrfach mit dem Tod bedroht.

Pedro Casaldáliga ist einer der bekanntesten politischen und religiösen Dichter Lateinamerikas. Seine Gedichte in portugiesischer, spanischer und katalanischer Sprache haben weltweite Verbreitung und zahllose Übersetzungen gefunden.

Im Jahr 2000 wurde ihm die Ehrendoktorwürde der Universidade Estadual de Campinas verliehen.

Werke in deutscher Übersetzung[Bearbeiten]

  • Ich kann nicht länger schweigen, Adveniat-Dokumente, Projekt Nr. 11, 1972
  • Mystik der Befreiung, Jugenddienst Verlag, Wuppertal 1981
  • Die Glut kommt von unten, Neukirchener Verlag, Neukirchen-Vluyn 1981
  • Missa dos Quilombos, in: H. Goldstein (Hg.), Tage zwischen Tod und Auferstehung. Geistliches Jahrbuch aus Lateinamerika, Patmos Verlag, Düsseldorf 1984
  • Auf der Suche nach dem Reich Gottes. Eine Anthologie, Klagenfurt/Wien: Hermagoras 1989
  • Nicaragua - Kampf und Prophetie, Mödling: St. Gabriel 1990
  • Wie eine Blume aus Feuer. Kleine Lieder, Neukirchen-Vluyn 1992
  • Zeit der Erinnerung, Zeit der Verpflichtung, in: Missionszentrale der Franziskaner (Hg.): 1492–1992. 500 Jahre Gold und Gott (Berichte, Dokumente, Kommentare 49), Bonn: Missionszentrale der Franziskaner 1992, 13–19
  • Durst nach Liebe und Gerechtigkeit. Eine kleine Anthologie, Klagenfurt/Wien: Hermagoras 1993

Film[Bearbeiten]

  • Die Sieben Lebensquellen, Verbo Filmes-D, Münster 1994

Literatur[Bearbeiten]

  • Teófilo Cabestrero: Mystik der Befreiung. Ein Portrait des Bischofs Pedro Casaldáliga in Brasilien. Jugenddienst-Verlag, Wuppertal 1981, ISBN 3-7795-7353-9.
  • Francesc Escribano: Barfuß über rote Erde. Das Leben des Bischofs Pedro Casaldáliga. Hermagoras, Klagenfurt u. a. 2003, ISBN 3-85013-973-5.
  • Benjamin Forcano, Maximino Cerezo, José María Concepcion, Eduardo Lallana (Hrsg.): Pedro Casaldáliga. Seine Freunde zu seinem 80. Geburtstag. Portrait einer Persönlichkeit. Aus dem Spanischen von Christina Gawlas. Gekürzte Ausgabe. Hermagoras, Klagenfurt u. a. 2008, ISBN 978-3-7086-0432-9.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. „Konzilsväter“, abgerufen am 28. September 2011
Vorgänger Amt Nachfolger
-- Prälat von São Félix
1971–2005
Leonardo Ulrich Steiner OFM