Pedro de Ayala

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Pedro de Ayala (* 1475 in Toledo; † 31. Januar 1513 ebenda) war von 1497 bis 1500 und von 1501 bis 1502 Botschafter des katholischen Königspaars bei Heinrich VII. von England

Leben[Bearbeiten]

Seine Eltern waren María de Zúñiga Cárdenas y Figueroa und Pedro López de Ayala y Cárdenas, 6. Conde de Fuensalida, ebenfalls Botschafter in London. Seine Schwester war Jerónima de Ayala y Zúñiga. Er war Mitglied des Santiagoordens Befehlshaber Comendador de Mora Er heiratete Inés de Ayala. Ihre Kinder waren Juan de Ayala, Comendador de Mortalla und Isabel de Ayala. [1]

Er war Botschafter in den Niederlanden und im Deutschen Reich.

Im Januar 1496 bewogen Spannungen mit Karl VIII. von Frankreich das katholischen Königspaar, in ihrem Hof in Tortosa die Verhandlungen über einen Staatsvertrag mit England zu intensivieren. Der Staatsvertrag beinhaltete ein Verteidigungsbündnis mit England, der vor Abschluss um Portugal erweitert wurde, einen Ehevertrag für die damals elf jährige Katharina von Aragón und die Neuauflage des Freihandelsvertrages Treaty of Okyng von 1490. Um in Verhandlungen zu treten wurde die Mitgift erhöht. Ziel der heiligen Liga war die Ausdehnung des Machtbereiches von Karl VIII. von Frankreich auf Italien zu unterbinden. [2]

In der Nacht vom 21. auf 22. August 1496 begab sich Ayala begleitet vom Konsul von Glasgow von Laredo seine Reise nach Schottland.

Am Nachmittag des 22. August 1996 erhielt das katholische Königspaar die Nachricht aus Rom, dass dort veröffentlicht wurde, dass sich England der Heiligen Liga angeschlossen hätte. Ayala überzeugte Jakob IV. von Schottland, sich einem Militärbündnis mit England und Spanien anzuschließen und die Feindschaft mit den benachbarten Königreichen einzustellen.

Botschafter in London[Bearbeiten]

Ayala war ein Kanoniker, hatte in das Haus Álvarez de Toledo eingeheiratet und zeigte seinen Glauben an seine Überlegenheit gegenüber Rodrigo González de la Puebla, einem Cristiano nuevo, welcher 1485 bis 1489 Botschafter in London war, Puebla stellte in den Augen von Ayala Profitstreben, Korruption und Schwäche dar.

Walter Starkie bescheinigte Ayala, Stolz, Hochmut, dem es nur unvollständig gelang seine wirtschaftliche Not zu verbergen sowie Gewalttätigkeit. [3] Seinem Geltungsbedürfnis wurde seine Rolle als Erzdiakon in der Kathedrale von Lincoln nicht gerecht.

Am 25. Juli 1498 schrieb Ayala aus England einen Brief an Ferdinand II. von Aragón, in welchem er unverschämt Lohn für seinen "brillanten schottischen Erfolg" beim Haus Trastámara einforderte und von einer Entdeckungexpedition eines Genuesen, Giovanni Caboto, im Auftrag von Heinrich VII. berichtete[4].

Seilschaft mit dem Inquisitor[Bearbeiten]

Als Philipp I. 1506 starb, wurde Ayala mit Unterstützung von Gonzalo Jiménez de Cisneros, dessen Vertrauter er war, am 20. November 1507 zum Bischof des Bistums der Kanarischen Inseln gewählt.

Das Bistum der Kanarischen Inseln wurde später dem Erzbistum von Sevilla unterstellt.

Kirche San Juan de los Reyes
Kirche San Juan de los Reyes

1504 transportiert Àruj Barbarossa (* 1463), ein Bruder von Khair ad-Din Barbarossa, Muslime und Juden, welche vor der Rekonquista auf der Flucht waren, auf seinen Schiffen, nach Nordafrika.

Viele dieser Flüchtlinge kamen nach Oran, das traditionell enge Handelsbeziehungen mit dem Spanien der Nasriden hatte. 1505 griff eine spanische Interventionstruppe, die der Erzbischof von Toledo und Inquisitor Gonzalo Jiménez de Cisneros ausgerüstet hatte, Oran an und besetzte den Hafen Mers-el-Kébir.

1509 eroberte eine spanische Interventionstruppe, die diesmal vom Unternehmer des Raubzuges Cisneros persönlich begleitet wurde und unter dem Befehl von Pedro Navarro stand Oran. In Oran massakrierten die Kreuzfahrer etwa 4000 Bewohner und nahmen weitere 8000 gefangen. Moscheen wurden zu Kirchen, Konvente geweiht und in Hospitäler umgewidmet.

Nach dem Massaker schrieb Gonzalo Jiménez de Cisneros an seinen Vertrauten Ayala, er solle am Hof kursierenden Lügen entgegentreten, welche behaupteten, er hätte seine Interventionstruppe nicht bezahlt: Nie ist eine Armee so gut bezahlt worden oder so gut versorgt gewesen. [5]

Als er starb, hatte Ayala seine Diözese auf den Kanaren nie besucht. Er wurde im Monasterio de San Juan de los Reyes in einem Renaissancegrab beigesetzt. Seine Grabstelle trägt folgende Inschrift:Petrus de Ayala Canariensis Episcopus. Sanctae Ecclesiae Toletanae Decanus et Regius Consiliarius. Sein Sarkophag befindet sich im Museo Arqueológico de Toledo.

[6]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Diego Lopez de Ayala, comendador de Mora
  2. León-Borja,25.S., FN 2 S.4, (PDF; 2,4 MB)
  3. Walter Starkie: Reflejos en Inglaterra de la personalidad del Rey Católico. V Congresso de Historia de la Corona de Aragón, tomo II, Zaragoza, 1956. Seiten 197-200
  4. Pedro de Ayala, London, 25 July, I498. NO. 33. PEDRO DE AYALA TO THE SPANISH SOVEREIGNS
  5. Richard J. Schoeck, General Editor, Jimenez de Cisneros: On the Threshold of Spain's Golden Age
  6. Fernández Collado, Ángel, Obispos de la provincia de Toledo (1500-2000) S.37
Vorgänger Amt Nachfolger
Juan Manuel de Villena de la Vega Spanischer Gesandter in England
1497–1500
1501–1502
Hernan Duque de Estrada