Peene-Werft

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Peene-Werft GmbH
Rechtsform GmbH
Gründung 20. Juni 1948
Sitz Wolgast, Mecklenburg-Vorpommern
Mitarbeiter 794 (31. Dezember 2008)[1]
240 (Mitte 2013)[2]
Umsatz 276,1 Mio. Euro (2008)[1]
Branche Werft
Produkte SpezialschiffeVorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Produkte
Website www.pus-werften-gmbh.de

Die Peene-Werft ist eine Werft in Wolgast in Mecklenburg-Vorpommern und liegt am Peenestrom. Sie gehört seit Mai 2013 zur Bremer Lürssen-Gruppe.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Peenewerft am Peenestrom

Die Werft wurde am 20. Juni 1948 durch die Sowjetische Militäradministration gegründet. Zunächst wurden Kutter und Küstenmotorschiffe als Reparationsleistungen für die Sowjetunion gebaut. 1951 wurde mit dem Bau von Marineschiffen begonnen. Bis zur Wende wurden vornehmlich leichte Torpedoschnellboote (LTS-Boote), Minensuch- und -räumboote in Kurz- und Langform (die Staatsyacht Ostseeland basiert auf diesem Modell), Landungsschiffe und U-Boot-Jäger für die Volksmarine und für die Sowjetunion gebaut. Im Prinzip stammte fast der gesamte Schiffsbestand der Volksmarine von der Peene-Werft. Ende der 1970er Jahre wurde eine Reihe von See-Eimerkettenschwimmbaggern für die UdSSR auf Kiel gelegt. Nebenbei produzierte man im Rahmen der parteilich verordneten „Konsumgüterproduktion“ in den 1980er Jahren kleine Kajütboote mit Pkw-Verbrennungsmotoren. Die Werft war ein volkseigener Betrieb im Kombinat Schiffbau der DDR.

Nach der Wende wurde die Werft durch die damalige Treuhandanstalt privatisiert und gehörte seit 1992 zur Hegemann-Gruppe mit Sitz in Bremen. Im Rahmen einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen und zur Unterstützung der Werft in der anfangs schwierigen Zeit der Privatisierung wurden in der Peenewerft die nach Polarforschern (um)benannten Stahlschiffe Fridtjof Nansen, Roald Amundsen und Nobile zu Traditionsseglern umgebaut oder erneuert.

Nach 2000 baute die Werft hauptsächlich Spezial- und Containerschiffe. Die Zahl der Mitarbeiter beträgt im Jahr 2012 rund 750.[3] 2003 betrug der Umsatz 113,3 Millionen Euro. Am 7. Juni 2010 erfolgte eine Neuausrichtung der Werft, durch die Verschmelzung der Volkswerft Stralsund GmbH und der Peene-Werft GmbH entstand die P+S Werften GmbH; Gesellschafter waren die Hegemann-Gruppe mit rund sieben Prozent Beteiligung und die HSW Treuhand‐ und Beteiligungsgesellschaft mbH mit rund 93 Prozent.

Die Werft verfügt über drei Schiffbauhallen sowie ein Trockendock und einen Schiffslift. Das Trockendock fasst Schiffe bis zu 160 m Länge und 27 m Breite. Der Schiffslift für bis zu 110 m lange und 15 m breite Schiffe ist zusammen mit einer der Schiffbauhallen militärischen Einheiten vorbehalten.

Die Breite der Schiffe, die gebaut werden könnten, wird im Wesentlichen durch die Durchfahrtsöffnung der Brücke über die Peene in Wolgast begrenzt und beträgt 28 Meter.

Der Geschäftsführer der P+S Werften GmbH, Dieter Brammertz, erklärte nach Angabe der Ostsee-Zeitung im März 2012, dass es in Wolgast keinen Schiffbau mehr geben würde; die Peene wäre zu klein, um größere Schiffe zu bauen, und das Unternehmen würde auf den Bau von Unterteilen für Offshore-Windrädern, so genannten Jackets, setzen.[3] Im August 2012 stellte die P+S Werften GmbH einen Insolvenzantrag.

Peene-Werft, 2013

Heute[Bearbeiten]

Im Dezember 2012 wurde die Wolgaster Werft für rund 17 Millionen Euro[2] durch die Lürssen-Gruppe aus Bremen übernommen[4][5], die den Bau von zwei Vorschiffen für die Fregatte 125 der Deutschen Marine nach Wolgast erweiterte. Im Übernahmeverfahren nach der Insolvenz der P+S Werften GmbH hatte auch die Abu Dhabi MAR (ADM) ihr Interesse signalisiert.[6]

Anfang September 2013 wurde auf der Werft ein neues Brennschneidezentrum in Betrieb genommen. Es besteht Hoffnung auf einen Auftrag zum Bau von 30 je 40 Meter langen Polizeibooten für Saudi-Arabien.[2]

Schiffe (Auswahl)[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Peene-Werft – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Jahresabschluss 2008 im elektronischen Bundesanzeiger
  2. a b c Lürssen: Neues Brennschneidezentrum. In: Täglicher Hafenbericht vom 4. September 2013, S. 2
  3. a b Ostsee-Zeitung Stralsund: Peene-Werft: Schiffbau in Wolgast steht vor dem Aus. 13. März 2012
  4. Teilweise gerettet. Bremer Lürssen-Gruppe übernimmt Peene-Werft, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17. Dezember 2012
  5. Lürssen kauft Peene-Werft. In: Hansa, Heft 1/2013, S. 4, Schiffahrts-Verlag Hansa, Hamburg 2013, ISSN 0017-7504
  6. Mögliche Rettung für P+S Werften., Handelsblatt, 2. September 2012

54.04916666666713.780833333333Koordinaten: 54° 2′ 57″ N, 13° 46′ 51″ O