Peenemünde
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Mecklenburg-Vorpommern | |
| Landkreis: | Vorpommern-Greifswald | |
| Amt: | Usedom-Nord | |
| Höhe: | 3 m ü. NN | |
| Fläche: | 24,97 km² | |
| Einwohner: |
317 (31. Dez. 2011)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 13 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 17449 | |
| Vorwahl: | 038371 | |
| Kfz-Kennzeichen: | VG, ANK, GW, PW, UEM, WLG | |
| Gemeindeschlüssel: | 13 0 75 106 | |
| Adresse der Amtsverwaltung: | Möwenstraße 1 17454 Zinnowitz |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Rainer Barthelmes (Wählergemeinschaft) | |
| Lage der Gemeinde Peenemünde im Landkreis Vorpommern-Greifswald | ||
Peenemünde ist eine kleine Gemeinde auf der Ostsee-Insel Usedom im Landkreis Vorpommern-Greifswald im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern. Sie gehört zum Amt Usedom-Nord mit Sitz in Zinnowitz.
Inhaltsverzeichnis |
Geografie [Bearbeiten]
Peenemünde ist die nördlichste Gemeinde der Insel Usedom und befindet sich nordwestlich des Seebades Karlshagen, am Übergang des Peenestromes in die Ostsee.
Geschichte [Bearbeiten]
Peenemünde wurde 1282 erstmals in einer Urkunde Herzogs Bogislaw IV. erwähnt, in der er den Ort der Stadt Wolgast schenkte.[2] Die Küstengegend um Peenemünde war aber schon weitaus früher den Wikingern im Zusammenhang mit ihren Kriegs- und Handelsfahrten nach Jumne im Oderhaff, dem Vineta der Sage, bekannt. Wikingerschmuck, der in den Jahren 1905 bis 1908 im Forst am Peenemünder Haken als Verwahrfund und 1938 in der Peene bei Peenemünde als Baggerfund zutage trat, dokumentiert die Anwesenheit von Nordländern vor etwa 1000 Jahren. Die Ringe werden als dänische Goldschmiedearbeiten aus der Zeit der Könige Gorm und Harald Blauzahn im 10. Jahrhundert angesehen. Die Peenemünder Wikingerfunde stehen sicherlich im Kontext mit der Seeschlacht von Svold, die am 9. September 1000 mit hoher Wahrscheinlichkeit im Greifswalder Bodden stattfand. Der nordischen Geschichte der Insel Usedom wurde mit den "Wikinger-Lagern" zu Pfingsten in den Jahren 1995 bis 2000 in Peenemünde Rechnung getragen. Ein extra dazu gestalteter moderner "Runenstein" mit "Runenzeichen" fand seinen Platz später im Hafen.
Während des Dreißigjährigen Krieges landete am 26. Juni 1630 der schwedische König Gustav II. Adolf mit einer 15.000 Mann starken Streitmacht bei Peenemünde und besetzte nach der Eroberung Usedoms bald das gesamte Odermündungsgebiet.[3]
Nach dem Westfälischen Frieden im Jahr 1648 wurde Peenemünde mit Vorpommern schwedisch.
Während des Großen Nordischen Krieges eroberte der preußische General Georg Abraham von Arnim vom 21. bis 22. August 1715 den Ort. Aber erst nach dem Frieden von Stockholm im Jahr 1720 wurde der Ort mit Usedom-Wollin und Altvorpommern preußisch. Nach der Verwaltungsreform 1815 kam Peenemünde zur preußischen Provinz Pommern und gehörte von 1818 bis 1945 zum Landkreis Usedom-Wollin.
1858 hatte Peenemünde 550 Einwohner mit dem Vorwerk Gaaz, 33 Familien lebten vom Fischfang. Im Dorf gab es 82 Wohngebäude und eine Schule. Das Dorf gehörte der Stadt Wolgast
Bekannt wurde Peenemünde durch die Heeresversuchsanstalt Peenemünde („Peenemünde-Ost“) und die Erprobungsstelle der Luftwaffe „Peenemünde-West“ von 1936 bis 1945. 1936 erwarb die Wehrmacht den gesamten Insel-Norden von Karlshagen bis zum Peenemünder Haken von der Stadt Wolgast und von Privatpersonen. Die Bevölkerung musste den Ort verlassen, nur fünf Einwohner blieben als Zivilbeschäftigte der HVA (Heeresversuchsanstalt Peenemünde).
Das Gelände wurde bis 1952 als sowjetischer Marine- und Luftwaffenstützpunkt der Roten Armee - später Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland - genutzt.
1952 erfolgte die Übergabe des Stützpunkts an die Kasernierte Volkspolizei See als Vorläuferformation der Nationalen Volksarmee der DDR. Diese nutzte ihn unter anderem als Marinestützpunkt der 1. Flottille der Volksmarine und den Flugplatz durch das 9. Jagdfliegergeschwader der Luftstreitkräfte der NVA.
Von 1945 bis 1952 bildete die Gemeinde, mit dem nach dem Zweiten Weltkrieg bei Deutschland verbliebenen Teil des Landkreises Usedom-Wollin, den Landkreis Usedom im Land Mecklenburg, welcher 1952 im Kreis Wolgast im Bezirk Rostock aufging.
Bis 1990 war der gesamte nördliche Bereich der Insel Usedom bis nach Karlshagen Sperrgebiet der Nationalen Volksarmee, die dort einen wichtigen militärischen Flugplatz betrieb. Der Flugplatz Peenemünde gehörte schon zur einstigen Erprobungsstelle der Luftwaffe „Peenemünde-West“ und wurde von 1958 bis 1961 baulich erweitert und seit 1961 vom „Jagdfliegergeschwader 9“ der Luftstreitkräfte der Nationalen Volksarmee genutzt.
Nach der Wiedervereinigung Deutschlands erfolgte im Jahr 1993 die Auflösung des Truppenstandortes.
Die Gemeinde gehört seit dem Jahr 1990 zum Land Mecklenburg-Vorpommern. Seit 1994 gehörte Peenemünde zum Landkreis Ostvorpommern, der 2011 im Landkreis Vorpommern-Greifswald aufging.
Politik [Bearbeiten]
Gemeinderat [Bearbeiten]
Die siebenköpfige Gemeindevertretung besteht aus sechs Gemeindevertretern und dem Bürgermeister. Bei der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 wurden bei einer Wahlbeteiligung von 56,2 % die sechs Gemeindevertreter neu gewählt. Sie gehören alle der Wählergemeinschaft Peenemünde (WP) an.[4]
Wappen [Bearbeiten]
Das Wappen wurde am 15. August 1996 durch das Innenministerium genehmigt und unter der Nr. 109 der Wappenrolle von Mecklenburg-Vorpommern registriert.
Blasonierung: „Geteilt durch einen spickelförmig nach oben gebrochenen goldenen Balken; oben in Rot drei (1:2) goldene Kronen; unten in Blau ein schwimmender goldener Fisch.“
Das Wappen wurde von dem Wismarer Roland Bornschein gestaltet.
Kultur und Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
Siehe auch: Liste der Baudenkmale in Peenemünde
- Die gesamte Denkmallandschaft Karlshagen - Peenemünde (ausgenommen die Sperrgebiete - Munitionsreste), sie ist beispielhaft ausgeschildert und mit Info-Tafeln versehen.
- Zwischen Peenemünde und Karlshagen überquert eine zweikreisige 110-kV-Drehstrom-Freileitung die Peene, deren 75 Meter hohe Masten sehr weit sichtbar sind. Diese Leitung wurde zu Beginn der 1950er Jahre gebaut, um den im Wärmekraftwerk Peenemünde erzeugten Strom, der nach Auflösung der Heeresversuchsanstalt Peenemünde zum größten Teil nicht mehr auf Usedom gebraucht wurde, effektiv zum Festland abzuführen. Später wurde von dieser Leitung eine Stichleitung zum Umspannwerk Karlshagen errichtet. Nach der Stilllegung des Kraftwerkes 1990 wurde die 110-kV-Freileitung vom Abzweig der Stichleitung nach Karlshagen zum Kraftwerk Peenemünde abgebaut, so dass die über die Peene führende 110-kV-Drehstromleitung nur noch das Umspannwerk Karlshagen speist.
- Gedenkstätte Karlshagen
Museen [Bearbeiten]
- Im Kraftwerk und auf den Freiflächen informiert das Historisch-Technische Museum in einer umfassenden Ausstellung über die wechselhafte Geschichte des Ortes und seiner Umgebung.
- Ähnlich wie Flensburg, Wolfsburg, Bremerhaven und Lüdenscheid verfügt auch Peenemünde über eine Phänomenta, die „interaktive Ausstellung zum Mitmachen und Ausprobieren“, die dem Besucher Alltagsphänomene der Physik spielerisch nahe bringt - ein gut besuchtes Ausflugsziel für Usedom-Touristen.
- Im Haupthafen (Maritim Museum Peenemünde) liegt das ausgediente, dieselgetriebene U-Boot U-461 der Baltische Flotte (Rotbannerflotte) mit Doppelstartcontainer für taktische Raketen.[5]
- In Peenemünde befindet sich ein Spielzeugmuseum.
Geschichtsdenkmale [Bearbeiten]
- Gedächtniskapelle für Gustav Adolf v. Schweden in der Nähe des Freilichtmuseums, 1943 zerstört, Wiederaufbau im Jahre 1993 mit Ausstellung
- Gedenkstein zum 300. Jahrestag der Landung der Schweden unter König Gustav II. Adolf von 1930
- Findlingsdenkmal mit Bronzetafel als „Stein des Anstoßes“ zum Gedenken an die Opfer der Zwangsarbeit in der Heeresversuchsanstalt
- Findlingsdenkmal, zur Erinnerung an die Flucht von Michail Petrowitsch Dewjatajew sowie neun weiteren sowjetischen Kriegsgefangenen mit einem Bombenflugzeug Heinkel He 111 aus dem Zwangsarbeitsgelände
Verkehr [Bearbeiten]
Vom Festland aus ist Peenemünde direkt durch Personen-Fährbetrieb von Kröslin und Freest zu erreichen.
Peenemünde ist über die Bahnstrecke Zinnowitz–Peenemünde mit Zügen der Usedomer Bäderbahn (UBB) zu erreichen, welche die ehemalige Werkbahnstrecke (1943 abschnittsweise zweigleisig; später zurückgebaut) der Heeresversuchsanstalt befährt. An manchen Stellen sind noch Reste der Ausweich- und Bahnhofsgleise, einige Bahnsteige (z. B. beim Haltepunkt Trassenmoor und ca. 100 m nördlich des Haltepunktes Karlshagen) sowie Betonsockel der elektrischen Oberleitung zu erkennen.
Die Gemeinde ist Heimathafen des MS Adler Mönchgut, einem Passagierschiff der Fahrgast-Reederei „Adler-Schiffe“, die im Sommer im Liniendienst zwischen den Inseln Rügen und Usedom verkehrt.
Der Flugplatz Peenemünde ist Startpunkt für Inselrundflüge über Usedom und wird auch als Motorrad-Rennstrecke genutzt.
Siehe auch [Bearbeiten]
Literatur [Bearbeiten]
- Volkhard Bode, Gerhard Kaiser: Raketenspuren. Peenemünde 1936–2000. Eine historische Reportage. Berlin (5. Auflage) 2004.
- Johannes Erichsen und Bernhard M. Hoppe (Hg.): Peenemünde. Mythos und Geschichte der Rakete. Katalog des Museums Peenemünde. Berlin 2004.
- Bernd Kuhlmann: Peenemünde - Das Raketenzentrum und seine Werkbahn. GVE-Verlag Berlin (3. überarb. Auflage) 2012, ISBN 978-3-89218-100-2.
- Thomas Stamm-Kuhlmann: Raketenrüstung und internationale Sicherheit von 1942 bis heute (= Historische Mitteilungen Im Auftrage der Ranke-Gesellschaft, Bd. 56). Wiesbaden 2004.
- Lutz Mohr: Auf Wikingerspuren zwischen Bodden und Peene. In: Heimathefte für Mecklenburg-Vorpommern. Schriftenreihe: Geschichte, Kultur, Natur und Umwelt. Jg. 2, Heft 1, Schwerin 1992, S. 26-32
- Lutz Mohr: Der Gedenkstein für den Schwedenkönig Gustav II. Adolf (1594-1632) in Peenemünde/Insel Usedom und das historische Umfeld. In: Steinkreuzforschung (SKF). Studien zur deutschen und internationalen Flurdenkmalforschung. Hrsg. von Rainer H. Schmeissner, Reihe B (Sammelbände), Sammelband Nr. 23 (NF 8), Regensburg 1996, S. 90-101
Weblinks [Bearbeiten]
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Mecklenburg-Vorpommern Statistisches Amt – Bevölkerungsstand der Kreise, Ämter und Gemeinden am 31.12.2011 (XLS) (Hilfe dazu)
- ↑ Rodgero Prümers: Pommersches Urkundenbuch. 2. Band, 2. Abteilung, 1278–1286, Theodor von der Nahmer, Stettin 1885, S. 475–476
- ↑ Dirk Schleinert: Die Geschichte der Insel Usedom. Hinstorff, Rostock 2005, ISBN 3-356-01081-6, S. 73
- ↑ Amt Usedom-Nord (PDF; 7 kB)
- ↑ Maritim Museum Peenemünde, Kulturportal MV
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