Peggau

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Peggau
Wappen von Peggau
Peggau (Österreich)
Peggau
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Steiermark
Politischer Bezirk: Graz-Umgebung
Kfz-Kennzeichen: GU
Fläche: 11,25 km²
Koordinaten: 47° 12′ N, 15° 21′ O47.20638888888915.344166666667410Koordinaten: 47° 12′ 23″ N, 15° 20′ 39″ O
Höhe: 410 m ü. A.
Einwohner: 2.197 (1. Jän. 2015)
Bevölkerungsdichte: 195 Einw. pro km²
Postleitzahl: 8120
Vorwahl: 03127
Gemeindekennziffer: 6 06 32
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Grazer Straße 20
8120 Peggau
Website: http://www.peggau.info
Politik
Bürgermeister: Helmut Michael Salomon (Heimatliste Peggau)
Gemeinderat: (2015)
(15 Mitglieder)
8
3
2
2
Von 15 Sitzen entfallen auf:
Lage der Marktgemeinde Peggau im Bezirk Graz-Umgebung
Deutschfeistritz Dobl-Zwaring Eggersdorf bei Graz Feldkirchen bei Graz Fernitz-Mellach Frohnleiten Gössendorf Gratkorn Gratwein-Straßengel Hart bei Graz Haselsdorf-Tobelbad Hausmannstätten Hitzendorf Hitzendorf Kainbach bei Graz Kalsdorf bei Graz Kumberg Laßnitzhöhe Lieboch Nestelbach bei Graz Peggau Raaba-Grambach Sankt Bartholomä Sankt Marein bei Graz Sankt Oswald bei Plankenwarth Sankt Radegund bei Graz Seiersberg-Pirka Semriach Stattegg Stiwoll Thal Übelbach Unterpremstätten-Zettling Vasoldsberg Weinitzen Werndorf Wundschuh Graz SteiermarkLage der Gemeinde Peggau im Bezirk Graz-Umgebung (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
Burgruine Peggau, Lithographie von J. F. Kaiser um 1830
Die 1843/44 errichtete Baldwandgalerie ist ein Baudenkmal der österreichischen Südbahngesellschaft.
Die Lurgrotte, ein österreichisches Naturdenkmal.
Der Bahnhof Peggau-Deutschfeistritz ist Ausgangspunkt der Übelbacherbahn.
Das Rathaus (ehemaliges Gasthaus Hochhuber) von Peggau steht unter Denkmalschutz.

Peggau ist eine Marktgemeinde mit 2197 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2015) nördlich von Graz im Bezirk Graz-Umgebung in der Steiermark (Österreich).

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Peggau liegt ca. 15 km nördlich der Landeshauptstadt Graz an der Mur in der Oststeiermark am westlichen Rand des Grazer Berglandes. Von der Nachbargemeinde Deutschfeistritz ist Peggau nur durch die Mur getrennt.

Ausdehnung des Gemeindegebiets[Bearbeiten]

Der Gemeinde reicht vom Ufer der Mur bis zu den Bergen des Bergstocks Tanneben mit bis zu 910 m. Im Gemeindegebiet befindet sich die Peggauer Wand, eine steil abfallende, höhlenreiche Wand.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende zwei Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[1]):

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Friesach und Peggau.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Frohnleiten Frohnleiten Semriach
Deutschfeistritz Nachbargemeinden Semriach
Deutschfeistritz Gratkorn Semriach

Geschichte[Bearbeiten]

Aus den Höhlen der Umgebung konnten zahlreiche Funde, beginnend ab der Steinzeit, geborgen werden. Bronzezeitliche Funde aus der Badlhöhle sowie eine römerzeitliche Höhensiedlung auf dem Kugelstein belegen eine durchgehende Besiedlung

Aus der Zeit um 800 n. Chr. stammt ein frühmittelalterliches karolingisches Gräberfeld, welches im Jahre 1987 bei Kanalgrabungsarbeiten angeschnitten und teilweise freigelegt wurde.

Die erste urkundlicher Erwähnung erfolgte um 1050. Burg und Herrschaft waren im Besitz der Herren von Peggau, die später auch die Burg Pfannberg erwarben und sich nunmehr Grafen von Pfannberg nannten. Um 1250 erben die Grafen von Pfannberg die Burg und Herrschaft Peggau. Um 1270 wurde die Burg von König Ottokar II. Przemysl zerstört.

Um 1301 bestand bereits eine Straßenmaut, welche erst um 1800 aufgelassen wurde. Bis 1740 bestand auch eine Wassermaut auf der Mur für Flößer. Die Marktrechtsverleihung erfolgte bereits vor 1576. Dies ist jedoch das erste gesicherte Datum.

Auf seinem berühmten Spaziergang nach Syrakus im Jahre 1802 kam der deutsche Reiseschriftsteller Johann Gottfried Seume durch Peggau. Er schreibt:[2]

„In Wien und hier auf dem Wege überall wurde erzählt, daſs man die Preſsburger Post angefallen, ausgeplündert und den Postillon und den Schaffner erschlagen habe. Auch bey Pegau, nicht weit von Gräz, war das nehmliche geschehen. […] Bey Röthelstein beschwerte sich ein Landsmann, mit dem ich eine Meile ging, über den Schaden, den die Wölfe und Luchse anrichten, die aus den Bergen herab kämen. Der Schnee war hoch und die Kälte schneidend, und ich eilte nach Pegau […] Aber das Quartier war so traurig als ich es kaum auf der ganzen Reise angetroffen hatte.“

Johann Gottfried Seume: Spaziergang nach Syrakus im Jahre 1802

1843 bis 1844 wird die Badlwandgalerie gebaut, in deren Gewölben die Südbahn und darüber die Reichsstraße geführt wird.

Im Jahre 1893 wird das erste Schotterwerk (heute W&P) eröffnet. Ab dem Jahre 1894 erfolgt eine intensive Erforschung der Lurgrotte.

Nach dem Ersten Weltkrieg erfolgt in Rahmen der Österreichischen Höhlendüngeraktion ein intensiver Phosphatabbau in der Badlhöhle und den Peggauer-Wandhöhlen. Insgesamt konnten 86 Eisenbahnwaggons gefördert werden.

Von 17. August 1944 bis 2. April 1945 wurde auf einem enteigneten Grundstück des Stifts Vorau bei Hinterberg eine Außenstelle des KZ Mauthausen eingerichtet. Am Fuße der Peggauer Wand wurde eine Stollenanlage zur unterirdischen Verlagerung von Teilen der Flugzeugteile- und Panzerherstellung des Werks Thondorf der Steyr-Daimler-Puch AG in Betrieb genommen. 1955 wurde ein Mahnmal errichtet und am 24. März 2006 eine Gedenkstätte (47° 11′ 54″ N, 15° 21′ 34″ O47.19825555555615.359561111111) eingeweiht.

Am 15. Juli 1975 verursacht ein verheerendes Hochwasser große Schäden im Gemeindegebiet. Bei diesem Hochwasser wurden auch die Steiganlagen in der Lurgrotte zerstört. Der Führungsbetrieb durch die Höhle nach Semriach musste eingestellt werden.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]


Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]


Verkehr[Bearbeiten]

Peggau ist verkehrstechnisch sehr gut angeschlossen. Durch das Gemeindegebiet verläuft die Brucker Schnellstraße (S 35), die über zwei Anschlussstellen erreicht werden kann. Dadurch gelangt man in etwa zwei Kilometern zur Pyhrn Autobahn (A9) über den Knoten Deutschfeistritz (165) und zur Grazer Straße (B 67).

In Peggau befindet sich der Bahnhof Peggau-Deutschfeistritz, welcher an der Südbahn liegt. Vom Bahnhof gibt es stündliche Schnellbahnverbindungen S1 nach Graz und Bruck an der Mur. Außerdem zweigt von der Hauptstrecke die Lokalbahn Peggau–Übelbach der Steiermärkischen Landesbahnen als S11 ab, sie verkehrt stündlich nach Übelbach.

Der Flughafen Graz ist rund 30 Kilometer entfernt.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Weithin sichtbar sind die Betriebsanlagen der Firma Wietersdorfer&Peggauer, welche aus den Firmen Kern und MM hervorgegangen ist.

Tourismusverband[Bearbeiten]

Die Gemeinde bildet gemeinsam mit Deutschfeistritz und Übelbach den Tourismusverband „Deutschfeistritz-Peggau-Übelbach“. Dessen Sitz ist Deutschfeistritz.[3]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Peggau

Kirchen[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Naturdenkmäler[Bearbeiten]

  • Das bekannteste Ziel in Peggau ist die Lurgrotte. Auf dem gut gesicherten Weg werden ein- und zweistündige, aber auch Abenteuerführungen angeboten.
  • Die Repolusthöhle befindet sich nördlich von Peggau im Badlgraben. Hier finden sich die bislang ältesten Spuren menschlicher Existenz in Österreich (ca. 300.000 Jahre).
  • Die Badlhöhle befindet sich ebenfalls im Badlgraben.
  • Der Mitterbach-Wasserfall unterhalb der Burgruine.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Die Diplomatin und Schriftstellerin Barbara Taufar berichtet in ihrer Autobiographie "Die Rose von Jericho" über ihre Kindheit in Peggau.

Politik[Bearbeiten]

Der Gemeindevorstand bei der Angelobung des Bürgermeisters Michael Salomon (Zweiter von rechts) durch den Bezirkshauptmann Burkhard Thierrichter (rechts). Links Gemeindekassier Peter Weber und Vizebürgermeister Ferdinand Dobida.

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bürgermeister der Gemeinde ist Michael Salomon (Heimatliste Peggau). Der Gastronom (Gasthof zur Post) wurde 2009 zum Bürgermeister gewählt nachdem er zuvor ebreits 18 Jahre lang als Vizebürgermeister tätig war.[4]

Dem Gemeindevorstand gehören weiters Vizebürgermeister Ferdinand Dobida (Heimatliste Peggau) und Gemeindekassier Peter Weber (SPÖ) an.[5]

Amtsleiter ist Günter Meinhard.

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat besteht aus 15 Mitgliedern und setzt sich nach den Ergebnissen der Gemeinderatswahl 2015 aus Mandaten der folgenden Parteien zusammen:

Die letzten Gemeinderatswahlen brachten die folgenden Ergebnisse:

Partei 2015 2010 2005 2000
Sti.  % M. Sti.  % M. Sti.  % M. Sti.  % M.
Heimatliste Peggau 609 52 8 699 57 9 804 63 10 822 64 11
SPÖ 240 20 3 233 19 3 265 21 03 201 16 02
ÖVP 144 12 2 158 13 2 202 16 02 130 10 01
FPÖ 180 15 2 109 09 01 nicht kandidiert 125 10 01
KPÖ nicht kandidiert 025 02 0 nicht kandidiert nicht kandidiert
Wahlbeteiligung 66 % 73 % 77 % 81 %

Wappen[Bearbeiten]

"In einem rothen Schilde eine pfahlweise gestellte, nach rechts gekehrte, schwarz beflügelte Adlerklaue. Den Schild umgibt eine architektonisch gehaltene silberne, an ihren Rändern golden und blau verzierte Einfassung." (Verleihungsurkunde vom 5. September 1901)

Literatur[Bearbeiten]

  • Marktgemeinde Peggau: Festjahr 2004. Herausgegeben zur 950-Jahr-Feier
  • Franz Wild: Zur Postgeschichte von Peggau. Herausgegeben vom Briefmarkentauschverein Peggau-Deutschfeistritz-Übelbach

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Peggau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011
  2. Johann Gottfried Seume: Spaziergang nach Syrakus im Jahre 1802, online frei verfügbar unter [1], Seite 48, 56
  3. Grazer Zeitung, Amtsblatt für die Steiermark. 30. Dezember 2014, 210. Jahrgang, 52. Stück. Nr. 300. ZDB-ID 1291268-2 S. 624.
  4. Gemeinde Peggau: Bürgermeister Helmut Michael Salomon (abgerufen am 27. April 2015)
  5. Gemeinde Peggau: Gemeindevorstand (abgerufen am 27. April 2015)