Penelope Hobhouse

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Penelope Hobhouse (* 20. November 1929 in Moyola Park, Castledawson, Nordirland) ist eine Gartenautorin und Gärtnerin.

Leben[Bearbeiten]

Hobhouse wurde als Penelope Chichester-Clark, Tochter des Anglo-Iren James Lennox-Conyngham Chichester-Clark[1] geboren und besuchte die Schule in North Foreland Lodge. Anschließend studierte sie am Girton College in Cambridge[1] Betriebswirtschaft und schloss 1951 mit einem MA ab.[2] Am 17. Mai 1952 heiratete sie Paul Rodbard Hobhouse († 1994), den Sohn von Sir Arthur Hobhouse († 1965). Aus der Ehe gingen Georgina Dehra Catherine (* 9. März 1953), Niall Alexander (* 29. August 1954) und David Paul (* 9. September 1957) hervor. Die Ehe wurde 1983 annulliert. 1983 heiratete sie John Melville Malins, der 1992 verstarb. Sie lebte in Bettiscombe in Dorset, bevor sie im September 2008 zurück nach Hadspen zog, wo sie einen neuen Garten anlegte.

In ihrer Jugend interessierte sich Hobhouse nicht für Gärten, kannte kaum Wildblumen und hatte keinerlei botanische Kenntnisse. Ihren ersten Garten legte sie im verwilderten Garten eines Bauernhauses in Somerset aus dem 17. Jahrhundert an, in dem sie mit ihrem Gatten Paul Hobhouse lebte, angeregt durch einen Besuch von Phyllis Reiss' Garten in Tintinhull House in Somerset.[3] Insgesamt hält sie Besuche anderer Gärten für die wichtigste Anregung in der Gestaltung eigener Gärten.[4] Ihr Bekannter John Raven, Professor für Altphilologie in Cambridge, gab ihr eine erste Leseliste zur Gartengestaltung.[5] Den Garten von John und Faith Raven in Docwra bei Cambridge führt sie, zusammen mit Abbotsbury und Knightshayes Court in Devon von Sir John Heathcote Amory und seiner Frau unter den Gärten auf, die ihre frühe Entwicklung beeinflussten.[6] Viele ihrer Pflanzen erwarb sie in Margery Fishs Gärtnerei in East Lambrook.[7] Sie bepflanzte ihren Garten mit alten Sorten von Kletterrosen, Schwertlilien (Iris unguicularis) und Perückenstrauch und beschränkte die Blütenfarben zunächst auf weiß und gelb.

1968 siedelte die Familie in den Landsitz der Hobhouses in Hadspen House in Somerset über. Der Garten von 3,5 ha war völlig verwildert. Er war während des Zweiten Weltkrieges im Zuge der Campagne "Digging for Victory" als Gemüsegarten genutzt worden, danach versuchten zwei ungelernte Arbeiter erfolglos, Zaunwinden, Zaunrüben und Brombeeren im Zaum zu halten.[8] Mit Hilfe eines Gärtners und dem reichlichen Einsatz von Pflanzengiften begann Hobhouse, den Garten zu einer pflegeleichten Anlage umzugestalten. Dabei nutzte sie vor allem kleine Bäume und Sträucher, unter die sie Blumenzwiebeln pflanzte.[9] Sie verwendete auch einige wenige der überlebenden Gartenpflanzen, die teilweise aus dem Garten der Familie Fox-Strangway in Abbotsbury in Dorset stammten.[10] Sträucher wurden eingesetzt, um Unkraut zu verdrängen.[11] Rasen wurde durch niedrige Sträucher oder Stauden ersetzt.[12] Die Auswahl der Pflanzen war oft durch die Vorliebe für einzelne Arten bestimmt.[13] Insgesamt versuchte sie, den Edwardischen Gartenplan nachzugestalten.[14] Sie erhielt viele Pflanzen von John Hussey, dem Obergärtner in Abbotsbury.[15] Außerdem betrieb Hobhouse weiterhin einen Gemüsegarten. Sie legte auch eine Wiese an, in der Tulpen, gemeine Schachblume, Wiesen-Storchschnabel, Fuchs’ Knabenkraut und Bienen-Ragwurz wuchsen.[16]

Die Umgestaltung des Gartens war 1974 abgeschlossen, und Hobhouse publizierte ein Buch darüber.[17] Die Arbeit an dem Buch zwang sie, sich erstmals die Grundlagen botanischer Nomenklatur anzueignen.[18] Sie trat der britischen Gesellschaft für Gartengeschichte bei und besuchte auf deren Exkursionen in den 70er Jahren erstmals Gärten im Ausland, z.B. in der Toskana.[19] Nach dem Erscheinen ihres Buches "Colour in your Garden" begann Hobhouse Vortragsreihen in den Vereinigten Staaten und machte sich so auch mit den dortigen Gartentraditionen vertraut.[20]

Unter den Autoren, die sie beeinflussten, nennt sie Graham Stuart Thomas mit dessen Buch über alte Rosensorten[21], Hilliers Handbuch über Bäume und Sträucher[22], Christopher Lloyd, John Raven[23] und Gertrude Jekyll.[24]

Bis 1993 betreute sie mit John Malins die Gärten von Tintinhull House in Somerset für den englischen National Trust. Diese waren wesentlich pflegeintensiver gestaltet als in Hadspen und setzten vor allem Stauden und einjährige Blumen ein. Der Garten ist durch Hecken gegliedert und folgt einem festgelegten Farbschema mit den klassischen englischen langen Rabatten.[25]

Stil[Bearbeiten]

Hobhouse betont, dass sich der Garten der Landschaft anpassen solle. Insbesondere solle der Garten unauffällig in die umgebenden Landschaft übergehen.[26] Dies hinderte sie jedoch nicht, aggressiv invasive Pflanzen wie kaukasischen Bärenklau anzupflanzen.[27] Sie betont, dass sich Gärten nicht auf einen Blick erschließen sollen, und folgt so Lawrence Johnstons Konzept der Gartenräume, die sie jedoch dem lokalen Boden und der Lage anpasst.[28] Ein Garten sei nicht nur eine Ansammlung von Pflanzen, er verkörpere die Interpretation ihrer historischen Bedeutung durch den Gärtner und werde von dessen Kenntnis ihrer Bedürfnisse unterstützt.[29]

Insgesamt dürfte ihr Erfolg darauf zurückgehen, dass sie zeigte, wie ein traditioneller englischer Garten mit wenig Geld- und Pflegeaufwand in einem Pseudo-Bauernhausstil umgestaltet werden konnte, der dennoch einige der Prätensionen von Landhausgärten bewahrte.

Wirken[Bearbeiten]

Hobhouse war stellvertretender Herausgeber der Illustrierten Gardens Illustrated und lehrte an der University of Essex. 1996 moderierte sie für "House and Garden Television" in den USA die Sendereihe "The Art and Practice of Gardening" (Perennial Productions).[30] Sie betreibt die Firma Penelope Hobhouse and Associates mit einer Dependance Nan Sinton in Boston, Massachusetts.[31]

Werke[Bearbeiten]

Hobhouse entwarf Gärten in England, Schottland, Frankreich, Italien, Spanien, Deutschland und den USA, darunter:

Publikationen[Bearbeiten]

  • The Country Gardener. London, Francis Lincoln 1976 (Neuauflage 1995)
  • The National Trust, A book of Gardening, Ideas, Methods, Designs - A practical guide. London, Pavilion/Michael Joseph 1986.
  • Garden Style. London, Frances Lincoln 1988.
  • Plants in Garden History, London, Pavilion 1992 (Gardening through the Ages, New York 1992 ISBN 1-85145-545-0)
  • Penelope Hobhouse on Gardening' London, Frances Lincoln 1994. ISBN 0-7112-0816-6 (McMillans, New York)
  • A Gardeners Journal. London, Frances Lincoln 1997. ISBN 0-7112-1188-4 (Willow Creek, USA)
  • Penelope Hobhouse’s Natural Planting. Henry Holt & Co, 1997. ISBN 978-0805044904.
  • Penelope Hobhouse’s Garden Designs. London, Frances Lincoln 2000.
  • Colour in Your Garden, Frances Lincoln 2003.
  • Gardens of Persia. Kales Press (USA: Cassell Illustrated, 2006. ISBN 184403433X)

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Debrett's entry
  2. http://www.penelopehobhouse.com/
  3. Penelope Hobhouse, Garden Style. London, Frances Lincoln 1988, 15
  4. Penelope Hobhouse, Garden Style. London, Frances Lincoln 1988, 15
  5. Penelope Hobhouse, Garden Style. London, Frances Lincoln 1988, 18
  6. Penelope Hobhouse, Garden Style. London, Frances Lincoln 1988, 18
  7. Penelope Hobhouse, Garden Style. London, Frances Lincoln 1988, 19
  8. Penelope Hobhouse, Garden Style. London, Frances Lincoln 1988, 21
  9. Penelope Hobhouse, Garden Style. London, Frances Lincoln 1988, 22
  10. Penelope Hobhouse, Garden Style. London, Frances Lincoln 1988, 21
  11. Penelope Hobhouse, The Country Gardener, London, Frances Lincoln, Neuauflage 1988, 6
  12. Penelope Hobhouse, The Country Gardener. London, Frances Lincoln 1989, 20 (2. Auflage)
  13. Penelope Hobhouse, The Country Gardener, London, Frances Lincoln, Neuauflage 1988, 6
  14. Penelope Hobhouse, The Country Gardener. London, Frances Lincoln 1989, 20 (2. Auflage)
  15. Penelope Hobhouse, Garden Style. London, Frances Lincoln 1988, 23
  16. Penelope Hobhouse, The Country Gardener. London, Frances Lincoln 1989, 21 (2. Auflage)
  17. Penelope Hobhouse, The Country Gardener. London, Frances Lincoln 1988, 15
  18. Penelope Hobhouse, The Country Gardener. London, Frances Lincoln 1988, 31
  19. Penelope Hobhouse, Garden Style. London, Frances Lincoln 1988, 31
  20. Penelope Hobhouse, Garden Style. London, Frances Lincoln 1988, 31
  21. Penelope Hobhouse, Garden Style. London, Frances Lincoln 1988, 20
  22. Hillier, Manual of trees and shrubs, David & Charles
  23. Penelope Hobhouse, The Country Gardener, London, Frances Lincoln, Neuauflage 1988, 11
  24. Penelope Hobhouse, The Country Gardener, London, Frances Lincoln, Neuauflage 1988, 6
  25. Penelope Hobhouse, The Country Gardener, London, Frances Lincoln, Neuauflage 1988, 6
  26. Penelope Hobhouse, The Country Gardener, London, Frances Lincoln, Neuauflage 1988, 7
  27. Penelope Hobhouse, The Country Gardener, London, Frances Lincoln, Neuauflage 1988, 44
  28. Penelope Hobhouse, The Country Gardener, London, Frances Lincoln, Neuauflage 1988, 16
  29. Penelope Hobhouse, The Country Gardener, London, Frances Lincoln, Neuauflage 1988, 17
  30. http://www.penelopehobhouse.com/
  31. http://www.penelopehobhouse.com/
  32. Bilder unter http://www.michaeljeans.com/tikorangi/h69F9311#h69f9311
  33. Steve Jobs' gardener describes mutual appreciation. In: SF Gate. Abgerufen am 21. Februar 2012. 

Weblinks[Bearbeiten]