Penuti-Sprachen

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Penuti-Sprachen (Tsimshian, Plateau-Penuti, Chinook, Takelma, Kalapuya, Alsea, Siuslaw, Coos, Wintu, Maidu, Uti, Yokut)

Das Penuti, Penutian oder die Penuti-Sprachen, bezeichnet eine vorgeschlagene indigene amerikanische Macro-Sprachfamilie, die viele diverse einst im Pazifischen Nordwesten und Kalifornien vorkommende Sprachen zusammenfasst. Die zugehörigen Stämme lebten auf dem Gebiet des heutigen Washington, Oregon und Kalifornien im Westen der USA; zudem gibt es isolierte Vertreter im Süden von Alaska sowie im Nordwesten von British Columbia in Kanada. Der ISO-Code ist 639-2 nai.

Ihre Existenz wurde und ist immer noch unter Linguisten umstritten; sogar die einzelnen Sprachgruppen oder Untergruppen und deren zugehörigen Einzelsprachen wurden in Frage gestellt. Die Probleme der Vergleichenden Sprachwissenschaft eine genetische Verwandtschaft der einzelnen Sprachen nachzuweisen, und diese somit als maximale genetische Einheit zu einer Sprachfamilie zusammenzufassen, liegen insbesondere darin, dass die meisten in Frage kommenden Einzelsprachen bereits früh ausgestorben und/oder wenig dokumentiert sind.

Nach einer Konferenz amerikanischer Linguisten an der University of Oregon im Jahre 1994 wurde die Klassifikation nach Voegelin & Voegelin (1965), die ebenfalls das Ergebnis eines Treffens mehrerer Experten an der Indiana University Bloomington in 1964 war, mit einigen Erweiterungen allgemein anerkannt und folgende Sprachgruppen oder Untergruppen als genetisch untereinander verwandt anerkannt: California-Penuti (auch: Core-Penuti), Oregon Coast-Penuti (manchmal erweitert zu: Oregon-Penuti), Plateau-Penuti und Chinook.

In den Standardklassifikationen (Campbell 1997, Mithun 1999) wird die Penuti-Sprachfamilie jedoch abgelehnt.

Die kanadische Linguistin Marie-Lucie Tarpent untersuchte das Tsimshian, eine geografisch isolierte Sprachfamilie im Norden von British Columbia, neu und folgerte, dass die Zugehörigkeit innerhalb des Penuti - wie bereits von Edward Sapir postuliert - möglich und sehr wahrscheinlich sei; jedoch ist dies immer noch umstritten.

Einige der kürzlich vorgeschlagenen Sprach- oder Untergruppen von Penuti - wie Miwok und Ohlone (früher: Costanoan) - wurden überzeugend als zugehörig nachgewiesen; beide wurden zudem in eine sog. Utian-Sprachfamilie zusammengefasst. Catherine Callaghan hat vor kurzem Material für eine Gruppierung der Utian-Sprachen und der Yokut-Sprachen in eine Yok-Utian (Hotian)-Sprachfamilie vorgelegt. Zudem scheint es überzeugende Beweise für die Plateau Penuti-Gruppierung (früher: Shahapwailutan oder Lepitan) zu geben.

Entwicklung der Klassifikation[Bearbeiten]

Die angenommene und vorgeschlagene Macro-Sprachfamilie namens Penuti oder Penutian war ursprünglich nur auf fünf eng verwandten Sprachen im historischen Kulturareal von Kalifornien begrenzt und wird daher heute auch als Core-Penuti(an), California Penuti(an) oder Penuti(an) Kernel genannt. Zuerst 1913 von Roland B. Dixon und Alfred Kroeber vorgeschlagen, wurde sie anhand der Sprachtypologie nochmals 1919 von diesen bestimmt und ist daher in der Linguistik als zum Nachweis genetischer Verwandtschaft umstritten.

  1. Maidu
  2. Miwok (auch: Moquelumnan, früher: Mutsun)
  3. Costanoan (früher: Mutsun, heute: Ohlone)
  4. Wintu
  5. Yokuts (auch: Yokutsan oder Mariposa)

Albert Samuel Gatschet hatte bereits 1877 zuvor Miwok und Costanoan zusammen in eine von ihm als Mutsun benannte Sprachfamilie gruppiert. Heute wird diese Sprachgruppe als Utian-Sprachen bezeichnet und später durch die Aufnahme des Yokuts zur sog. Yok-Utian-Sprachfamilie von Catherine Callaghan erweitert.

Die Bezeichnung Penutian für diese Sprachfamilie basiert daher auf zwei Wörtern mit der Bedeutung zwei im Wintu, Maidu und Yokuts (engl. Aussprache etwa [pen]) sowie im Miwok und Ohlone, den sog. Utian-Sprachen (engl. Aussprache etwa [uti]).[1]

Obwohl die Aussprache von Penutian, wie einige Wörterbücher es nahelegen, ursprünglich im Englischen folgend pɛn.ˈuːtiən lautete, wird es von den meisten, wenn nicht von allen Linguisten, heute als pəˈnuːʃən ausgesprochen. Im Deutschen ist die Bezeichnung Penuti üblich.

Sapirs Erweiterung[Bearbeiten]

1916 erweiterte Edward Sapir Dixons und Kroebers California-Penuti oder Core Penuti um einen weiteren Zweig – das sog. Oregon-Penuti, welches die Coos (Coosan oder Kusan)-Sprachen sowie auch die isolierten Sprachen namens Siuslaw (Šáayušła) und Takelma (Taakelmàʔn) umfasst:

  • Oregon-Penuti
    • Coos (Coosan oder Kusan)
    • Siuslaw (Šáayušła) (früher: Lower Umpqua)
    • Takelma (Taakelmàʔn)

Später fügten Sapir und Leo Frachtenberg das Kalapuya sowie das Chinook (Tsinúk) und anschließend die Alsea (Yakonan) und Tsimshian-Sprachgruppen hinzu, was zu Sapirs 1921 veröffentlichter Klassifikation in vier Zweigen führte:

I. California-Penuti oder Core-Penuti-Zweig
  1. Maidu
  2. Utian (Miwok–Costanoan)
  3. Wintu (Wintu)
  4. Yokutsan (Yokuts oder Mariposa)
II. Oregon-Penuti-Zweig
  1. Coos (Coosan oder Kusan)
  2. Siuslaw (Šáayušła, früher: Lower Umpqua)
  3. Takelma (Taakelmàʔn)
  4. Kalapuya
  5. Alsea (Yakonan)
III. Chinook-Zweig (Tsinúk)
IV. Tsimshian-Zweig

Als 1929 in der Encyclopædia Britannica Sapir seine Erkenntnisse veröffentlichte, hatte er zwei weitere Zweige hinzugefügt:

  • Plateau-Penuti-Zweig
    • Klamath–Modoc (auch: Modoc, früher: Lutuami)
    • Waiilatpuan
      • Cayuse (gilt heute jedoch als isolierte Sprache)
      • Molala
    • Shahapwailutan oder Sahaptian-Sprachen (fälschlich oft: Sahaptin)
  • Mexiko-Penuti-Zweig
    • Mixe–Zoque (Mije–Soke)
    • Huave (Ombeayiiüts,Umbeyajts)

Somit ergab sich dann eine Klassifikation der Penuti-Sprachfamilie in sechs Zweigen:

  1. California-Penuti oder Core-Penuti
  2. Oregon-Penuti
  3. Chinook
  4. Tsimshian
  5. Plateau-Penuti
  6. Mexiko-Penuti

Weitere Erweiterungen[Bearbeiten]

Es gab auch Versuche von anderen Linguisten weitere Sprachen der Penuti-Sprachfamilie einzugliedern (Benjamin Whorf).

Manche Vertreter haben auch in der sog. Amerind-Hypothese weitere Verbindungen zu anderen indigenen Sprachfamilien - insbesondere zwischen dem Penuti und den ebenfalls hypothetischen Hoka (Hokan) - und Golf-Sprachfamilien (siehe: Mary Haas 1951, 1952) vorgeschlagen (Joseph Greenberg: Language in the Americas von 1987[2]).

Das Amerind, Amerindisch oder Amerindische Sprachen umfasst laut der Klassifikation der indigenen Sprachen Amerikas nach Greenberg (1987) alle indigenen Sprachen, außer dem Eskimo-Aleutisch und dem Na-Dené sowie dem heute als isolierte Sprache geltendem Haida (X̲aat Kíl). Die amerindische Hypothese wird von der Mehrheit der Amerikanisten nicht akzeptiert und teilweise in manchen Beiträgen regelrecht bekämpft.

Problematik der Erweiterung des Penuti[Bearbeiten]

Anhand von zwei Sprach-Beispielen - dem Yuki-Wappo (Yukian) sowie dem Zuñi (Shiwi'ma) - soll die Problematik dargestellt werden, die in der unterschiedlichen Bewertung einzelner Sprachen sowie deren genetischer Verwandtschaft und Gruppierung in Sprachfamilien anhand zweier linguistischer Schulen - den sog. Lumper und Splitter (siehe: Amerindische Sprachen) - auftreten:

Die kleine in Kalifornien einst gesprochene Yuki-Wappo (Yukian)-Sprachfamilie, die aus dem Yuki und dem Wappo bestand, wurde ebenfalls als Teil des Penuti mit besonderer Verwandtschaft zum Yokutsan und dem California-Penuti (Core-Penuti)-Zweig von Edward Sapir; manchmal jedoch als Teil des Hoka(n) unter Sapir's Hokan–Siouan-Zweig oder gar als geographisch isolierte Sioux-Sprachen betrachtet. Der berühmte Sprachwissenschaftler Morris Swadesh (kurz verheiratet mit der Linguistin Mary Haas) und Schöpfer der Swadesh-Liste gruppierte sie jedoch in seiner Hokogian-Sprachfamilie (zusammen mit den Hoka(n)-und Golf-Sprachen), einschließlich der ebenfalls hoch umstrittenen - heute meist als geographische Sammelbezeichnung benutzten - Coahuilteco (Coahuitecan)-Sprachfamilie sowie dem als isolierte Sprache betrachteten Chitimacha (Sitimaxa).

Insbesondere das Zuñi (Zuni oder Shiwi'ma) wurde einst ebenfalls als Teil des Penuti von Stanley Newman 1964 vorgeschlagen (die Penuti-Hypothese in Bezug auf das Zuñi wurde zuerst von Alfred Kroeber und Roland B. Dixon aufgestellt). Edward Sapir klassifizierte es jedoch 1929 in seinem berühmten Artikel in der Encyclopædia Britannica als dritten Zweig seiner ebenfalls als nicht überzeugend betrachteten sog. Aztec–Tanoan-Sprachfamilie (bestehend angeblich aus den Kiowa-Tano (Tanoan)-und Uto-aztekische Sprachen), wobei später das Zuñi (Shiwi'ma) aus dem Aztec-Tanoan entfernt wurde (Foster 1996). Zudem wird es in der aktuellen Klassifikation des Amerind (siehe: Joseph Greenberg, Merritt Ruhlen: An Amerind Etymological Dictionary, Stanford University, 2007) als Sprache klassifiziert, die zum Penuti innerhalb des Penutian–Hokan-Zweiges zählt. Zudem wurde es entweder zu den Kiowa-Tano (Tanoan), Hoka (Hokan) (J. P. Harrington: "Zuñi Discovered to be Hokan") oder den Keres (Keresan)-Sprachen (Karl-Heinz Gursky) gerechnet. Heute wird das Zuñi (Shiwi'ma) meist als isolierte Sprache innerhalb des historischen Pueblo-Sprachbunds angesehen, das durch intensiven Sprachkontakt mit den dortigen Sprachen (die wiederum fünf Sprachfamilien angehörten) vieles deren Wortschatz entlehnte oder sprachliche Strukturen übernahm oder weitergab; unter den Pueblo war Zwei- oder Mehrsprachigkeit weit verbreitet (siehe: Jane Hill 2002, Campbell und Poser 2008).[3]

Zweifel Mitte des 20. Jahrhunderts[Bearbeiten]

Manche Wissenschaftler befürchteten, dass die Ähnlichkeiten zwischen den einzelnen Sprachen innerhalb der Penuti- oder Penutian-Sprachfamilie nur auf die Übernahme von Lehnwörtern sowie sprachlicher Strukturen auf Grund arealer Sprachkontakten von benachbarten Stämmen und Völkern (siehe: Zuñi (Shiwi'ma) sowie Tlingit (Lingít Yoo X̲'atángi) und Haida (X̲aat Kíl)) und nicht auf der Basis einer gemeinsamen Ursprache oder Proto-Sprache beruhten; zudem könnten auf Grund des wenigen vorhanden Quellenmaterials (da viele Sprachen bereits ausgestorben waren oder sind) falsche Sprachanalysen in der frühen vergleichenden Sprachwissenschaft erfolgt sein.

Mary Haas bemerkte Folgendes zu dieser gegenseitigen Übernahme durch benachbarte Stämme und Völker:

"Even where genetic relationship is clearly indicated ... the evidence of diffusion of traits from neighboring tribes, related or not, is seen on every hand. This makes the task of determining the validity of the various alleged Hoka(n) languages and the various alleged Penutian languages all the more difficult […] [and] point[s] up once again that diffusional studies are just as important for prehistory as genetic studies and what is even more in need of emphasis, it points up the desirability of pursuing diffusional studies along with genetic studies. This is nowhere more necessary than in the case of the Hokan and Penutian languages wherever they may be found, but particularly in California where they may very well have existed side by side for many millennia."(Haas 1976:359)

Trotz der Bedenken von Haas und anderen wurde auf der bereits oben erwähnten Konferenz von 1964 an der University of Indiana in Bloomington alle von Sapir's vorgeschlagenen Zweige nördlich von Mexiko innerhalb der Penuti- oder Penutian-Sprachfamilie beibehalten.

Eine entgegengesetzte Herangehensweise wurde nach einer Konferenz im Jahr 1976 an der State University of New York at Oswego in Oswego von Campbell und Mithun unternommen, als diese Penuti als eine Sprachfamilie ablehnten, da diese nach ihrer Ansicht nicht hinreichend und überzeugend belegt sei; somit ist Penuti in ihren jeweiligen Standardklassifikationen als eigene Sprachfamilie nicht gelistet und wird von ihnen als solche abgelehnt. (Campbell 1997, Mithun 1999).[4]

Aktuelle Hypothese[Bearbeiten]

Penuti oder Penutian nach Delancey. Die südlichen Sprachfamilien - Maidu, Yokuts (Yokutsan) sowie Utian (Miwok und Costanoan (Ohlone)) — waren erst kürzlich aus dem Great Basin oder Oregon nach Kalifornien eingewandert.

Von vielen Penuti-Linguisten werden California-Penuti sowie Takelma–Kalapuya oder Takelman nicht mehr länger als stichhaltige Bezeichnungen für regionale Zweige (siehe California-Penuti) oder von eng verwandten Sprach-Zweigen (siehe Takelman) akzeptiert. Jedoch werden die Bezeichnung Plateau-Penuti, Oregon Coast-Penuti' sowie Yok-Utian immer mehr unterstützt.[5] Scott DeLancey schlägt daher folgende Verwandtschaftsbeziehungen unter sowie innerhalb der einzelnen Sprachfamilien vor, die typischerweise zur Penuti-Sprachfamilie gezählt werden.

  • I. Maritimes Penuti oder Küsten-Penuti
    • Tsimshian (Tsmksian) (mit vier Varietäten)
      • TSIMSHIAN-Varietät (auch: Maritime Tsimshian, Lower Tsimshian, Northern Tsimshian) (der Tsimshian (Ts’msyan)) (früher: Coast oder Küsten-Tsimshian)
        • Coast Tsimshian oder Sm'álgyax / Sm'algax (auch: eigentl. Tsimshian)
        • Southern Tsimshian oder Sgüüx̣s (†)
      • NASS-GITKSAN-Varietät (auch: Interior Tsimshian, Inland Tsimshian)
        • Nisga’a oder Nisg̱a'amḵ (Nisga’a Ts’amiks)[6][7][8] (veraltet: Nass) (der Nisga’a) (früher: Interior oder Inland Tsimshian)
        • Gitxsan oder Gitxsanimaax[9] (der Gitxsan (Gitksan)) (früher: Interior oder Inland Tsimshian)
          • Gitsken oder Gitsenimx̱ (auch: Westlicher Dialekt)
          • Gitxsan oder Gitxsanimax̱ (auch: Östlicher Dialekt)
    • Chinook (Tsinúk) (der verschiedenen Chinook-Gruppen)
      • Lower Chinook oder Tsinúk (auch: Coastal Chinook oder eigentl. Chinook) (†)
        • Clatsop (Tlatsop)-Dialekt, auch La t cap-Dialekt
        • Shoalwater-Dialekt
      • Upper Chinook oder Kiksht (auch: Columbia Chinook oder Wasco-Wishram)[10]
        • Cascades oder Watlalla / Watlala-Dialekt (†)
        • Clackamas-Dialekt (†)
        • Hood River-Dialekt (†)
        • Multnomah-Dialekt (†)
        • Wasco-Wishram-Dialekt
        • White Salmon-Dialekt (†)
      • Kathlamet oder Katlamat / Cathlamet (†)
      • Chinuk Wawa (Chinook Jargon) (eine Pidgin-Handelssprache im Pazifischen Nordwesten)
    • Oregon-Penuti ( ? )
    • Kalapuya (†)
      • NÖRDLICHES KALAPUYA oder TUALATIN-YAMHILL
        • Tualatin-Dialekt (auch: Tfalati, Atfalati)
        • Yamhill oder Yamell-Dialekt
      • CENTRAL KALAPUYA oder SANTIAM
        • Ahantchuyuk-Dialekt
        • Santiam-Dialekt
        • Luckiamute-Dialekt
        • Chepenafa-Dialekt
        • Chemapho-Dialekt
        • Chelamela-Dialekt
        • Tsankupi-Dialekt
        • Winefelly-Mohawk-Dialekt
      • SÜDLICHES KALAPUYA oder YONCALLA / YONKALLA
    • Takelma (Taakelmàʔn) (†)
      • Latgawa oder Upper Takelma-Dialekt
      • Takelma oder Lower Takelma-Dialekt (auch: Lowland Takelma)
    • Wintuan (Copeh oder Copehan) oder Wintun / Wintoon
      • NÖRDLICHES WINTUAN
        • eigentl. Wintu (Wintʰu:h) oder Nördliches Wintu
        • Nomlaki / Noamlakee oder Central Wintu
      • SÜDLICHES WINTUAN
        • Patwin / Patween oder Südliches Wintu
          • River Patwin oder Valley Patwin-Dialekt
          • Hill Patwin-Dialekt
        • Südliches Patwin (†)[11]
    • Oregon Coast-Penuti


  • II. Inland Penuti oder Binnen-Penuti
    • Yok-Utian (Hotian) (vom Great Basin)
      • Yokuts (Yokutsan oder Mariposa)
        • Poso Creek Yokuts oder Palewyami-Dialekte (auch: Altinin) (†)
        • eigentl. Yokuts
          • BUENA VISTA YOKUTS (†)
            • Tulamni-Dialekt
            • Hometwali-Dialekt
            • Tuhohi-Dialekt (auch: Tohohai / Tuhohayi)
            • Loasau-Dialekt (?)
          • NIM YOKUTS
            • Tule-Kaweah Yokuts
              • Bokninuwad-Dialekt
              • Yawdanchi oder Nutaa-Dialekt
              • Wikchamni / Wuchamni-Dialekt
            • Northern Yokuts
              • Gashowu Yokuts oder Casson Yokuts
              • Kings River Yokuts
                • Ayitcha / Aiticha oder Kocheyali-Dialekt
                • Choynimni / Choinimni-Dialekt
                • Chukaymina / Chukaimina-Dialekt
                • Michahay / Michahai-Dialekt
              • Valley Yokuts (ein Dialektkontinuum des Yokuts)
                • Far Northern Valley Yokuts oder Delta Yokuts (†)
                  • Yachikumne oder Chulamni-Dialekt
                  • Chalostaca-Dialekt
                  • Lakisamni-Dialekt
                  • Tawalimni oder Tawalimnu-Dialekt
                • Northern Valley Yokuts (nur der Chukchansi-Dialekt wird noch gesprochen)
                  • Nopṭinṭe-Dialekt
                  • Chawchila oder Chauchila-Dialekt
                  • Chukchansi-Dialekt
                  • Kechayi-Dialekt
                  • Dumna-Dialekt
                • Southern Valley Yokuts (†)
                  • Wechihit-Dialekt
                  • Nutunutu–Tachi-Dialekt
                    • Nutunutu–Subdialekt
                    • Tachi-Subdialekt
                  • Chunut oder Sumtache-Dialekt
                  • Wo'lasi–Choynok-Dialekt
                    • Wo'lasi–Subdialekt
                    • Choynok oder Choinok-Subdialekt
                  • Wowol-Dialekt
                  • Telamni-Dialekt
                  • Koyeti–Yawelmani-Dialekt
                    • Koyeti–Subdialekt
                    • Yawelmani oder Yowlumni-Subdialekt
      • Utian (Miwok-Costanoan)
        • Miwok (Miwokan oder Miw·yk)
          • ÖSTLICHES MIWOK
            • Plains Miwok oder Valley Miwok (†)
            • Bay Miwok oder Saclan / Saklan Miwok (†)
            • Sierra Miwok oder Plains and Sierra Miwok
              • Northern Sierra Miwok
              • Central Sierra Miwok
              • Southern Sierra Miwok oder Yosemite Miwok
          • WESTLICHES MIWOK
            • Coast Miwok (†)
              • Bodega-Dialekt
              • Marin-Dialekt
            • Lake Miwok (fast )
        • Ohlone (Costanoan)[14]
          • Karkin oder Carquin Ohlone (Costanoan) (†)
          • NÖRDLICHES OHLONE (COSTANOAN)
            • San Francisco Bay Ohlone (Costanoan)-Dialektgruppe
              • Tamyen / Tamien oder Santa Clara Ohlone (Costanoan)
              • Chochenyo / Chocheño oder East Bay Ohlone (Costanoan)
              • Ramaytush oder San Francisco Ohlone (Costanoan)
            • Awaswas oder Santa Cruz Ohlone (Costanoan) (evtl. mehrere Varianten)
            • Chalon /Cholon oder Soledad Ohlone (Costanoan) (evtl. eine Transitform von Nördlichem und Südlichem Ohlone (Costanoan))
          • SÜDLICHES OHLONE (COSTANOAN)
            • Mutsun oder San Juan Bautista Ohlone (Costanoan)
            • Rumsen / Rumsien oder San Carlos Ohlone (Costanoan) (auch: Carmel Ohlone)
    • Maiduan (Pujunan) (vom Great Basin oder aus Oregon)
      • eigentl. Maidu / Májdy oder Nordöstliches Maidu (auch: Mountain Maidu) (evtl. )
      • Chico oder Valley Maidu (†)
      • Konkow / Koyoom k'awi oder Nordwestliches Maidu (auch: Concow-Maidu) (fast )
      • Nisenan /Neeshenam oder Südliches Maidu (auch: Pujuni oder Wapumni) (fast )
    • Plateau-Penuti
      • Sahaptian (früher fälschlich: Sahaptin)[15]
        • Nez Percé (Niimiipuutímt)
          • Upper Nez Perce oder Upper Niimiipuutímt-Dialekt (auch: Upriver oder Östlicher Dialekt)
          • Lower Nez Perce oder Lower Niimiipuutímt-Dialekt (auch: Downriver oder Westlicher Dialekt)[16]
        • Sahaptin (Ichishkíin Sɨ́nwit) (bildet ein Dialektkontinuum)
          • NÖRDLICHES SAHAPTIN
            • Nordwestliche Dialektgruppe
              • eigentl. Yakama (Yakima) oder Lower Yakama-Dialekt (auch: Mámachatpam)
              • Kittitas oder Upper Yakama-Dialekt (auch: Pshwánapam oder Pshwanpawam)
              • Klickitat oder Klikitat-Dialekt (auch: Xwálxwaypam)
                • Taidnapam / Táytnapam oder Upper Cowlitz-Subdialekt[17]
                • Meshal / Mashel oder Mica'l oder Upper Nisqually-Subdialekt (auch: Mishalpam)[18]
            • Nordöstliche Dialektgruppe
              • Wanapum oder Wanapam / Wánapam-Dialekt
              • Palouse oder Palus-Dialekt (auch: Pelúuspem)
              • Lower Snake River-Dialekt (†)
                • Chamnapam-Subdialekt
                • Wauyukma-Subdialekt
                • Naxiyampam-Subdialekt
              • Walla Walla oder Waluulapan-Dialekt
          • SÜDLICHES oder COLUMBIA RIVER SAHAPTIN
            • Umatilla oder Rock Creek-Dialekt (auch: Imatalam)
            • Skin-pah/Skin oder Sawpaw-Dialekt[19]
            • Tenino oder Warm Springs-Dialekt
              • Tygh Valley oder Upper Deschutes-Subdialekt
              • Celilo oder Lower Deschutes-Subdialekt
              • Tenino oder Dalles Tenino-Subdialekt
              • John Day oder Dock-Spus/Tukspush-Subdialekt
      • Molala (Molele) (auch: Molalla) (†)
        • Nördlicher Molala-Dialekt
        • Upper Santiam Molala-Dialekt
        • Südlicher Molala-Dialekt
      • Klamath (Klamath-Modoc) oder Klamath (?ewksiknii) & Modoc (moowat'aakknii) (früher: Lutuamian) (†)
        • Klamath (?ewksiknii)-Dialekt
        • Modoc (moowat'aakknii)-Dialekt

Die Wintuan-Sprachen sowie Takelma und Kalapuya werden zwar weiterhin als Penuti-Sprachen von den meisten Wissenschaftlern angesehen, jedoch oftmals zusammen in einen - immer mehr umstrittenen - sog. Oregon-Penuti-Zweig zusammengefasst; zudem wird nicht mehr angenommen, dass Takelma und Kalapuya einen eigenen Takelma-Zweig des Penuti bilden.[20]

Penutian Groups.png

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Dixon&Kroeber 1913a, 1913b
  2. Joseph Greenberg: Language in the Americas, Verlag: Stanford University Press, 30. Juni 1987, ISBN 978-0804713153, 456 Seiten
  3. Lyle Campbell und William J. Poser: Language Classification: History and Method, Cambridge University Press, 26. Juni 2008, ISBN 978-0521880053, 548 Seiten
  4. Goddard 1996:317–320
  5. Delancey and Golla 1997
  6. First Voices - Nisga'a language
  7. Here Is the Story of GalksiGabin - A Modern Auto-Ethnography of a Nisga'a Man
  8. weitere Varianten: Nass, Nisgha, Nisg̱a’a, Nishka, Niska, Nishga, Nisqa’a, auch manchmal als Sim'algax - "Wahre Sprache" bezeichnet, jedoch nicht mit gleichnamigen Coast Tsimshian zu verwechseln
  9. weitere Varianten: Giklsan, Gitksan, Gityskyan
  10. Columbia Chinook bezieht sich auf die Region rund um den gleichnamigen Fluss, in dem diese Sprache gesprochen wurde und Wasco-Wishram auf den letzten noch heute gesprochenen Dialekt der Sprache
  11. das Südliche Patwin wird manchmal als dritter Dialekt des Patwin angesehen oder sogar als separate Wintuan-Sprache
  12. Siuslaw oder Lower Umpqua darf nicht mit der als Upper Umpqua bezeichneten athapaskischen Sprache verwechselt werden
  13. Lower Coquille darf nicht mit dem Tututni-Dialekt namens Upper Coquille oder Mishikhwutmetunee verwechselt werden, einer heute ausgestorben athapaskischen Sprache
  14. manchmal unterteilt man die Ohlone-Sprachen nur in einen Nördlichen Zweig (inkl. des Karkin) und einen Südlichen Zweig (inkl. des Chalon, insgesamt gibt es acht Ohlone-Sprachen: Karkin, Tamyen, Chochenyo, Ramaytush, Awaswas, Chalon, Mutsun und Rumsen)
  15. Achtung: die Bezeichnungen Sahaptian (für die Sprachfamilie) und Sahaptin (für die Sprache sowie die diese sprechenden Völker) wurden oftmals verwechselt; unter der Bezeichnung Sahaptian sind die Nez Percé-Sprache sowie die verschiedenen Sahaptin-Sprachen gemeint
  16. die Cayuse (Liksiyu) sprachen ursprünglich eine isolierte Sprache, die jedoch heute ausgestorben ist, und hatten bereits im 19. Jahrhundert den Lower oder Downriver Dialekt des Nez Perce übernommen
  17. die Upper Cowlitz sprachen ursprünglich wie die Lower Cowlitz eine Variante des Cowlitz (Sƛ̕púlmš), die zum Inland (Binnen)-Tsamosan-Zweig des Southwestern Coast Salish (Tsamosan)-Sprachen, hatten jedoch bereits Anfang des 19. Jahrhunderts eine Variante des Klickitat, das zum Sahaptin gehört, übernommen
  18. die Mica'l oder Upper Nisqually sprachen ursprünglich Nisqually (Squalli-Absh oder Sqʷaliʼabš), einen Subdialekt des Txʷǝlšucid/Twulshootseed (Puyallup-Nisqually)-Dialekts, der zu den Südliches Lushootseed (Southern Puget Sound Salish)-Sprachen zählt, einer Gruppe der Southern (Coast) Salish-Sprachen; spätestens im 19. Jahrhundert hatten sie jedoch eine Variante des Klickitat, das zum Sahaptin gehört, übernommen
  19. die Skin-pah/Sk'in oder Sawpaw sind auch als Fall Bridge People und Rock Creek People unter der Bezeichnung K'milláma bei den Yakama bekannt, evtl. ein weiterer Name für die Umatilla, die auch als "Rock Creek Indians" bekannt waren; oftmals jedoch auch als eine Band der Tenino angesehen
  20. Tarpent & Kendall 1998

Literatur[Bearbeiten]

  • H. Aoki, Nez Perce Grammar. Berkeley 1970.
  • Berman, Howard. (1996). The position of Molala in Plateau Penutian. International Journal of American Linguistics, 62, 1-30.
  • Callaghan, Catherine A. (1967). Miwok-Costanoan as a subfield of Penutian. International Journal of American Linguistics, 33, 224-227.
  • Campbell, Lyle. (1997). American Indian languages: The historical linguistics of Native America. New York: Oxford University Press. ISBN 0-19-509427-1.
  • DeLancey, Scott; & Golla, Victor. (1997). The Penutian hypothesis: Retrospect and prospect. International Journal of American Linguistics, 63, 171-202.
  • Dixon, Roland R.; & Kroeber, Alfred L. (1903). The native languages of California. American Anthropologist, 5, 1-26.
  • Dixon, Roland R.; & Kroeber, Alfred L. (1913). Relationship of the Indian languages of California. Science, 37, 225.
  • Dixon, Roland R.; & Kroeber, Alfred L. (1913). New linguistic families in California. American Anthropologist, 15, 647-655.
  • Dixon, Roland R.; & Kroeber, Alfred L. (1919). Linguistic families of California (pp. 47-118) Berkeley: University of California.
  • Kroeber, Alfred L. (1910). The Chumash and Costanoan languages. University of California Publications in American Archaeology and Ethnology, 9, 259-263.
  • Mithun, Marianne. (1999). The languages of Native North America. Cambridge: Cambridge University Press. ISBN 0-521-23228-7 (hbk); ISBN 0-521-29875-X.
  • B. Rigsby & N. Rude, Sketch of Sahaptin, a Sahaptian Language. Handbook of North American Indians; vol. 17: I. Goddard (ed.), Languages. Washington 1996, 666-692.
  • Sapir, Edward. (1921). A bird's-eye view of American languages north of Mexico. Science, 54, 408.
  • Sapir, Edward. (1929). Central and North American languages. Encyclopaedia Britannica (14th ed.; Vol. 5; pp. 138-141).
  • M. Silverstein, Penutian: An Assessment. L. Campbell & M. Mithun (eds.), The Languages of Native America. Austin, Texas 1979, 650-691.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]