Pep Blay

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Pep Blay (Josep Blay Boqué, * 2. September 1966 in Tarragona, Spanien) ist ein katalanischer Schriftsteller, Drehbuchautor, Musikjournalist und gehört zu den bekannten Gegenwartsautoren Kataloniens. Als Musikjournalist interviewte er Größen wie Lou Reed, The Cure und Nick Cave. Er arbeitet mit spanischen Künstlern zusammen, wie beispielsweise Enrique Bunbury, Iván Ferreiro, Amparanoia.

Pep Blay
Pep Blay

Leben[Bearbeiten]

Blay wurde am 2. September 1966 in Tarragona als Jüngstes von drei Kindern geboren. Schon früh entwickelte er eine besondere Neigung zu Literatur und Sprache. Daher studierte er von 1984 bis 1989 katalanische Philologie an der Fakultät Tarragona der Universität Universitat de Barcelona. Während des Studiums arbeitete er als Kulturjournalist für die katalanische Tageszeitung Catalunya Sud, veröffentlichte Gedichte in der Zeitschrift Negre+Roig und gründete das Kollektiv Andrògina Productions.

Nach dem Studium zog Blay nach Barcelona, um ein postgraduales Studium der Theatertheorie und –kritik zu beginnen und Japanisch zu studieren. Im selben Jahr begann er, für die katalanische Tageszeitung AVUI über Literatur zu schreiben, und leitete vier Jahre lang das Beilagenblatt Rock & Classics. Außerdem arbeitete er für Zeitschriften wie El Temps, Catalònia und Cultura. Zwischen 1990 und 2000 trat Blay sporadisch auf, um Poesie zu rezitieren, wovon ein Fragment auf der DVD Poesia en viu a Barcelona (Habitual Video Team/ Propost.org, 1991–2003) zu finden ist.

Seine Karriere als Musikredakteur begann Blay 1993 bei AVUI. Im selben Jahr startete er auch als Sänger der Tarragonischen Post-mortem-Untergrundband Els Patètix, bei der er drei Jahre blieb. 1995 veröffentlichte er innerhalb der Sammlung Los Autores (SGAE Barcelona) eine Biografie über den katalanischen Musiker und Liedermacher Lluís Llach. Blays Schaffen beim katalanischen Fernsehsender Televisió de Catalunya begann 1999, wo er unter anderem als Programmdirektor des Kabaretts Bohèmia, als Drehbuchautor und Art Director arbeitete. Weitere Biografien über katalanische Rockbands veröffentlichte er 2002 (“Sopa de Cabra. Si et quedes amb mi“, Rosa dels Vents) und 2003 (Els Pets. Cara a cara”, Rosa dels Vents). Bei der Zeitschrift Enderrock schuf er die Serie “Sexe, Blay & rock´n´roll“, die in engem Zusammenhang mit später entstandenen Arbeiten steht.

Seine Leidenschaft für das Reisen führte Blay schon in frühen Jahren durch Europa, in die USA, nach Island, Tansania und Mexiko. Im September 2003 begab er sich für ein Jahr auf Weltreise, um die Kulturen Australiens, Neuseelands, Papua Neuguineas, Brasiliens und Japans zu erleben. Die Erfahrungen bedeuteten eine Wende in Blays Leben, so dass er 2006 als Drehbuchautor des Reiseprogramms Km33 beim katalanischen Fernsehsender Tv3 zu arbeiten begann, wodurch er weitere Reisen wie etwa nach Marokko, Burkina Faso, Mali und New York unternahm. Reiseberichte und andere Reportagen sendet er gewöhnlich auch beim katalanischen Radiosender iCat fm.

Bekannt wurde Blay, der seit jeher Anhänger des Vampirismus und der Polipoesie ist, durch seinen 2004 herausgegebenen Roman “Vampíria Sound“ (Plaza & Janés Editores, S.A.), einem radikalen, zeitgenössischen Musikthriller. Mit der Romanbiografie “Enrique Bunbury. Lo demás es silencio“ (Plaza & Janés) machte sich Blay 2007 über Nacht einen Namen im spanischsprachigen Leserkreis und internationalen Fankreis um Enrique Bunbury und dessen ehemalige Band Héroes del Silencio, indem er ein aufregendes, menschliches Porträt des extrovertierten spanischen Sängers präsentierte. Das Buch wurde ebenfalls in Mexiko herausgegeben.

Pep Blay bewies sein Können und seine Vielseitigkeit auch im Jahr 2009. Der Teenager-Fantasy-Roman “Gotholàndia“ (Montena) wurde auf Katalanisch veröffentlicht, zeitgleich kam “Erótica Mix“, vier Kurzgeschichten über Musik und Sex, sowohl in einer katalanischen (Rosa dels Vents) als auch spanischen (bei Plaza & Janés) Ausgabe auf den Markt. Am Jahresende schuf er als Art Director gemeinsam mit spanischen Stars wie Bunbury, Iván Ferreiro, Amparanoia die CD “Més raons de pes. El tribut a Umpah-Pah“.

Blay wohnte lange Zeit in Barcelona. Doch Reisen führen ihn immer wieder rund um den Erdball, während er sich zum Schreiben seiner Bücher nunmehr ans Meer zurückzieht.

Werke[Bearbeiten]

  • Lluís Llach (Col•lecció "Los Autores", SGAE, Barcelona, 1995) ist eine Biografie über den katalanischen Musiker und Liedermacher Llach, die eine interessante Chronologie, eine Sammlung von Fotos, Anthologie der Songs und Diskografie beinhaltet.
  • “Sopa de Cabra. Si et quedes amb mi” (Rosa dels Vents, 2002) ist die Biografie über eine katalanische Rockband, die von 1986 bis 2002 großen Einfluss in Katalonien hatte. Ihr Vokalist Gerard Quintana entschied sich nach der Trennung für eine Solokarriere.
  • Els Pets. Cara a cara” (Rosa dels Vents, 2003) ist die Biografie über eine weitere Rockband, die ein Phänomen der katalanischen Rockgeschichte darstellt.
  • “Vampíria Sound“ (Plaza & Janés Editores S.A., 2004) ist ein Musikroman mit Elementen des Thrillers und Vampirismus, der nach einem Konzert von Lou Reed in Barcelona spielt. Blay schreibt rasant, zeitgenössisch und ohne Umschweife über Unmengen von Sex, Musik und Alkohol.
  • Enrique Bunbury. Lo demás es silencio” (Plaza & Janés, 2007) ist eine Romanbiografie, mit der Blay dem Leser die Person und das Leben des spanischen Sängers Enrique Bunbury auf eine aufregende, künstlerische und doch menschliche Weise nahebringt.
  • “Gotholàndia“ (Montena, 2009) ist ein Fantasyroman für ältere Kinder und Jugendliche. Ein Teenager ist Fan von Videospielen und befindet sich plötzlich selbst in einem von ihnen. Blay widmete diesen Roman seiner Nichte und seinem Neffen, um beiden mehr Spaß am Lesen zu bereiten. Eine faszinierende Idee von ihm ist, die wörtliche Rede eines der Romanhelden in Spiegelschrift zu drucken, wodurch das Lesen selbst zu einer Art Spiel wird.
  • “Eròtica Mix“ (katalanisch, Rosa dels Vents, 2009) / “Erótica Mix“ (spanisch, Plaza & Janés, 2009) sind vier geistreiche Kurzgeschichten, in denen Musik und Sex verbunden sind: 1.)“Tuyyosomossexo.com“ (deutsch: Duundichsindsex.com)– Ein Musikfan kommt im Internet in Kontakt mit einer Sängerin. Zwischen beiden entsteht Sex pur, doch schließlich wird aus dieser verrückten Neigung eine Qual. 2.)“ Cartas de amor a la mujer burbuja“ (deutsch: Liebesbriefe an die Blasenfrau)– Mails, SMS und Liebesbriefe zweier Liebender, die für einander geschaffen sind, doch jeder lebt in seiner eigenen Welt, seiner eigenen “Blase”, die jeden Augenblick zu platzen droht. 3.)“ 7” “ – Ein Mädchen stirbt während der Messe in einer Kirche. A la Agatha Christie gibt es 7 Verdächtige, die alle auf irgendeine Art ein sexuelles Verhältnis mit dem Liebsten der Toten und wiederum eine Verbindung zu den 7 Todsünden haben. Und als das Mädchen starb, wurde “Seven“ von David Bowie gespielt. 4.)“Erótica Mix“ – Als Mario nach einer langen Beziehung allein lebt, gelangt er auf der Suche nach Sex ins Internet. Dort trifft er drei Damen, die sich in ihn verlieben. Und Mario entscheidet sich, den nächsten Schritt zu tun: raus aus der virtuellen Welt, rein in die Realität.
  • “Pretòria“ (katalanisch, Ara Llibres, 2010) - Katalonien ist in Gefahr. Um seine Ziele zu erreichen, beauftragt der Präsident die beste Agentin des Landes, Rosa Blanca, die eine Musikfanatikerin und ans Ipod gefesselt ist, mit einer delikaten Mission. Unerwartet führen die Spuren Rosa nach Pretoria, wo der Bürgermeister, der Städtebauinspizient, der Ex-Vizepräsident der Generalitat, ein hohes Tier aus Politik und Finanzwesen und ein Exabgeordneter, der aus seiner Partei verwiesen wurde, in eine vielschichtige Intrige verwickelt sind. Fünf dunkle Persönlichkeiten, die schwer zu beschuldigen sind, denen Rosa Blanca jedoch bereit ist zu folgen, wenn es sein muss, bis ins Gefängnis… Ein mit ironischer und wilder Feder geschriebener Thriller, eine korrosive Satire vom großen Skandal der städtebaulichen Korruption, die die katalanische Gesellschaft Ende des Jahres 2009 aufgewühlt hat: der Fall Pretoria.

Literatur von Pep Blay[Bearbeiten]

  • Lluís Llach. Col•lecció "Los Autores", Barcelona, 1995, SGAE.
  • Sopa de Cabra. Si et quedes amb mi. Barcelona, 2002, Rosa dels Vents. 1ª Edición, 336 Seiten, katalanisch. ISBN 84-01-38607-1.
  • Els Pets. Cara a cara. Barcelona, 2003, Rosa dels Vents. 1ª Edición, 360 Seiten, katalanisch. ISBN 84-01-38630-6.
  • Vampíria Sound. Barcelona, 2004, Plaza & Janés Editores S.A. Colección Narrativa Rosa dels vents. Katalanisch. ISBN 84-01-38654-3.
  • Enrique Bunbury. Lo demás es silencio. Barcelona, 2007, Plaza & Janés. 448 Seiten, spanisch. ISBN 978-84-01-30551-1.

Internetquellen und -links[Bearbeiten]

1. Interview mit Pep Blay: PAGÈS, Rosa: Pep Blay: defugint el localisme. Revistes catalanes, Revista del Centre de Lectura de Reus, Jahr 1990, Nr. 23 Februar. http://www.raco.cat/index.php/RevistaCLR/article/viewFile/87693/153846

2. Buchankündigung: PALMER, Jordi: Els Pets ja tenen biografia. Ritmes.cat. 9. April 2003. http://www.ritmes.cat/pritmes/rtItem.jsp?hiItemId=103509617&hiEstil=poprock&hiItemNom=noticies

3. Interview und Buchankündigung: PEÑAS, Esther: Pep Blay, periodista musical. Bunbury tiene auténtica obsesión por sentirse libre. La crónica social. 26. Oktober 2007. http://www.cronicasocial.com/hem/20071026/actualidad_comun/entrevista/entrevista_noticia10.html

4. Interview mit Pep Blay: GARRANCHO, Juan: Entrevista a Pep Blay. Olvidados Magazine. 31. Januar 2008. http://olvidadosmagazine.blogspot.com/2008/01/entrevista-pep-blay.html

5. Radiospot über Pep Blay: CERVERA, Jordi: Pep Blay. Radio iCat fm. http://www.icatfm.cat/

6. Video über das Festival der Polipoesie in Barcelona: 17 festival de polipoesia de barcelona pep blay fragmentos del festival realizado en torre llobeta 2009 oktubre docuMentalidades http://www.archive.org/details/17FestivalDePolipoesiaDeBarcelona_620 http://www.lapapa.org/ http://www.dalealplay.com/informaciondecontenido.php?con=203603

7. Buchkritik: MAIGÍ, Raül: Pep Blay satiritza la corrupció urbanística en la novel·la «Pretòria» . Elpunt.cat. 13. April 2010. http://www.elpunt.cat/noticia/article/5-cultura/19-cultura/157386-pep-blay-satiritza-la-corrupcio-urbanistica-en-la-novelmla-lpretoriar.html?piwik_campaign=rss&piwik_kwd=portada&utm_source=rss&utm_medium=portada&utm_campaign=rss

Weblinks[Bearbeiten]