Pepi II.

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Pepi II)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Namen von Pepi II.
AnkhnesmeryreII-and-Son-PepiII-SideView BrooklynMuseum.png
Statue Pepis II. als Kind; Brooklyn Museum, New York City
Horusname
G5
R8 N28 G43
Srxtail2.svg
Netjeri-chau
Nṯr.j-ḫˁ.w
Göttlich an Erscheinungen
Nebtiname
G16
R8 N28 G43
Netjeri-chau-nebti
Nṯr.j-ḫˁ-nb.tj
Göttlich an Erscheinungen der beiden Herrinnen
Goldname
G8
S42 G5
S12
Bik-nebu-sechem
Bjk.-nbw-sḫm
Mächtiger Goldfalke
Thronname
M23
X1
L2
X1
Hiero Ca1.svg
N5 F35 D28
Hiero Ca2.svg
Nefer-ka-Re
Nfr-k3-Rˁ
Mit vollkommenem Ka des Re
Eigenname
Hiero Ca1.svg
Q3
Q3
M17 M17
Hiero Ca2.svg
Pepi
Pjpj
Pepi
Königsliste von Abydos (Sethos I.) (Nr.38)
Hiero Ca1.svg
N5 F35 D28
Hiero Ca2.svg
Nefer-ka-Re
Nfr-k3-Rˁ
Königsliste von Sakkara (Nr.36)
Hiero Ca1.svg
N5 F35 D28
Hiero Ca2.svg
Nefer-ka-Re
Nfr-k3-Rˁ
Griechisch
bei Manetho

Phiops

Pepi II. war der fünfte König (Pharao) der altägyptischen 6. Dynastie im (Alten Reich). Er regierte etwa innerhalb des Zeitraums von 2245 bis 2180 v. Chr.[1] regierte. Während der langen Regentschaft begann die Auflösung des Alten Reiches.

Herkunft und Familie[Bearbeiten]

Pepi II. war der Sohn von Pharao Pepi I. und dessen Gemahlin Anchenespepi II. (auch Anchenesmerire II. genannt). Halbbrüder waren sein Amtsvorgänger Merenre, Tetianch und Hornetjerichet. Als Ehefrauen sind seine Halbschwestern Neith und Iput II., seine Nichte Anchenespepi III. sowie zwei weitere Frauen namens Anchenespepi IV. und Wedjebten bekannt. Aus der Ehe mit Neith ging Pepis Thronfolger Antiemsaf II. (Nemtiemsaf II.) hervor, aus der Ehe mit Anchenespepi IV. der spätere König Neferkare Nebi. Bei Nebkauhor-Idu und Ptahschepses handelt es sich möglicherweise um weitere Söhne Pepis II.

Herrschaft[Bearbeiten]

Er kam nach dem frühen Tode seines Halbbruders Merenre als Kind (nach Manetho angeblich mit 6 Jahren) auf den Thron und regierte nach der Überlieferung (Turiner Königspapyrus, Manetho) 94 Jahre. Wahrscheinlich ist diese Zahl jedoch aus der hieratischen Ziffer 64 falsch abgeleitet. Eindeutig belegt ist das Jahr der 31. Viehzählung, welches sein 63. Regierungsjahr sein müsste (von Beckerath: 64 Jahre), da die Viehzählung alle zwei Jahre stattfand. Wenn er wirklich 94 Jahre regiert haben sollte, wäre er der am längsten regierende Herrscher aller Zeiten, gefolgt von König Alfonso I. mit 73 Jahren und Ludwig XIV. von Frankreich mit 72 Jahren. Dies ist aber wie erwähnt sehr unwahrscheinlich, zumal ausgerechnet für die letzten 30 Jahre von Pepis Regierung keine einzige Information überliefert ist.[2]

Innenpolitik[Bearbeiten]

Anfangs stand er unter der Regentschaft seiner Mutter und seines Onkels Djau (D'w). Eine Alabasterstatue unbekannter Herkunft vergleicht Mutter und Sohn mit der Göttin Isis und ihrem kleinen Sohn Horus, der später die Herrschaft über den Erdenkreis annehmen würde.[3]

Das Wesirat in Memphis bekleideten zunächst Ihi-chenet und Chenu, Ima-Pepi und Schenai, Chabau-Chnum/Biu und später Ni-hebsed-Neferka-Re/Teti. Wesire in Abydos waren neben dem o. a. Djaw ein Idi und ein Pepi-nacht. Als Wesire in Mair sind Anch-Pepi-Heriib und Anch-Pepi-Henikem bekannt. Diese starke Dezentralisierung ist eine der Ursachen für den Verfall des Alten Reiches, trotzdem der Umsturz an sich in die Zeit der Thronwirren unter seinen Nachfolgern zu setzen ist.

Pepi hatte zahlreiche Kinder, Enkel und Urenkel, von denen er jedoch so manchen überlebte. Das war die Ursache von vielen erheblichen Wirren, was die Thronfolge anbelangt. Diese Verkomplizierungen beschleunigten wahrscheinlich mit den Niedergang des Alten Reiches und das Ende der 6. Dynastie.

Expeditionen[Bearbeiten]

Zahlreiche Expeditionen sind aus Pepis Regierungszeit belegt, so in den Jahren der 14. und 31. Zählung in die Steinbrüche von Hatnub. Harchuf aus Elephantine zog vier mal in das Land Jam (Nubien/Kerma), von wo er laut seinem Grabmal einen Zwerg (Pygmäe) für den noch jungen König mitbrachte, was diesen sehr erfreute. Pepi-nacht-Heqaib berichtet von militärischen Unternehmungen in Nubien und gegen Asiaten, wobei er die Leiche des Aa-en-anch zurückführt. Auch Sabni holt seinen verstorbenen Vater Mehu zurück, und Mehu II. später obigen Sabni.

Grabmal[Bearbeiten]

Die Pyramide des Königs in Sakkara (Men-anch-Pepi/Nefer-ka-Re) wurde von Gustave Jéquier freigelegt. Bei einer Seitenlänge von 79 m war sie etwa 53 m hoch und das letzte große Bauwerk des Alten Reiches. In ihrem Inneren befinden sich Pyramidentexte. Die in zahlreichen Fragmenten erhaltenen Wanddekorationen der zugehörigen Kultanlagen umfassen auch die namentliche Darstellung der Beamten seines Hofes.

Seine drei Hauptgemahlinnen Iput II. (Jpwjt), Wedjebten (Wḏb.t n(=j)) und seine Halbschwester Neith sind in kleinen Pyramiden neben seiner eigenen bestattet. Neith scheint die Mutter seines Nachfolgers Antiemsaf II. zu sein, was jedoch nicht gesichert ist.

Literatur[Bearbeiten]

Allgemeines
  • Darrell D. Baker: The Encyclopedia of the Egyptian Pharaohs. Volume I: Predynastic to the Twentieth Dynasty (3300-1069 BC). Bannerstone Press, Oakville 2008, ISBN 978-0977409440, S. 295–297.
  • Peter A. Clayton: Die Pharaonen. Bechtermünz, Augsburg 1995, ISBN 3-8289-0661-3, S. 65-67.
  • Thomas Schneider: Lexikon der Pharaonen. Albatros, Düsseldorf 2002, ISBN 3-491-96053-3, S. 193-195.
  • Joyce Tyldesley: Die Pharaonen. Ägyptens bedeutendste Herrscher in 30 Dynastien. National Geographic Germany, Hamburg 2009, ISBN 978-3-86690-114-8, S. 57-59.
Zum Namen
  • Kurt Sethe: Urkunden des Alten Reiches. Hinrichs, Leipzig 1903, 1913, Band I, S. 114.
  • Kurth Sethe: Die altägyptischen Pyramidentexte. Hinrichs, Leipzig 1908, Spruch Nr. 7, 112, N.
  • W.M.Flinders Petrie: Koptos. London 1896, Tafel V 7.
  • Petrie Museum of Egyptian Archaeologie. University College London, UC 14281.
  • Jürgen von Beckerath: Handbuch der ägyptischen Königsnamen. Deutscher Kunstverlag, München/ Berlin 1984, ISBN 3-422-00832-2, S. 57, 185.
Detailfragen
  • Michel Baud: The Relative Chronology of Dynasties 6 and 8. In: Erik Hornung, Rolf Krauss, David A. Warburton (Hrsg.): Ancient Egyptian Chronology (= Handbook of Oriental studies. Section One. The Near and Middle East. Band 83). Brill, Leiden/Boston 2006, ISBN 978-90-04-11385-5, S. 144–158.
  • Aidan Dodson, Dyan Hilton: The Complete Royal Families of Ancient Egypt. The American University in Cairo Press, London 2004, ISBN 977-424-878-3, S. 70–78.
  • Naguib Kanawati: Governmental Reforms in Old Kingdom Egypt. 1980, S. 62-103.
  • Alessandro Roccati: La littérature historique sous l´Ancien Empire Egyptien. Paris 1982, S. 198-220.
  • Nigel Strudwick: The Administration of Egypt in the Old Kingdom. Kegan Paul, 1985.
  • Laure Pantalacci: Un décret de Pépi II en faveur des gouverneurs de l'oasis de Dakhla [avec 1 planche]. In: Bulletin de ' Institut Francais d´archéologie orientale 85, 1985, S. 245-254.
  • Renate Müller-Wollermann: Krisenfaktoren im ägyptischen Staat des ausgehenden Alten Reichs. 1986.
  • Hans Goedicke: Studien zur altägyptischen Kultur 15. 1988, S. 111-121.
  • Hans Goedicke: The Pepi II Decree from Dakhleh [avec 1 planche]. In: Bulletin de l´Institut Francais d´achéologie orientale 89, 1989, S. 203-212.
  • E. Schott: Das Goldhaus unter König Pepi II. In: Göttinger Miszellen 9, Göttingen 1974, S. 33-38.
  • B. Geiger: Ägypten in der Regierung Pepis II. Zürich 1990.
  • James F. Romano: A Sed-Festival Statuette of Pepy II in the Brooklyn Museum. In: Göttinger Miszellen 120, Göttingen 1991, S. 73-84
  • James F. Romano: Mastabas in Balat. in: Balat I, 1986, II, 1992.
  • Michel Vallogia: Un groupe statuaire découvert dans le mastaba de Pepi-Jma à Balat (avec 4 planches). In: Bulletin de l´Institut Francais d´achéologie orientale 89, 1989, S. 271-282 mit Tafeln 33-35.
  • Jürgen von Beckerath: Chronologie des pharaonischen Ägypten. von Zabern, Mainz 1994, ISBN 3-8053-2310-7, S. 27, 40, 73, 148-152, 188.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Pepi II. – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Jahreszahlen nach Schneider: Lexikon der Pharaonen. Düsseldorf 2002.
  2. Joyce Tyldesley: Die Pharaonen. Ägyptens bedeutendste Herrscher in 30 Dynastien. Hamburg 2009, S. 55 f.
  3. Joyce Tyldesley: Die Pharaonen. Ägyptens bedeutendste Herrscher in 30 Dynastien. Hamburg 2009, S. 56


Vorgänger Amt Nachfolger
Merenre König von Ägypten
6. Dynastie
Nemtiemsaef II.