Perfect Day

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Perfect Day
Lou Reed
Veröffentlichung 1972
Länge 3:46
Autor(en) Lou Reed
Album Transformer
Coverversion
1995 Duran Duran

Perfect Day ist ein Lied von Lou Reed aus dem Jahr 1972. Das Stück war ursprünglich auf dem 1972er Album Transformer enthalten. Es wurde 1973 als B-Seite der Single Walk on the Wild Side veröffentlicht.[1] Produziert wurde es von David Bowie und Mick Ronson. In den 1990er Jahren wurde der Titel erneut populär, nachdem er 1996 im Film Trainspotting – Neue Helden zu hören war und 1997 von der BBC für wohltätige Zwecke neu aufgenommen und veröffentlicht wurde. Reed nahm das Lied für sein 2003er Album The Raven ebenfalls neu auf.

Text[Bearbeiten]

Das Lied stellt die idealisierte Beschreibung eines perfekten Tages dar. Manche Kommentatoren verstehen den Text wegen seiner simplen und romantischen Grundstimmung als eine Anspielung auf Reeds intime Beziehung zu Bettye Kronstadt (seine spätere erste Ehefrau) und seine Probleme mit der eigenen Sexualität, mit Drogen und mit seinem Ego.[2] Andere Kommentatoren sehen den Text als Zeichen von Reeds romantisierter Einstellung zu seiner eigenen Heroinabhängigkeit bzw. als „heroin song“.[3] Kritiker halten dem entgegen, dass Reed seine Abhängigkeit nie verschwiegen habe, weshalb das Lied keine Anspielung darauf enthalten könne.

Eingeschobene Textzeilen wie „You just keep me hanging on“ (‚Du hilfst mir durchzuhalten‘) und „I thought I was someone else, someone good“ (‚Ich dachte, ich wäre jemand anderes, jemand Gutes‘) lassen eine tiefgründigere Bedeutung vermuten. Schließlich stellt sich heraus, dass der beschriebene perfekte Tag nur eine Erinnerung ist. Die am Ende wiederholte Zeile „You're going to reap just what you sow“ (‚Ihr werdet nur das ernten, was ihr gesät habt‘) hat Ähnlichkeit mit dem Brief des Paulus an die Galater 6,7.

Musik[Bearbeiten]

Das Stück steht in der Moll-Tonart und benutzt Töne aus der melodischen und harmonischen Molltonleiter. Die ersten fünf Takte bilden zwei ii-V-I-Folgen (IIm-V-I; die Kleinschreibung bezeichnet Moll, groß Dur), die beide einen Ganzton tiefer enden, sodass die alte I-Tonika die neue zweite (IIm) ist. Allerdings benutzt der zweite Turnaround anstatt des II-Mollakkords den II-Durakkord. Das Schema endet mit einem IVm-V-I (IVm ist die Mollsubdominante), also einer Vollkadenz in Moll, und endet auf der Tonika. Anfänglich klingen die IIm-V-I-Sequenzen wie ein Muster in endlos absteigenden Tonarten (ein typisches Jazz-Motiv), wegen der Terzerhöungen von IIm zu II bleibt das ganze Lied jedoch streng in der Ausgangstonart, verwendet aber Akkorde (wie IVm und IVm), die ihre Töne aus melodischen oder harmonischen Molltonleitern beziehen.

In der Ausgangstonart notiert lautet der Akkordablauf:

Im IV VII III bVI IVm V

Coverversionen[Bearbeiten]

Das Lied wurde von vielen Künstlern gecovert, darunter:

Des Weiteren spielten das Stück zahlreiche Künstler live, beispielsweise Amanda Palmer und Zemfira 2006 und Wolfmother 2008. Coldplay spielte eine Akustikversion auf dem Isle of Wight Festival 2006, nachdem Reed sie nach seinem Auftritt darum bat, weil er vergessen hatte, das Lied zu spielen, wie Sänger Chris Martin erklärte.

Neuveröffentlichung durch die BBC[Bearbeiten]

Die BBC präsentierte das Lied 1997 im Rahmen einer aufwändigen Werbekampagne für Rundfunkgebühren. Dazu wurde ein Werbefilm mit der Musik von Perfect Day gedreht, der im Fernsehen und im Kino lief und in dem neben Lou Reed andere bekannte Künstler wie Elton John, Bono, David Bowie oder Tom Jones zu sehen waren.[4] Bezogen auf die Gebühren endete der Film mit den Worten: „Egal, welcher Musikgeschmack, die BBC und das Fernsehen bedienen ihn. Das ist nur dank der einmaligen Art möglich, wie die BBC dafür von Ihnen bezahlt wird. Sie machen es zu dem, was es ist.“ und war unterlegt mit den sich wiederholenden Worten „Ihr werdet ernten, was ihr gesät habt“, was der Guardian als die „plumpe Botschaft: Unterschreib weiter den Scheck“ bezeichnete.[5] Im Zusammenhang mit den Vorwürfen der kommerziellen Konkurrenz, dass die BBC sehr viel Geld für diesen Film ausgegeben habe, wurde bekannt, dass jeder Künstler einen symbolischen Betrag von £250 für sein Vertrauen in die BBC erhalten hatte.[6]

Aufgrund der öffentlichen Kritik veröffentlichte die BBC am 3. Oktober 1997 das Lied als Single zugunsten der Aktion Children in Need. Jede Textzeile wurde von einem anderen bekannten Künstler gesungen.[7] Die Veröffentlichung enthielt zwei zusätzliche Versionen des Liedes - eine gesungen von weiblichen Künstlern, eine von männlichen. Über die Liste der beteiligten Künstler sagte Lou Reed: „Ich war nie mehr beeindruckt von der Interpretation eines meiner Lieder“.[8] Die BBC produzierte ebenfalls eine Weihnachtsversion des dazugehörigen Musikvideos. In Großbritannien war das Stück drei Wochen Nummer eins der Charts. Es wurden über eine Million Exemplare verkauft, und die Single spielte innerhalb von sechs Jahren £2.125.000 für wohltätige Zwecke ein.[9]

Beteiligte waren neben den Künstlern, die auch in dem Werbespot zu sehen waren (in der Reihenfolge ihres Erscheinens):

Nachfolger[Bearbeiten]

Aufgrund des Erfolges des Musikvideos zu Perfect Day produzierte die BBC zwei weitere Kampagnen. Die erste war im Dezember 1998 unter dem Namen Future Generations eine Kombination aus einer Vielzahl von Prominenten und bekannten Kindersendungen der BBC. Die zweite unter dem Namen Shaggy Dog Story zeigte verschiedene Komiker und Schauspieler, die eine langatmige Geschichte (sog. shaggy dog story) erzählten, für jede Zeile ein anderer Künstler. Eine zweite kürzere Shaggy Dog Story unter dem Titel Mammals vs. Insects wurde am 4. Januar 2000 ausgestrahlt.

Perfect Night 2000[Bearbeiten]

Unter dem Titel A Perfect Night produzierte die BBC 2000 eine Musiksendung, die live im Fernsehen übertragen wurde. Sie endete mit einer Aufführung von Perfect Day. Zur Besetzung gehörten Rolf Harris und am Anfang und am Ende Lou Reed. Obwohl Millionen die Sendung sahen, floppte die Single, die das Ereignis begleiten sollte, in den Charts und erreichte Mitte Juni 2000 Platz 69.[1]

Einzelbelege[Bearbeiten]

  1. a b  Neil Warwick et al.: The complete book of the British charts: singles & albums. Omnibus Press, 2004, ISBN 978-1-844490-58-5, S. 1152.
  2.  Victor Bockris: Transformer: The Lou Reed Story. Simon & Schuster, 1995, ISBN 978-0-684803-66-1.
  3.  Tom Carnwath, Ian Smith: Heroin century. Routledge, 2002, ISBN 978-0-415278-71-3, S. 113.
  4.  Nigel Morgan, Annette Pritchard: Advertising in tourism and leisure. Butterworth-Heinemann, 2001, ISBN 978-0-750654-32-6, S. 203.
  5.  John Mulholland: Such a perfect way to sing the praises of a licence fee; John Mulholland on how Lou Reed's anthem for doomed youth became the ultimate sales gimmick. In: The Guardian. 27. September 1997.
  6.  Christopher Dunkley: Hard sell of the fast cut. In: Financial Times. 1. Oktober 1997.
  7. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatMike J Smith: Line-by-line list of singers Who Sang What on "Perfect Day"? Sixty Years of British Number Ones, abgerufen am 26. Januar 2010 (englisch).
  8. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatChildren to reap what Perfect Day sows. BBC News Online, 21. November 1997, abgerufen am 26. Januar 2010 (englisch).
  9. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatPerfect Day for children. BBC News Online, 12. Oktober 1998, abgerufen am 26. Januar 2010 (englisch).

Weblinks[Bearbeiten]