Perfect World

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Dieser Artikel behandelt den Spielfilm „Perfect World“. Der Artikel zum gleichnamigen MMORPG lautet „Perfect World (Computerspiel)“.
Filmdaten
Deutscher Titel Perfect World
Originaltitel A Perfect World
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1993
Länge 138 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Clint Eastwood
Drehbuch John Lee Hancock
Produktion Clint Eastwood
Mark Johnson
David Valdes
Musik Lennie Niehaus
Kamera Jack N. Green
Schnitt Joel Cox
Ron Spang
Besetzung

Perfect World ist ein US-amerikanischer Spielfilm aus dem Jahre 1993. Die von Clint Eastwood inszenierte Mischung aus Drama, Thriller und Roadmovie spielt in den 1960er-Jahren und thematisiert die Freundschaft zwischen einem Kidnapper und seiner Geisel, einem kleinen Jungen.

Handlung[Bearbeiten]

Die beiden Kriminellen Butch Haynes und Terry Pugh entkommen aus dem Gefängnis in Huntsville. Bei ihrer Flucht durch Texas nehmen sie den achtjährigen Phillip als Geisel. Als sich Pugh an dem Jungen vergehen will, erschießt ihn Haynes und setzt seine Flucht mit Phillip allein fort.

Im gouverneurseigenen Airstream Overlander nimmt der Texas Ranger Red Garnett daraufhin die Verfolgung auf und wird dabei gegen seinen Willen aber auf ausdrücklichen Wunsch des Gouverneurs von der FBI-Kriminologin Sally Gerber sowie dem hitzköpfigen Scharfschützen Bobby Lee begleitet.

Zwischen Phillip und seinem Entführer entwickelt sich mit der Zeit so etwas wie Freundschaft. Bei Butch darf Phillip, dessen Mutter Angehörige der Zeugen Jehovas ist, viele Dinge tun, die ihm seine Religion eigentlich verbietet, beispielsweise sich zu Halloween zu verkleiden. Immer mehr sieht Phillip in Butch einen Vater, da der Vater des Jungen seine Mutter schon lange verlassen hat. Dies ist eine große Gemeinsamkeit zwischen Phillip und Butch, der auch ohne Vater aufwuchs. Schließlich kommt es jedoch zu einer tragischen Kehrtwende. In einer schwarzen Familie, bei der die beiden für eine Nacht unterkommen, dreht Butch durch. Die möglichen Gründe hierfür sind vielfältig, bleiben jedoch nur Spekulationen. Butch hört sich eine Platte an, die ihn an seine Kindheit im Bordell seiner Mutter erinnert, in dem er damals einen Mann erschoss, um seine Mutter zu beschützen. Dann sieht er den Vater der Familie seinen eigenen Sohn schlagen und schlägt ihn schließlich nieder. Butch steigert sich immer weiter hinein, fesselt schließlich die Familie und droht den Vater zu erschießen. Die Familie fängt jedoch an zu beten, woraufhin er sie alle mit Klebeband zum Verstummen bringt. In einem unachtsamen Moment nimmt Phillip sich den Revolver von Butch und schießt ihm in den Bauch. Daraufhin läuft Phillip davon, wirft den Revolver in einen Brunnen und die Autoschlüssel weg. Butch gibt der Familie nun die Möglichkeit sich zu befreien, indem er ihnen ein Messer hinlegt und folgt Phillip schwer verwundet.

Es kommt zum Showdown auf einer Wiese. Es wird klar, dass Butch kein eiskalter Mörder ist, und dass er wahrscheinlich nicht einmal den Vater der schwarzen Familie erschossen hätte. Schließlich sind Butch und Phillip von der Polizei umstellt und Butch möchte Phillip freilassen, sofern seine Mutter, die mittlerweile per Hubschrauber eingeflogen wurde, verspricht, Phillip in Zukunft ungeachtet der Religion alle Freiheiten zu lassen, die andere amerikanische Kinder auch haben. Außerdem steckt Butch Phillip Geld zu und die beiden verabschieden sich. Butch versucht davonzulaufen, während Phillip in Richtung der Polizei und seiner Mutter läuft. Doch Phillip kehrt um und möchte Butch nicht gehen lassen. Red Garnett kommt nun zu den beiden und Butch willigt ein aufzugeben, stellt jedoch noch eine Bedingung. Er wolle Phillip noch etwas geben. Butch greift dann in seine Gesäßtasche, um Phillip die Postkarte zu schenken, die er von seinem Vater aus Alaska bekam – irritiert dadurch aber den Scharfschützen Bobby Lee, der ihn entgegen der Anweisung Red Garnetts erschießt.

Hintergrund[Bearbeiten]

Nachdem Steven Spielberg eine Zeit überlegt hatte, diesen Film zu inszenieren, fiel die Regie schließlich an Clint Eastwood. Dieser wollte eigentlich nur hinter der Kamera stehen, wurde dann aber von Kevin Costner überredet, auch als Darsteller zu agieren. Auch war ursprünglich nicht Costner, sondern Denzel Washington für die Hauptrolle vorgesehen.[1]

Kritiken[Bearbeiten]

„Die krampfhaft motivierte Freundschaft zwischen Kind und Gangster findet weder im Spiel der Darsteller noch bei der hölzernen Regie genügend Rückhalt. Auch ein langgestrecktes, melodramatisches Ende bewahrt den Film nicht vor Unglaubwürdigkeit und Langeweile.“

film-dienst[2]

„Unter der Regie von Eastwood höchstselbst entspinnt sich ein elegisches Drama um Schuld, Sühne und Vater-Sohn-Konflikt, das mit jeder Einstellung an Spannung gewinnt und in einem melodramatischen Finale gipfelt, das die Taschentuchindustrie selbst im Hochsommer in die schwarzen Zahlen katapultieren sollte. Empfehlungen überflüssig – hier kommt eine Nummer Eins.“

VideoWoche

„Ein Film, der von seinen Hauptdarstellern lebt, und an deren Qualität besteht bei den Namen Eastwood und Costner wohl kaum ein Zweifel. Im Vordergrund steht nicht, wie bei manchen Road Movies, die Landschaft, sondern das Mienenspiel der Hauptakteure, das Eastwood in vielen Großaufnahmen hervorhebt. Ein nachdenklicher Film mit einem melancholischen Höhepunkt, den sich Cineasten nicht entgehen lassen sollten.“

Frank Ehrlacher auf moviemaster.de[3]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://german.imdb.com/title/tt0107808/trivia
  2. http://www.kabeleins.de/film_dvd/filmlexikon/ergebnisse/index.php?filmnr=54354
  3. http://www.moviemaster.de/archiv/film/film_1702.htm

Weblinks[Bearbeiten]