Perilex

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Beschaltung von Perilex-Steckvorrichtungen. Die genaue Belegung des Steckers geht aus der Beschriftung innerhalb des Steckers hervor. Von vorn auf die Steckdose gesehen ist die Belegung:
Schutzleiter PE: Mitte
Neutralleiter N: oben links
R (L1): unten links
S (L2): oben rechts
T (L3): unten rechts

Perilex ist der Handelsname für ein zugelassenes und genormtes Drehstrom-Stecksystem.

Es gibt zwei Versionen des Perilex-Stecksystems. Die gebräuchliche 16-Ampere-Version (DIN 49445/46 & ÖNORM E 6610/11) und die wenig verwendete 25-Ampere-Version (DIN 49447/48 & ÖNORM E 6612/13). Die Steckverbinder besitzen einen Schutzleiter (PE), einen Neutralleiter (N) und die drei Außenleiter (L1, L2 und L3; alte Bezeichnungen: R, S, T).

Neben der abgebildeten Reihenfolge (L2, L3, L1, N) existieren noch die Alternativbeschaltungen (L1, L2, L3, N) und (L3, L1, L2, N), die ebenfalls die Forderung des Rechtsdrehsinnes gemäß VDE 0100 erfüllen: „Drehstromsteckdosen müssen so angeschlossen werden, dass sich ein Rechtsdrehfeld ergibt, wenn man die Steckbuchsen von vorn im Uhrzeigersinn betrachtet“.

Der Steckkontakt für den Schutzleiter ist voreilend, das heißt beim Einstecken des Steckers in die Buchse kontaktiert der Schutzleiter sicher als Erster vor allen anderen Leitern. Zur Unterscheidung der beiden Versionen ist bei der 16-Ampere-Version der Schutzleiterkontakt waagerecht, bei der 25-Ampere-Version hingegen senkrecht angebracht.

Verbreitung erfuhr die Perilex-Steckdose Anfang der 1960er-Jahre in der BRD. In den letzten Jahren trat dieses System jedoch in den Hintergrund. Darüber hinaus gab es mit den metallenen Steckern nach den zurückgezogenen DIN 49450 / DIN 49451 ein völlig anderes System (Flachsteckvorrichtung), bei der vier Stifte (drei Phasen und ein Nullleiter) in Reihe lagen und die Drehrichtung durch eine Nase am Kragen gesichert wurde.[1] Während das Altsystem 1975 in der BRD verboten wurde, existierte der alte Kragenstecker in der DDR noch länger – existierende Anlagen mussten bis 1998 von Flachstecker auf die CEE-Rundstecker umgerüstet werden.[2] Heute werden Maschinen zumeist mit dem CEE-Drehstromsteckverbinder nach IEC 60309 angeschlossen, da dieser in weiten Teilen Europas verbreitet ist.

Die Einsatzgebiete des Perilex-Stecksystems beschränken sich auf Kleingewerbebetriebe (Bäckereien, Küchen, usw.), das Gesundheitswesen (Krankenhäuser, Labore) und Privathaushalte. In der Industrie und im Baugewerbe hat sich das System nicht durchgesetzt, da die dort verbreiteten CEE-Steckverbinder robuster als die Perilex-Steckverbinder sind und sie im Gegensatz zu den Perilex-Steckverbindern auch für den mittelfristigen Betrieb im Freien zugelassen sind. Seit dem 1. Januar 1975 dürfen Perilex-Steckverbinder nicht mehr in der Industrie neu installiert werden, wohl aber weiterhin in Haushalten, Krankenhäusern und Kleingewerbebetrieben. Im Vergleich zum CEE-System sind die Vorteile des Perilex-Systems die kompaktere Bauweise und die leichtere Reinigung.

Normen[Bearbeiten]

  • 16-A-Dose
    • DIN 49445:1991-10 Dreipolige Steckdosen mit N- und mit Schutzkontakt 16 A AC 400/230 V; Hauptmaße (ehemals unter: Dreipolige Steckdosen mit Mp- und mit Schutzkontakt, 16 A, 380/220 V∼; Hauptmaße) Vorgänger: DIN 49445:1971-12, DIN 49445:1986-04
    • ÖNORM E 6610:1991-01 Dreipolige Steckdosen mit N- und mit Schutzkontakt; Hauptmaße; 16 A, Wechselstrom 220/380 V; 16 A, Wechselstrom 230/400 V, Hauptmaße, stimmt inhaltlich mit DIN 49445:1986-04 überein; Vorgänger: ÖNORM DIN 49445:1976-06, ÖNORM E 6610:1986-11, ÖNORM E 6610:1987-08
  • 16-A-Stecker
    • DIN 49446:1999-10 Dreipoliger Stecker mit N- und mit Schutzkontakt AC 400/230 V 16 A - Hauptmaße (ehemals unter: Dreipoliger Stecker mit Mp- und mit Schutzkontakt, 16 A, 380/220 V∼; Hauptmaße); Vorgänger: DIN 49446:1969-10, DIN 49446:1986-04, DIN 49446:1991-10
    • ÖNORM E 6611:1991-01 Dreipolige Stecker mit N- und mit Schutzkontakt; Hauptmaße; 16 A, Wechselstrom 220/380 V; 16 A, Wechselstrom 230/400 V, Hauptmaße; stimmt inhaltlich mit DIN 49446:1986-04 überein; Vorgänger: ÖNORM DIN 49445:1976-06, ÖNORM E 6610:1986-11, ÖNORM E 6610:1987-08; Entwurf: ÖVE/ÖNORM E 6611:2001-05
  • 25-A-Dose
    • DIN 49447:1991-10 Dreipolige Steckdosen mit N- und mit Schutzkontakt 25 A AC 400/230 V; Hauptmaße (ehemals: Dreipolige Steckdosen mit Mp- und mit Schutzkontakt, 25 A, 380/220 V∼; Hauptmaße); Vorgänger: DIN 49447:1971-12, DIN 49447:1986-04
    • ÖNORM E 6612:1991-01 Dreipolige Steckdosen mit N- und mit Schutzkontakt; Hauptmaße; 25 A, Wechselstrom 220/380 V; 25 A, Wechselstrom 230/400 V; stimmt inhaltlich mit DIN 49447:1986-04 überein; Vorgänger: ÖNORM DIN 49447:1976-06, ÖNORM E 6612:1986-11, ÖNORM E 6612:1987-08
  • 25 A Stecker
    • DIN 49448:1991-10 Dreipoliger Stecker mit N- und mit Schutzkontakt 25 A AC 380/220 V; Hauptmaße (ehemals: Dreipoliger Stecker mit Mp- und mit Schutzkontakt, 25 A, 380/220 V∼; Hauptmaße); Vorgänger: DIN 49448:1969-10, DIN 49448:1986-04
    • ÖNORM E 6613:1991-01 Dreipolige Steckdosen mit N- und mit Schutzkontakt; Hauptmaße; 25 A, Wechselstrom 220/380 V; 25 A, Wechselstrom 230/400 V; stimmt inhaltlich mit DIN 49448:1986-04 überein; Vorgänger: ÖNORM DIN 49448:1976-06, ÖNORM E 6613:1986-11, ÖNORM E 6613:1987-08
  • 16-A- und 25-A-Gerätedose
    • DIN 49073:2007-09 & DIN 49073 Berichtigung 1:2010-02[3] Gerätedosen aus Metall und Isolierstoff zum versenkten Einbau zur Aufnahme von Installationsgeräten bis 16 A 250 V und Steckdosen nach DIN 49445, DIN 49447 und DIN EN 60309-2 (VDE 0623-20) bis 32 A 690 V – Hauptmaße
    • Ö: Es muss in eine 70-mm-Standard-Dose passen

Quellen[Bearbeiten]

  1. Bild metallener Stecker nach DIN 49450 / DIN 49451
  2. BGV A3: Elektrische Anlagen und Betriebsmittel (PDF; 660 kB) BG-Vorschriften / Unfallverhütungsvorschriften. 1. März 1979. Abgerufen am 1. September 2011: „Umstellen von Drehstromsteckvorrichtungen nach der alten Norm DIN 49450/49451 (Flachsteckvorrichtung) auf das Rundsteckvorrichtungssystem nach DIN 49462/49463 bis zum 31. Dezember 1997“
  3. Die Anforderung an eine Leitungsrückhaltung wurde geändert.