Perilla

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Perilla
Perilla-Blätter (Perilla frutescens)

Perilla-Blätter (Perilla frutescens)

Systematik
Euasteriden I
Ordnung: Lippenblütlerartige (Lamiales)
Familie: Lippenblütler (Lamiaceae)
Unterfamilie: Nepetoideae
Gattung: Perilla
Art: Perilla
Wissenschaftlicher Name
Perilla frutescens
(L.) Britton

Perilla (Perilla frutescens), auch Shiso (jap. シソ, 紫蘇), Kkaennip (kor. 깻잎, [k͈ɛɲɲip]), Sesamblatt oder ungenau Schwarznessel, irreführend auch Wilder Sesam[1] genannt, ist eine meist als monotypisch angesehene Gattung aus der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Seine Blätter und Samen werden zu Würz- und Heilzwecken genutzt. Diese Pflanzenart gedeiht besonders in sonnigen oder halbschattigen Lagen, kann im Garten problemlos kultiviert werden und hat einen hohen Zierwert.

Vorkommen[Bearbeiten]

Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet dieser Pflanzenart ist nicht bekannt. Als mutmaßliche Herkunftsregionen werden die Bergketten in Indien und China diskutiert. Heutzutage kommt sie in Ostasien, Südostasien und Südasien vor. Sie wird verbreitet in Gärten kultiviert und wächst wild auf Brachland.

Beschreibung[Bearbeiten]

Perilla frutescens, Detail des Blütenstandes mit Verzweigungen in den Knoten.

Es handelt sich um einjährige krautige Pflanzen, die in gemäßigten Klimata meist Wuchshöhen zwischen 30 cm und 60 cm erreichen, aber auch deutlich größer werden können. Die Pflanzen sind grün bis dunkelpurpurn und kurz und rau bis zottig behaart. Die einfachen, breit ovalen bis rundlichen Laubblätter sind stark gezähnt und in eine kurze bis lange Spitze ausgezogen.

Charakteristisch sind die end- und seitenständigen Blütenstände. Deren Scheinquirlen sind zweiblütig, allerdings stehen in den Knoten einseitswendig Seitenzweige mit weiteren, oft gedrängten Blütenwirteln. Die Blütenstand ist insgesamt zottig behaart. Die Tragblätter sind etwa 4 mm lang und breit.

Die zwittrige, zygomorphe Blüte ist fünfzählig. Die fünf Kelchblätter sind glockenförmig verwachsen. Die Oberlippe des Kelches ist dreilappig, wobei der Mittellappen kleiner ist. Die Unterlippe ist zweilappig. Die Lappen sind lanzettlich. Während der Fruchtreife vergrößert sich der Kelch und schwillt einseitig an. Die 3 bis 4 mm lange Krone ist weiß bis purpurrot. Ihre Oberlippe ist vorne stumpf bis seicht ausgerandet. Die Unterlippe ist dreilappig, wobei die beiden Seitenlappen etwas kleiner sind und seitlich stehen. Die vier Staubblätter sind ungefähr gleich lang. Der Griffel überragt die Kronröhre nicht.

Inhaltsstoffe[Bearbeiten]

Strukturformel: Perillaaldehyd

Aus den Samen der Pflanze wird das Perillaöl gewonnen; das Oxim des Bestandteils Perillaaldehyd wird als Süßstoff Perillartin verwendet. Der Samen hat einen hohen Linolen- und Linolsäuregehalt.[2]

Weitere Inhaltsstoffe von Perilla sind Gerbstoffe (u.a. Rosmarinsäure und Kaffeesäure) sowie verschiedene Flavone (u.a. Luteolin). Die Varietät Purpurascens ist zudem reich an Anthocyanen.

Verwendung und Wirkung[Bearbeiten]

Das Aroma von Perilla oder Shiso, wie es in der japanischen Küche genannt wird, ist leicht minzig. Frische und eingelegte Blätter und Samen würzen japanische Gerichte wie Sushi und Tempura. Für Umeboshi sind sie gar unverzichtbar.

In der koreanischen Küche werden die Blätter (kkaennip 깻잎 [k͈ɛɲɲip]) frisch als Salat gegessen, oder man verwendet sie als Beilage, wofür sie in salzig-scharfe Gewürze eingelegt werden. Das aus den Samen durch Pressen gewonnene Öl wird in Ostasien als Speiseöl oder Gewürz verwendet.

Zwischen den einzelnen Varietäten roter Shiso (Varietät Purpurascens) und grüner Shiso (Varietät Crispa) sind zum Teil deutliche Geschmacksunterschiede feststellbar. Der rote Shiso hat eine deutliche Anis und Minznote, wohingegen der grüne Shiso eine mehr nach Zitrone schmeckende Note aufweist.

Das Kraut (Absud) wirkt krampflösend, abführend und schleimlösend sowie gegen Übelkeit und Erkältungen. Das Öl wird vor allem wegen seiner gesundheitlichen Wirkungen geschätzt. Da es zu den trocknenden Ölen gehört, wird es auch ähnlich wie Leinöl in der Technik eingesetzt.

Systematik[Bearbeiten]

Perilla frutescens, rotblättrige Form.
Zum Einlegen präparierte Perillablätter für koreanische Küche.
Perilla, angebaut in Naganeupsong, Jeollanamdo, Korea.

Perilla frutescens wurde zuerst von Linné als Ocimum frutescens beschrieben. Im Laufe der Zeit kamen weitere Synonyme auf: Dentidia nankinensis Lour., Perilla arguta Benth., Perilla nankinensis (Lour.) Decne., Perilla ocymoides L..

Ein Grund für die Existenz vieler Synonyme ist, dass nach wie vor unklar ist, ob die Gattung nur aus der Art Perilla frutescens und ihren Varietäten besteht oder ob diese als eigene Arten zu werten sind. Als Unterscheidungsmerkmale werden hierfür hauptsächlich die Zähnung, Form und Oberfläche der Blätter sowie die Form und Behaarung der Tragblätter und des Kelches herangezogen. Weiterhin gibt es diploide und tetraploide Gruppen von Pflanzen. Eine Klärung der Systematik wird allerdings durch die vielen Kultursorten erschwert.

Es gibt mehrere Varietäten:

  • Perilla frutescens var. crispa (Bentham) Deane ex Bailey
  • Perilla frutescens (L.) Britton var. frutescens
  • Perilla frutescens var. purpurascens (Hayata) H.W.Li

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Perilla (Perilla frutescens (L.) Britton) Gernot Katzers Gewürzseiten, vormals bei der Universität Graz.
  2. Perillaöl. In: Römpp Online. Georg Thieme Verlag, abgerufen am 3. Januar 2012.

Weblinks[Bearbeiten]