Periode (Satz)

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Die Periode ist ein vielfach zusammengesetzter langer Satz, von dessen Teilsätzen mindestens einer als Haupt-, die übrigen als Nebensätze fungieren. Kennzeichnend für die Periode ist eine kunstvoll gestaltete Konstruktion, die von großer sprachlicher Fähigkeit und hohem Grad der Sprachbeherrschung zeugt. Zur Bildung dieser komplizierten Satzstruktur, die sich zur Wiedergabe schwieriger Gedankengänge oder zur detaillierten Schilderung von Vorgängen und Zuständen gut eignet, gibt es vielfache Möglichkeiten. Der Nachteil der Periode besteht darin, dass sie den ungeübten Leser schnell ermüdet. Hierzu folgendes Beispiel:

Die Frau kam mit ihrem Wirtschaftsgeld nie aus und litt ständig unter Geldknappheit, teils weil die Einkünfte ihres Mannes nur gering waren, teils aber auch, weil sie verschwenderisch war, und weil sie eines Tages wieder Geld brauchte, um sich Leckereien kaufen zu können, kam sie auf den, wie ihr schien, klugen Gedanken, heimlich den Schinken zu verkaufen und, damit der Mann, wenn er abends heimkäme, nichts merkte, einen Baumstumpf von annähernd gleicher Größe in den Beutel zu stecken, so dass er prall und gefüllt dahing, wie wenn der Schinken noch darin wäre.