Perkussionsschloss

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Perkussionsschloss der Le Page in Laderast

Das Perkussionsschloss (von lateinisch percutere - schlagen) ist ein Mechanismus, der der Auslösung des Schusses bei Feuerwaffen dient.

Das Perkussionsschloss wird vor dem Schießen mit einer schlagempfindlichen Anzündladung (meist ein Anzündhütchen) bestückt. Beim Betätigen des Abzuges schlägt ein Hahn, der vor dem Schuss gespannt wird, auf die Anzündladung, die dann die Treibladung entzündet, worauf der Schuss bricht.

Der Vorläufer des Perkussionsschlosses war das Steinschloss, dessen Grundkonstruktion das Perkussionsschloss übernahm.

Eine der frühesten Konstruktionen eines Perkussionsschlosses stammt von Alexander John Forsyth, der sich seinen Entwurf 1807 patentieren ließ. Dieses Schloss besaß anstelle eines Zündhütchens ein waagerecht drehbares Magazin mit schlagempfindlichem Explosivstoff. Bei jeder Drehung gelangte eine bestimmte Menge des Pulvers in die Zündpfanne und wurde bei der Schussauslösung durch den Hahn entzündet.

Bei späteren Konstruktionen kamen Zündkapseln in Form von Kügelchen, Pillen oder Papierstreifen (ähnlich einem Zündplättchen) zum Einsatz.

In den Jahren 1814 bis 1816 ließen sich mehrere Erfinder kupferne Zündhütchen patentieren, die bei den bis heute im Sport- und Traditionsschießen verwendeten Perkussionswaffen hauptsächlich benutzt werden. Diese Zündhütchen werden vor dem Schuss auf einen hohlen Stift (Piston) gesteckt und beim Abschlagen des Hahnes gezündet.

Das Perkussionsschloss ist unempfindlicher gegen Witterungseinflüsse und versagte generell seltener als seine Vorläufer. Deshalb setzte es sich schnell bei Militär- und Zivilwaffen durch. Es wurde wiederum ab Mitte des 19. Jahrhunderts durch das Zündnadelgewehr abgelöst.

Literatur[Bearbeiten]

Jaroslav Lugs, Handfeuerwaffen, Militärverlag der DDR, ISBN 3-327-00032-8