Perlit (Gestein)

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Perlit (vulkanisches Glas) mit weißem, pudrigem Aussehen

Perlit (englisch: perlite) bezeichnet in den Geowissenschaften ein alteriertes (chemisch und physikalisch umgewandeltes) vulkanisches Glas (Obsidian) und zählt damit zu den Gesteinen. Er wird zu vielen Zwecken, etwa im Baugewerbe, als Rohstoff eingesetzt.

Natürliches Vorkommen[Bearbeiten]

Der harte Obsidian wird im Verlaufe der Umwandlung durch kleine Risse in etwa erbsengroße Glaskügelchen oder -scherben zerlegt und zeigt dann die typische perlitische Struktur.[1] Durch Zutritt von Wasser entlang der Risse setzt eine Entglasung ein, dabei bilden sich aus dem amorphen Glas mikroskopisch kleine Kristalle von Quarz, Cristobalit und Feldspat. Im fortgeschrittenen Stadium der Umwandlung entsteht ein Lockergestein von bläulichgrüner, bräunlicher oder grauer Farbe.

Die Natur selbst sorgt mit Vulkanaktivitäten für dauernden Nachschub, daher kann Perlit als unerschöpflicher Rohstoff bezeichnet werden. Die daraus gewonnenen Produkte sind problemlos der Natur rückführbar (z.B. zur Bodenverbesserung für Gärtnerei, Landwirtschaft und Kompostierung, außerdem Belüftung und Feuchtigkeitsregulierung).[2]

Eigenschaften und Verwendung[Bearbeiten]

Perlit enthält bis zu 2 % Wasser und hat eine Dichte von etwa 900 bis 1000 kg/m³ (Schüttdichte des Rohperlit). Durch Glühen auf ca. 800 °C bis 1000 °C bläht sich Perlit auf das fünfzehn- bis zwanzigfache seines Ursprungsvolumens auf und hat dann eine Schüttdichte von 50 bis 100 kg/m³ und eine Wärmeleitfähigkeit von λ = 0,040 bis 0,070 W/mK.[3]

Perlit, roh oder aufgebläht, wird unter anderem in Form von silikonimprägnierten Perlen mit etwa fünf Millimetern Durchmesser zur Wärmedämmung zum Beispiel als Schüttung im Wohnungsbau hauptsächlich in Decken bzw. Fußböden und als Kerndämmung verwendet. Außerdem dient es als Brandschutz. Eine nicht unerhebliche Verwendung findet Blähperlit als Füll- und Zuschlagstoff in der Baustoffindustrie zur Herstellung von Farben, Lacken, Putze und Trockenmörtel.

In der Getränkemittelherstellung greift man auf Blähperlit als Filterhilfsmittel zurück.

In der Schifffahrt verwendet man Perlit beim Bau von Flüssiggastankern zur Tankisolierung. Der Perlit ist mit Silikon imprägniert, um die Aufnahme von Wasser weitestgehend zu verhindern.

Als Isoliermaterial verwendet man Perlit in der Kältetechnik. Ein Beispiel hierfür ist die Füllung von Kältekammern bei Luftzerlegungsanlagen.

Im Gartenbau dient er als steriles Aussaatsubstrat oder als Zusatzstoff für Blumenerde, der vor zu starker Verdichtung schützt und damit die Luftdurchlässigkeit verbessert.

Bei der Stahlherstellung dient Perlit als Schlackebinder.

Eine relativ neue Anwendung von Perlit findet sich in der Herstellung von Anti-Transpirant Sprays.

Er wird auch in Spezialzahnpasten zur Entfernung von Ablagerungen und Verfärbungen verwendet.[4]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Walter Maresch, Olaf Medenbach: Gesteine. Neue, bearbeitete Sonderausgabe. Mosaik-Verlag, München 1987, ISBN 3-576-10699-5, S. 90.
  2. Stauss-Perlite GmbH - Ursprung und Herstellung
  3. Knauf Perlite - Physikalische Eigenschaften von Perlit in rohem und geblähtem Zustand
  4. pharmawiki - Perlit

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Perlit – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien