Peroz von Persien

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Peroz (persisch: پیروز Pīrūz [piːˈruːz], „der Siegreiche“) war ein persischer Kronprinz, Sohn des letzten sassanidischen Großkönigs Yazdegerd III. und Bruder des Prinzen Bahram. Er verstarb im Exil am chinesischen Kaiserhof.

Leben[Bearbeiten]

Nachdem die Araber 636 in das Perserreich eingebrochen waren und den Sassaniden bereits in der Schlacht von Kadesia eine empfindliche Niederlage zugefügt hatten, wurde 638 eine persische Delegation an den Hof der Tang-Kaiser entsandt, die chinesische Unterstützung gegen die Araber erbitten sollte. Der Kaiser Taizong lehnte dies jedoch ab. 661 bat Peroz die Chinesen erneut um Unterstützung, was wieder abgelehnt wurde. Peroz hielt in dieser Zeit wohl in Sistan einen letzten Rest von persischer Herrschaft aufrecht. Er ließ Münzen prägen und wurde von chinesischer Seite anscheinend auch als Herrscher anerkannt. Er wurde von den Arabern um 663 endgültig zur Flucht gezwungen und durfte in der chinesischen Hauptstadt Chang'an einen Exilhof etablieren. Der Tang-Kaiser Gaozong nahm Peroz freundlich auf.[1] Peroz erhielt auch die Erlaubnis, einen persischen Tempel zu errichten. Es ist unklar, ob es sich dabei um einen Feuertempel oder vielleicht um eine christliche Kirche gehandelt hat, da zahlreiche Anhänger von Peroz anscheinend Christen waren und er angeblich auch eine Christin geheiratet hatte.

677 entsandte der Tang-Kaiser doch noch eine Streitmacht gegen die Araber, um Peroz an die Macht zu verhelfen, doch scheiterte das Unternehmen: Das Heer kam nur bis Kucha. Anschließend lebte Peroz in Chang'an bis zu seinem Tod. Er selbst und später sein Sohn Narseh wurden vom chinesischen Kaiser zum Gouverneur von Iran ernannt. Auch eine größere persische Minderheit verblieb in Chang'an und ist noch bis ins 9. Jahrhundert nachweisbar.

Die Erwähnung in chinesischen Quellen (Jiu Tang-shu [Alte Geschichte der Tang] bzw. Xin Tang-shu [Neue Geschichte der Tang], wobei die letztere Quelle die erstere in diesem Punkt korrigiert), dass Peroz zu den Türken flüchtete, mit ihrer Hilfe gegen die Araber kämpfte und erst später nach Chang’an ging, ist nicht ganz klar einzuordnen; vielleicht bezieht sich dies auf eine andere Person.[2] Peroz’ Sohn Narseh versuchte offenbar, die Türken gegen die Araber zu mobilisieren. Es scheint so, dass noch Jahre nach der Eroberung des Sassanidenreichs die im Exil lebenden Perser Hoffnung hatten, wenigstens im östlichen Iran die arabische Herrschaft zu beseitigen, was letztendlich nicht gelang.

Literatur[Bearbeiten]

  • Matteo Compareti: The last Sasanians in China. In: Eurasian Studies 2/2, 2003, S. 197–213.
  • Denis C. Twitchett, John K. Fairbank (Hrsg.): The Cambridge History of China. Bd. 3 (Sui and T’ang China, 589–906 AD), Cambridge 1979, S. 280.
  • Ehsan Yarshater (Hrsg.): The Cambridge History of Iran. Bd. 3, Cambridge 1983, S. 176f. und 547.

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Allgemein dazu siehe Matteo Compareti: The last Sasanians in China. In: Eurasian Studies 2/2, 2003, S. 197–213.
  2. Vgl. Yarshater (Hrsg.), Cambridge History of Iran, Bd. 3. Cambridge 1983, S. 176, 547.