Persönliche Rufnummer

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Eine Persönliche Rufnummer bezeichnet eine Telefonnummer, die nicht einem bestimmten Anschluss oder Ort zugeordnet ist, sondern die flexibel an beliebige Anschlüsse weitergeleitet werden kann. Damit kann der Inhaber beispielsweise tagsüber und abends unter derselben Telefonnummer erreichbar sein, obwohl er den Anruf an unterschiedlichen Orten entgegennimmt. Ebenso bleibt die Telefonnummer auch längerfristig, zum Beispiel nach Umzügen, dieselbe. Daher wird sie auch als „persönliche Rufnummer fürs Leben“ beworben.

Situation in Deutschland[Bearbeiten]

In Deutschland werden Telefonnummern mit der Vorwahl 0700 verwendet. Eine 0700-Rufnummer kann von der Bundesnetzagentur auf Anfrage an Privatpersonen und juristische Personen gegen eine einmalige Gebühr vergeben werden. Der Antragsteller kann die achtstellige Nummer frei unter den nicht vergebenen Nummern auswählen und daher auch eine Rufnummer für die Buchstabenwahl („Vanity-Rufnummer“) erhalten. Es handelt sich also um eine persönliche, lebenslang gültige und im Eigentum des Inhabers befindliche Rufnummer. Sie ist zunächst nicht mit einem Anschluss verknüpft. Die Zuordnung zu einem Anschluss muss auf Antrag des Nummerninhabers von einer Telefongesellschaft vorgenommen werden, die dafür in der Regel eine monatliche Gebühr erhebt. Anrufe an die 0700-Nummer werden dann an den oder die zugeordneten Anschluss/Anschlüsse weitergeleitet. Die zugeordneten Anschlüsse kann der Rufnummerninhaber jederzeit ändern, auf völlig beliebige Ziele im In- und Ausland, im Fest- und Mobilfunknetz („Routing“). Der Inhaber kann das „Routing“ auch so steuern, dass nacheinander beliebige Anschlüsse angesprochen werden, so dass seine Erreichbarkeit im Vergleich beispielsweise zu einer einfachen Festnetznummer sehr hoch ist. Der Anrufer merkt dies währenddessen nicht, er hört das gewöhnliche Freizeichen.

Das Informationsportal teltarif.de kritisiert, dass die Nummern insbesondere aus dem Ausland teilweise noch nicht erreichbar seien.

Das Verfügungsrecht über eine 0700-Nummer bleibt in jedem Fall beim Inhaber und geht nicht auf die Telefongesellschaft über. Wenn eine 0700-Nummer für eine gewisse Zeit nicht genutzt wird – also keinem Anschluss zugeordnet ist –, kann die Netzagentur sie einziehen und neu vergeben.

Gesprächsgebühren zu 0700-Nummern werden von den Telefongesellschaften individuell festgelegt. Die Deutsche Telekom AG berechnet derzeit bei Anrufen aus ihrem Festnetz zu 0700-Nummern 12,6 Cent pro Minute (Mo–Fr 9–18 Uhr) bzw. 6,3 Cent pro Minute (übrige Zeit, Sa+So ganztägig, Stand: 07/2012). Kabel Deutschland-Kunden werden ganztägig 14 Cent pro Minute in Rechnung gestellt. Je nach Mobilfunktarif können 0700-Nummern teurer oder günstiger als Anrufe zu Mobilfunkanschlüssen sein, sie sind aber als Sonderrufnummern aus gängigen Pauschaltarifen ausgeschlossen. Der Grund dafür ist neben dem Geschäftsmodell der Telefongesellschaft auch ein erhöhtes Terminierungsentgelt für diese Rufnummerngasse, aus dem zumindest die Weiterleitung an Festnetzanschlüssen im Inland refinanziert werden muss.

Derzeit sind Persönliche Rufnummern von der Preisregulierung (ähnlich bei 0180-Nummern) ausgenommen. Die Bundesnetzagentur prüft jedoch eine Regulierung, die dann für mehr Transparenz sorgen wird (Stand: 07/2012).

Die Nummerierungslänge beträgt in Deutschland 11 Ziffern, ohne die 0. Also: 700 (3 Ziffern) + xxxxxxxx (8 Ziffern) = 11 Ziffern

Alternative Dienste[Bearbeiten]

Da die persönliche Rufnummer mit erheblichen Kosten verbunden ist (Zuteilung und Einrichtung als Einmalkosten, dazu oft monatliche Grundgebühren), ist die 0700-Rufnummerngasse bisher nur begrenzt erfolgreich. Es gibt zwar keine alternativen Dienste mit vergleichbaren Merkmalen, für viele Zwecke, wo die Weiterleitung an unterschiedliche Standorte im Vordergrund steht, steht aber mit Internettelefonie ein ausreichender Ersatz zur Verfügung. Die Gebühren variieren, Basisleistungen sind oft kostenlos.

Viele Internettelefonieanbieter ermöglichen ebenfalls Weiterleitungen an beliebige Ziele, teilweise auch ins Ausland. Die Weiterleitungen lassen sich jedoch weniger differenziert einrichten. Die Weiterleitung an Festnetzanschlüsse ist meist kostenpflichtig, allerdings lassen sich die meisten Internettelefonanschlüsse ortsunabhängig in Verbindung mit einem beliebigen Internetzugang nutzen („nomadische Nutzung“), eine reguläre Weiterleitung entfällt dann. Die Kosten für die Weiterleitung an Mobilfunkanschlüsse sind mit denen der 0700-Anschlüsse vergleichbar. Einige Anbieter ermöglichen die Anmeldung mehrerer Geräte unter einem Nutzerkonto (Parallelruf). Dem Anrufer werden in der Regel Gebühren zum Festnetztarif (Ortsrufnummer) berechnet. Bei einigen Anbietern stehen mit 032 auch ortsunabhängige Internet-Rufnummern zur Verfügung, die aber hinsichtlich Routing und Tarifierung nachteilig sind.

Auch verschiedene Mobilfunkanbieter ermöglichen die Weiterleitung an externe Festnetz- oder Mobilfunknummern. Mit Sipgate One war weiterhin ein Mobilfunkprodukt verfügbar, das kostenlos und parallel an jeweils einen Festnetz-, Mobilfunk- und Skype-Anschluss weiterleitete. Der Dienst wurde noch während der Betaphase eingestellt.

Persönliche Rufnummern in anderen Ländern[Bearbeiten]

  • Weltweit persönliche Rufnummern: +878
  • In der Schweiz betrieb Swisscom von 1998 bis 2001 die Dienstleistung OneNumber (Vorwahl 0878). Diese Dienstleistung ist von der FirstCom Group GmbH übernommen worden.
  • Eingestellt: europaweit persönliche Rufnummern im Europäischen Telefonnummerierungsraum (+3883-7-XXX-XXX-XXX)

Weblinks[Bearbeiten]