Pertinax (Werkstoff)

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Elektrische Leiterplatte aus Phenolharz

Pertinax ist der Markenname für einen Faserverbundwerkstoff aus Papier und einem Phenol-Formaldehyd-Kunstharz (Phenoplast). Dieses sogenannte Hartpapier wird in der Elektrotechnik und in der Elektronik als Isolierstoff und isolierendes Trägermaterial für elektronische Bauteile und gedruckte Schaltungen verwendet, vorwiegend in Form von Leiterplatten (Platinen). Die Dichte von Pertinax beträgt ca. 1,35–1,36 g/cm3.

Aus Pertinax (siehe auch Hartgewebe) verdunsten immer geringe Mengen von Phenol und Formaldehyd, was nicht nur einen strengen Geruch erzeugt, sondern auch bei der mechanischen Bearbeitung ein Gesundheitsrisiko darstellt.

Kennzeichnungen von Leiterplatten-Basismaterialien:
FR1 = Phenolharz + Papier (billige Sorte)
FR2 = Phenolharz + Papier (Standardqualität)

Als Nachfolgeprodukt für Pertinax sowie für hochwertigere Anwendungen wird oft Epoxid-Kunstharz verwendet:

FR3 = Epoxidharz + Papier
FR4 = Epoxidharz + Glasfasergewebe
FR5 = Epoxidharz + Glasfasergewebe (wärmebeständiger)

FR steht für flame retardant (flammhemmend).

Glasfasergewebe hat den Nachteil, dass einerseits beim Bohren feiner Glasstaub entsteht, der gesundheitsgefährlich sein kann, und andererseits Werkzeuge schneller verschleißen. Die Bearbeitung erfolgt daher mit Hartmetall- oder Diamant-Werkzeugen.

Glasfaser-Phenolharz-Faserverbundwerkstoffe werden auch für Hitzeschilde verwendet, da sie bei extremer thermischer Belastung eine schützende Koksschicht ausbilden.

Karosserieteile des DDR-Automobils Trabant bestehen aus Phenolharz und losen Baumwollfasern.

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