Perversion
| Klassifikation nach ICD-10 | ||
|---|---|---|
| F65.0 | Fetischismus | |
| F65.2 | Exhibitionismus | |
| F65.3 | Voyeurismus (Störung der Sexualpräferenz) | |
| F65.4 | Pädophilie | |
| F65.5 | Sadismus (Störung der Sexualpräferenz) | |
| F65.5 | Masochismus (Störung der Sexualpräferenz) | |
| F65.8 | Nekrophilie (Sonstige Störungen der Sexualpräferenz) | |
| ICD-10 online (WHO-Version 2013) | ||
Perversion, (lat. perversio „Verdrehung, Umkehrung“) bezeichnet eine, häufig im Bereich des Trieb- und Sexualverhaltens, den vorherrschenden Moralvorstellungen widersprechende stehende Eigenschaft oder Handlung. Heute wird es auch als Schimpfwort für befremdendes Verhalten benutzt.
Im Sinne von „sexueller Perversion“ wird heute der wertneutrale Begriff Paraphilie für eine Störung der Sexualpräferenz verwendet. „Perversion“ findet sexualwissenschaftlich weiterhin in der Psychoanalyse Verwendung.
Einordnung[Bearbeiten]
In der Psychoanalyse steht der Begriff für ein sexuelles Bedürfnis und die daraus hervorgehenden Verhaltensweisen. Diese weichen von dem durchschnittlichen Geschlechtsleben ab. Vor allem dadurch, dass die Personen im Grunde keine Partnerschaft anstreben, sondern lediglich ihren Sexualtrieb befriedigende Reize suchen. Dabei ist oft das Sexualziel nicht der Geschlechtsverkehr, sondern andere Handlungen.
Auch Menschen, die zum Beispiel Kinder, Leichen, Tiere oder Gegenstände begehren, gelten als pervers. Im Allgemeinen (auch in der ICD-10-Klassifikation) werden folgende Varianten unterschieden:
Früher wurden auch homoerotische Handlungen als pervers eingestuft, unter anderem, weil man die Existenz von partnerschaftlichen Liebesbeziehungen unter Homosexuellen in Abrede stellte.
Alle Versuche, die Ursachen der Perversion somatisch oder psychologisch zu erklären, blieben unbefriedigend, ebenso getätigte Therapieversuche. Die gängige Auffassung löst sich immer mehr von moralisierender oder pathologischer Einschätzung der Perversion und bevorzugt den wertfreien Terminus Deviation (lat. deviatio: Abweichung), zumal die Perversion auch bei sonst völlig intakten Persönlichkeiten zu finden ist.
Literatur[Bearbeiten]
- Benvenuto, Sergio: Perversionen. Sexualität, Ethik und Psychoanalyse, Turia & Kant 2009, ISBN 978-3-85132-549-2
- Bonelli, Raphael: Wiener Fachtagung Internetsexsucht Wien, 24. April 2010: Pathologie der Sexualität (Video).
- Chasseguet-Smirgel, Janine: Die Anatomie der menschlichen Perversion. Gießen: Psychosozial-Verlag 2002
- Sigusch, Volkmar: Neosexualitäten. Über den Wandel von Liebe und Perversion. Frankfurt, New York: Campus Verlag 2005, ISBN 3-593-37724-1
- Sigusch, Volkmar: Vom Nutzen des Perversen. Süddeutsche Zeitung vom 8. April 2008 (Version vom 12. April 2008 im Internet Archive)
- Perversion und Sexualität oder die Anormalität des Normalen – Historische Betrachtung