Pesch (Erkelenz)
| Pesch
Stadt Erkelenz
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|---|---|
| Koordinaten: | 51° 3′ N, 6° 27′ O51.0544444444446.4563888888889Koordinaten: 51° 3′ 16″ N, 6° 27′ 23″ O |
| Einwohner: | 28 (31. Dez. 2010) |
| Postleitzahl: | 41812 |
| Vorwahl: | 02431 |
Pesch ist ein Stadtteil von Erkelenz im Kreis Heinsberg in Nordrhein-Westfalen. Es bildet mit Holzweiler, Alt-Immerath und Lützerath den Stadtbezirk 9 der Stadt Erkelenz. Pesch und der restliche Stadtbezirk 9 werden durch den östlich gelegenen Tagebau Garzweiler der RWE Power abgebaggert und somit umgesiedelt, die meisten Einwohner haben das Dorf bereits verlassen. Türen und Fenster vieler leerstehender Häuser sind bereits verbrettert oder zugemauert. Eine geschlossene Umsiedlung findet nicht statt. Bedingt durch die Lärm- und Staubbelästigung durch den nahen Tagebau hat ein Teil der Ortsbewohner sich vor dem geplanten Umsiedlungsbeginn im Pescher Kamp, einem Neubaugebiet von Kückhoven, niedergelassen.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Lage
Alt-Immerath, welches westlich von Pesch liegt, wird durch die A 61 von Pesch getrennt. Nördlich von Pesch lagen die Jüchener Ortsteile Otzenrath und Spenrath, welche aber ebenfalls umgesiedelt und schon abgebaggert sind. Östlich lag früher Garzweiler, das auch umgesiedelt und abgebaggert ist. Im Süden liegt Jackerath.
[Bearbeiten] Geologie
Im Untergrund liegen mehrere Braunkohleflöze aus dem Tertiär. Die Oberfläche wird von Löss bedeckt.
[Bearbeiten] Siedlungsform
Pesch ist als Straßendorf entlang der Straße von Immerath nach Garzweiler entstanden.
[Bearbeiten] Ortsname
Pesch trug bis zum 17. Jahrhundert einen anderen Ortsnamen. Es nannte sich Werretsrath. Erstmals wurde dieser Name als werencenrode im Jahre 1265 erwähnt. Er setzt sich zusammen aus Werin von dem Personennamen Werinher, dem Diminutiv ikin oder chin und dem Grundwort reod. Der Name bedeutet Rodung des Werenken oder Werenchen. Das Dorf erhielt seinen Namen vom gleichnamigen Rittergut, das am westlichen Ortsrand liegt. Erst in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts wird der alte Ortsname durch den Namen Pesch verdrängt.
[Bearbeiten] Geschichte
Das Stift St. Gereon von Köln besaß von 1300 bis 1802 einen Bauernhof in Pesch.
Im Mittelalter gehörte Pesch zum Dingstuhl Holzweiler im Amt Kaster des Herzogtums Jülich.
Ab 1798 lag das Dorf in der französischen Mairie Immerath und ab 1816 in der gleichnamigen preußischen Bürgermeisterei.
Zwischen 1858 und 1936 besaß Pesch eine eigene Schule. Danach besuchten die Pescher Kinder die Immerather vierklassige Schule.
2006 begann offiziell die Umsiedlung des Dorfes, das für die Ausdehnung des Tagebau Garzweiler vollständig abgerissen wird.
2010 begann der Abriss von Haus Pesch und von fünf weiteren Häusern, die am östlichen Ende der Straße "In Pesch" lagen. Einige Bäume an Straßen und in Gärten wurden 2011 bereits gerodet. Im Juli 2011 wurden weitere Häuser an der Hauptstraße "In Pesch" abgerissen, der Abriss schreitet von Osten nach Westen fort. Anfang des Jahres waren noch drei Haushalte bewohnt, im Oktober des gleichen Jahres sind es nur noch zwei. Im Herbst wurden Figuren, Inschrift und Dachkonstruktion des Wegestockes abmontiert. Ebenfalls wurden zahlreiche Bäume an der ehemaligen Bahntrasse gerodet, als auch innerorts. [1]
[Bearbeiten] Bevölkerungsentwicklung
Die Einwohnerzahlen der Ortschaft Pesch blieb im 19. und 20. Jahrhundert vergleichsweise konstant:[2][3]
| Jahr | 1767 | 1819 | 1849 | 1871 | 1895 | 1905 | 1961 | 1970 | 1995 | 2005 | 2007 | 2009 |
| Ew | 120 | 234 | 240 | 243 | 198 | 256 | 212 | 230 | 230 | 65 | 53 | 29 |
[Bearbeiten] Sehenswürdigkeit
- Haus Pesch, ein ehemaliger Rittersitz. Die Anlage bestand aus einer Vorburg und einem Haupthaus. Noch im 19. Jahrhundert umgaben Wassergräben beide Gebäudeteile. Heute existieren nur noch auf der Ost- und Nordseite der Gesamtanlage Gräben. Haus Pesch wurde bis 2009 als landwirtschaftlicher Betrieb genutzt. Ein Torhaus mit Turmhaube und Wappenstein gewährte einen Blick in den Innenhof. Im Mittelalter bestand auf Haus Pesch eine Kapelle, die dem Heiligen Georg geweiht war. 2010 begann der Abriss der historischen Hofanlage.
- Vor dem Haus 'In Pesch 42 '(ehemals L.+B. Zimmermann) gibt es einen Bildstock , der 1996 für den beim Bau eines Wohnhauses unglücklicherweise zerstörten Bildstock neu errichtet wurde. Die Mutter Gottes-Figur und das Jesuskind auf dem Arm sind original und stammen aus dem Ende des 19. Jahrhunderts.
→ Siehe auch Liste der Baudenkmäler in Erkelenz
[Bearbeiten] Bilder
-
Das Straßendorf Pesch und Haus Pesch auf der Tranchotkarte von 1806
[Bearbeiten] Literatur und Quellennachweis
- Karl L. Mackes, Erkelenzer Börde und Niersquellgebiet, Schriftenreihe der Stadt Erkelenz Nr.6, Mönchengladbach 1985. S. 249-263
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ eigene Beobachtung
- ↑ Einwohnerzahlen (1867-1970 nach Mackes a.a.O. S. 249)
- ↑ für 2009: http://www.rp-online.de/public/article/erkelenz/711680/Alt-Pesch-so-stirbt-das-Dorf.html
[Bearbeiten] Weblinks
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