Pestalozzischule Förderschule Heilbronn

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Die Pestalozzischule in Heilbronn

Die Pestalozzischule Förderschule Heilbronn ist eine Förderschule in Heilbronn. Die seit 1910 bestehende und seit 1936 nach Johann Heinrich Pestalozzi benannte Schule war die erste Förderschule in Heilbronn.[1] Das heutige Gebäude an der Geschwister-Scholl-Straße 8 wurde am 30. Juni 1950 fertiggestellt.[2] Der ehemalige Rektor Wilhelm Hofmann ist als Wegbereiter der modernen Sonderpädagogik bekannt.

Schulträger ist die Stadt Heilbronn, die neben der Pestalozzi-Förderschule auch der Träger für die Wilhelm-Hofmann-Förderschule, Paul-Meyle-Schule für Geistig- und Körperbehinderte sowie für die Gebrüder-Grimm-Schule für Sprachbehinderte ist.

Schulgeschichte[Bearbeiten]

Schon seit dem Jahr 1910 ist die Existenz der Pestalozzischule in Heilbronn belegt. Sie beginnt damals als eine Hilfsschulklasse im Carolinum in Heilbronn. 1936 wurde die Schule nach Pestalozzi benannt. Die Pestalozzischule in Heilbronn ist Ausgangspunkt aller Förderschulen in Heilbronn.[1] Am 30. Juni 1950 wurde eine neue Pestalozzischule eingeweiht.[2]

Wilhelm Hofmann, ein früherer Rektor der Heilbronner Pestalozzischule ist in Baden-Württemberg für seine Fortschritte in der Unterrichtung von Lernbehinderten bekannt geworden.

Aktuelle Fakten zur Schule[Bearbeiten]

Die Pestalozzischule ist eine Förderschule an der Geschwister-Scholl-Straße 8 in Heilbronn.

Zahlen und Größenordnungen[Bearbeiten]

19 Lehrer betreuen und unterrichten 145 Schüler, wobei eine Klasse durchschnittlich 12 bis 15, manchmal auch nur sieben Schüler hat. Ein Großteil der Schüler kommt aus sozial schwachen oder nicht intakten Familien. Die Hälfte der Kinder hat einen Migrationshintergrund.

Architektur und Gebäude[Bearbeiten]

Beschreibung[Bearbeiten]

Das Gebäude der Pestalozzischule ist ganz im barockisierenden Heimatstil der Stuttgarter Schmitthenner-Schule der 50er Jahre gebaut. Ein dreigeschössiges Gebäude in Putz mit Walmdach wird von dem Eckeingang dominiert. Der Eckeingang ist mit einer Rustika und Buckelquader in rotem Buntsandstein gehalten, worüber sich ein großflächig verglastes Fenster mit vorkragendem, breitem Erker befindet. Die Rustika ist ein Element der Renaissance bzw. Barock, der hier als barockisierendes Element einer konservativ orientierten Moderne zum Einsatz kommt. Über dem Haupteingang befindet sich als Schlussstein ein Kopf aus Kunststein, der Pestalozzi darstellen soll. Den Kopf 1952 schuf der Stuttgarter Bildhauer Brellochs. Über den Eingängen diesseits und jenseits des gedeckten Verbindungswegs zwischen Rektoratsgebäude und Mädchenmittelschule befindet sich jeweils ein Schlussstein. Der Schlussstein über dem Eingang zum Vortragssaal stellt den Kopf von Eduard Mörike dar und ist aus rotem Buntsandstein, der 1952 vom Bildhauer Grässle aus Heilbronn geschaffen wurde. Über dem Haupteingang zur Mädchenmittelschule befindet sich ein anderer Schlussstein, der Friedrich Schiller darstellt und vom Weinsberger Bildhauer Volk geschaffen wurde[3].

Die Niethammer-Stiftung unterstützte 2005 eine Aufenthaltsraumgestaltung der Pestalozzischule.[4]

Pädagogische Arbeit, Ausstattung und Angebote[Bearbeiten]

Schülerprojekt[Bearbeiten]

außerschulische Schülerprojekte: „Rucksackschule“[Bearbeiten]

Die Heilbronner Pestalozzischule betont außerschulische und praktische Projekte, die als „Rucksackschule“ bezeichnet werden. Die Intention der Rucksackschule ist es, daß die Schüler lediglich mit einem Rucksack ausgestattet, Erfahrungen im praktischen Leben sammeln können. So gehört Gartenarbeit zum Repertoire der Rucksackschule. Entweder im Schulgarten oder im Garten des Seniorenheims. Die Rucksackschüler können sich auch als Tierpfleger oder als Maurer oder als Techniker betätigen. So errichteten Schüler in einem Projekt eine Trockenmauer oder arbeiteten im Tierheim oder reparierten alte und defekte Fahrräder.

Auch Exkursionen in eine große Cafeteria, Stadtbücherei oder zum Bahnhof gehören zu den außerschulischen Erfahrungen. Die Schüler sollen selbstständig neue Situationen meistern. In der Cafeteria sollten sie lernen sich allein anzustellen, etwas auszuwählen und alleine an der Kasse zu bezahlen. In der Stadtbücherei sollten sie lernen, wie man alleine ein Buch ausleiht und im Bahnhof wie man eine Zugfahrkarte löst.

Gerd Glocker[5] :

[…] Manchmal gehen wir auch in die Stadt auf Exkursion […] die Schule geht raus ins Leben, sich vorstellen.“

Ausstattung und Angebote[Bearbeiten]

Es gibt einen Raum mit Computern, einen Handarbeitsraum, der mit einer Näh- und Bügelmaschine ausgestattet ist und eine weiträumige, moderne Küche. An der Pestalozzischule gibt es als Ganztagesangebot auch eine Hausaufgabenbetreuung weiterhin eine Bewegungsförderung und auch ein Sozialtraining.

Das Angebot der Heilbronner Pestalozzischule reicht von Babysitting-Kursen bis zu Erste-Hilfe-Kursen. Auch Angebote kultureller Art wie Theater-, Kino- und Museumsbesuche stehen zur Verfügung.

Schuljugendarbeit und Schulsozialpädagogik[Bearbeiten]

Die Pestalozzischule nimmt am ibbw- und IFK-Projekt „Unsere Schule...“. teil. Das Projekt „Unsere Schule...“ von ibbw und IFK mit seinem Schwerpunkt auf der Sozialen Schulqualität hat auf die Heilbronner Pestalozzischule einen großen und positiven Einfluss ausgeübt.

Christina Gärtner[5]:

Ich löse manchmal die Fächergrenzen auf, zum Beispiel, wenn wir eine Geschichte wie das ‚Käthchen von Heilbronn’ behandeln. Dann basteln wir Puppen, um die Geschichte in einer anderen Klasse vorspielen zu können. So fließen Deutsch – das Stück lesen – Handarbeit und Musik zusammen.

Gerd Glocker[5]:

Rituale und Regelmäßigkeiten sind unverzichtbar [...] Äußere Ordnung schafft innere Ordnung.

Arbeitsgemeinschaften[Bearbeiten]

Nachmittags betreuen Lehrer Arbeitsgemeinschaften wie die Fußball-, Computer- , Kochen-, Musik- und Breakdance-AG.

Öffentlichkeitsarbeit[Bearbeiten]

Förderverein[Bearbeiten]

Es gibt auch einen Förderverein für die Heilbronner Pestalozzischule.

Turniere, Vorlesewettbewerb, Weihnachtsliederbuch und Backbuch[Bearbeiten]

Es werden mit anderen Heilbronner Schulen Fußball- und Tischtennisturniere veranstaltet und innerhalb der Schule gibt es einen Vorlesewettbewerb und einen Chor. Die Schüler wurden als Redakteure tätig und sind Herausgeber eines Weihnachtsliederbuchs und eines Backbuchs.

Quellen und Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. a b Uwe Jacobi: Heilbronn - so wie es war, Seite 56
  2. a b Uwe Jacobi: Das war das 20. Jahrhundert in Heilbronn
  3. Artikel in der Heilbronner Stimme vom 30. Juni 1951, Nr. 149: Plastiken über den Eingängen
  4. http://www.heilbronn.de/index.php?f=cont_pressemitteilungen.htm&d=/bue_rat/presse/pm_05/01_05/&
  5. a b c Pestalozzischule Heilbronn (PDF; s. Weblinks)

Weblinks[Bearbeiten]

49.144759.2249166666667Koordinaten: 49° 8′ 41,1″ N, 9° 13′ 29,7″ O