Peter Radtke

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Peter Radtke in George Taboris Inszenierung von Franz Kafkas Bericht für eine Akademie, Prag, 1998
(Foto: Monica Boirar)

Peter Radtke (* 19. März 1943 in Freiburg im Breisgau) ist ein deutscher Autor und Schauspieler.

Leben[Bearbeiten]

Von 1957 bis 1961 absolvierte Peter Radtke eine Dolmetscherausbildung in Englisch, Französisch und Spanisch an einer privaten Fremdsprachenschule in Regensburg. Des Weiteren legte er 1963 die Externenprüfung der Universität Pennsylvania mit Erwerb des „Certificate in American Culture and Civilization“ ab. Sein Abitur erarbeitete er sich von 1964 bis 1968 über den Zweiten Bildungsweg am Abendgymnasium Regensburg, danach studierte er von 1968 bis 1976 Germanistik und Romanistik an den Universitäten Regensburg und Genf mit abschließendem Erstem Staatsexamen und Promotion.
Von 1977 bis 1984 war Peter Radtke Fachgebietsleiter für das „Behindertenprogramm“ der Münchner Volkshochschule und seit 1984 ist er Geschäftsführer und Leitender Redakteur der Arbeitsgemeinschaft Behinderung und Medien. Von 2003 an war er Mitglied im Nationalen Ethikrat, seit 2008 ebenfalls in dessen Nachfolger Deutscher Ethikrat. Peter Radtke hat Glasknochen und sitzt im Rollstuhl.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Radtke ist Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande sowie des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse. Neben dem Bayerischen Verdienstorden wurde ihm auch die Bayerische Verdienstmedaille in Silber verliehen. Darüber hinaus wurde er mit dem Kulturförderpreis der Stadt Regensburg, dem Kulturpreis der Stadt Regensburg und dem Medienpreis der Bundesvereinigung Lebenshilfe geehrt.

Werke[Bearbeiten]

  • Karriere mit 99 Brüchen (Autobiografie). München 2001, ISBN 3-935284-87-X
  • Wie hoch ist das Risiko – Perspektiven einer pränatalen Diagnose? In: Gynäkologisch-geburtshilfliche Rundschau, 42/2002, S. 60–66
  • Heilpädagogik und Selbstbestimmung - Ergänzung oder Widerspruch. In: Alois Bürli (Hrsg.): Voneinander lernen - Hauptreferate des Schweizer Heilpädagogik-Kongresses 1999. Luzern 2000, S 9-18
  • Wehret den Fortschritten – Subjektive Ansichten eines zum „Liegenlassen“ Bestimmten. In: Stefan Kleinert u. a. (Hrsg.): Der medizinische Blick auf Behinderung – Ethische Fragen zwischen Linderung und Minderung, Würzburg 1997 (Würzburger medizinhistorische Forschungen, Beiheft 4), S. 61–69
  • Beginn einer neuen Wirklichkeit - Analysen und Hoffnungen behinderter Menschen in unserer Gesellschaft. In: Franz Kaspar, Niko Roth (Hrsg.): Lebensträume - Lebensräume; Behindertenhilfe zwischen Gestalten und Verwalten. Freiburg/Br. 1995, S. 61–74
  • Humangenetik – Was bringt sie für Behinderte? In: Klaus Zerres, Reinhardt Rüdel (Hrsg.): Selbsthilfegruppen und Humangenetiker im Dialog; Erwartungen und Befürchtungen. Stuttgart 1993, S. 60–66
  • Behinderung und die Ideologie des „Normalen“. In: Hellmut Puschmann (Hrsg.): Not sehen und handeln (Caritas), Freiburg/Br. 1996, S. 71–80

Außerdem schrieb er Theaterstücke, Hörspiele und weitere Artikel und hatte auch großen Erfolg als Schauspieler mit Bericht an eine Akademie von Franz Kafka an den Münchner Kammerspielen, an denen er auch als Stalin zu sehen war. Er arbeitete u. a. mit Tabori zusammen.

In der Verfilmung des Romans Die Rättin von Günter Grass spielt Radtke den Matzerath. Eine weitere Filmrolle spielte er in Michael Verhoevens Mutters Courage.

Weblinks[Bearbeiten]