Peter Seewald

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Kloster Monte Cassino, Entstehungsort des Buches Salz der Erde
Kloster Monte Cassino, Entstehungsort des Buches Salz der Erde

Peter Seewald (* 10. Juli 1954 in Bochum) ist ein deutscher Journalist und Autor.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Leben

Peter Seewald ist in der Nähe von Passau in einer katholischen Familie aufgewachsen. Da er als Ministrant eine glückliche Kindheit in seiner katholischen Gemeinde erlebte, plante er zunächst, Priester zu werden, nahm etwas später, im Zuge der 68er-Bewegung, jedoch von diesem Vorhaben wieder Abstand, da seine damalige Lebenseinstellung mit den Vorgaben der „Institution Kirche“ nicht konform ging. Ein wesentlicher Kritikpunkt bestand in dem Glauben, die Religion hätte sich den jeweiligen Bedürfnissen der Menschen anzupassen was dem Christentum nicht gelungen sei und es sich daher überlebt hätte. Mit 19 Jahren trat Seewald daher aus der katholischen Kirche aus. Da er schon zuvor in marxistisch-leninistischen Gruppierungen tätig war, zog er in eine entsprechende Wohngemeinschaft und verteilte politische Flugblätter. Kurzzeitig sah er dort den Beruf eines Streetworkers als seine Zukunft an.[1] Nach seinem Schulausschluss, der für alle bayerischen Gymnasien galt, begann er jedoch mit einer Ausbildung zum Journalisten.

Peter Seewald war bis 1994 Redakteur und Autor bei Spiegel, Stern und dem Magazin der Süddeutschen Zeitung. Durch seinen geistigen Abstand zur christlichen Religion meinte er, neutral und objektiv über religiöse Fragen berichten zu können. Letztendlich führte ihn seine fortgesetzte Beschäftigung mit dem Thema Religion und Kult jedoch zu einer Rückbesinnung und Neubewertung seiner bisherigen Positionen, was durch neuheidnische Strömungen in der Gesellschaft am Ende des 20. Jahrhunderts begünstig wurde.

Unter anderem durch seine nie ganz abgebrochenen Verbindungen mit einem österreichischen Salvatorianer-Kloster bei Passau und den dort geführten Gespräche, fand er langsam zum katholischen Glauben zurück. 1996 führte er nach ausführlicher Recherche ein umfangreiches Interview mit dem damaligen Kardinal Joseph Ratzinger in dem benediktinischen Kloster Monte Cassino. Sein daraus entstandenes aufsehenerregendes Buch "Salz der Erde", zeigt den späteren Papst einem breiten Publikum erstmals in ganz neuem Licht und machte unter anderem die Motive der vielfach auf wenige negative Stichworte („Großinquisitor“, „Panzerkardinal“) reduzierten Person Ratzinger wesentlich transparenter.

Die Begegnung mit Kardinal Ratzinger gab Seewald den letzten Anstoß für seinen Wiedereintritt in die katholische Kirche.[2]

Er ist immer noch ein Revolutionär, aber er ist auch ein ehrlicher Sucher nach der Wahrheit. „Mit keinem Thema kann man so provozieren, wie wenn man sich auf die Seite, der in bestimmten Kreisen so verachteten Römisch-Katholischen Kirche, stellt.“ [1]

Seine zusammen mit Kardinal Joseph Ratzinger, damals noch Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre, herausgegebenen Bücher "Salz der Erde" (1996) und "Gott und die Welt" (2000) wurden in 24 Sprachen übersetzt. Mittlerweile liegt eine Neuausgabe in einem Band vor. Zuletzt erschienen "Die Schule der Mönche" und "Grüß Gott. Als ich begann, wieder an Gott zu denken." Zum Bestseller wurde auch sein Ende 2005 erschienenes Portrait über Papst Benedikt XVI.

Peter Seewald ist verheiratet und hat zwei Kinder. Er lebt in München und versucht seinen christlichen Glauben auch seinen beiden Söhnen mitzugeben, die bis in die Mitte der 90er Jahre gänzlich ohne religiöse Erziehung aufwachsen sind.


[Bearbeiten] Werke

  • 2005: Benedikt XVI. Ein Porträt aus der Nähe. Ullstein Verlag. ISBN 3550078331
  • 2006: Benedikt XVI. Leben und Auftrag. Verlagsgruppe Weltbild. ISBN 389897474X

[Bearbeiten] Zitate

Schließlich ging die Tür auf, und ein bescheidener, sehr weißhaariger und leicht zerbrechlich wirkender Mann trat in kleinen Schritten heraus – in schwarzem Anzug mit Priesterkragen und mit einem winzig kleinen Koffer. [3]

[Bearbeiten] Web-Links

[Bearbeiten] Quellen

  1. a b Die Tagespost: An Gott denken - Peter Seewald beschreibt seinen Weg zur Kirche 3. Mai 2003
  2. ARD: Beckmann im Gespräch 16. April 2007
  3. Peter Seewald: Salz der Erde – Christentum und katholische Kirche an der Jahrtausendwende, (aus dem Vorwort) DVA Stuttgart 1996, ISBN 3-421-05046-5


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