Peter Smithson

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Alison und Peter Smithson
Peter Smithson in dem von ihm entworfenen Popova-Sessel
Panorama-Porch am Firmengebäude von TECTA, Teil ihrer „TECTA-Landscape“

Peter Smithson (* 18. September 1923 in Stockton-on-Tees; † 3. März 2003) war ein britischer Architekt.

Leben[Bearbeiten]

Peter und Alison Smithson lernten sich während des Studiums an der University of Durham kennen und heirateten 1949. 1950 gründeten sie ihr Architekturbüro APS in London, das sie bis zum Tod von Alison Smithson 1993 gemeinsam leiteten. 1953 waren sie maßgeblich an der Gründung des Team X beteiligt, das seine erste Zusammenkunft während des Architekturkongresses CIAM IX hatte, von dem sie sich kritisch absetzten. Zu den Gründungsmitgliedern gehörten neben den Smithsons Aldo van Eyck und Jacob Bakema (Holland), Georges Candilis und Shadrack Woods (Frankreich) sowie William & Jill Howell und John Voelcker. Wichtige spätere Mitglieder waren Jerzy Soltan (Polen), Gier Grund (Norwegen), Ralph Erskine (Schweden) Stefan Wewerka (Deutschland) und Josep Antoni Coderch (Spanien). Ebenfalls von ihnen mitbegründet wurde die Architekturströmung des Brutalismus (Englisch „new brutalism“).

Stefan Wewerka beschreibt 1982 ihre Arbeit folgendermaßen: „Die neue Gruppe nannte sich ‚Team X‘. Sie traf sich in Abständen von zwei Jahren, um gemeinsame Probleme über Städtebau zu diskutieren. Im Verlauf dieser Gespräche kristallisierte sich Peter Smithson immer deutlicher als der eigentliche Erneuerer im Bereich des Siedlungs- und Städtebaus heraus. Seine berühmten Projekte ‚Hauptstadt Berlin‘ und das ‚Golden Lane Project‘ gaben der internationalen Auffassung von Städtebau eine neue Zielsetzung, wie auch das Projekt ‚Cluster Studies‘. Von den Smithsons sind mir folgende Äußerungen aus Gesprächen in Erinnerung geblieben, die ich als charakteristisch für sie betrachte: ‚Utopia is on the road‘, ‚A town is the festival for the country‘ oder ‚geben wir den Rädern ihren eindeutigen Bereich zum Fahren, wie unseren Füßen die notwendigen Bereiche zum Gehen‘.“

Nach 1972 erlitt ihr Ansehen erheblichen Schaden, als sich der Wohnkomplex Robin Hood Gardens sowohl als technisches als auch soziales Desaster erwies. Ihr für lange Zeit einziges größeres Projekt nach „Robin Hood Gardens“ sind einige Gebäude für die Universität von Bath, die sie in den achtziger Jahren realisierten. Ihre Bedeutung blieb auf ihre Tätigkeit als Lehrende und Theoretiker beschränkt, was ihrem eigenen Anspruch widersprach, in erster Linie praktizierende Entwerfer, und erst in zweiter Linie Theoretiker zu sein. In ihrem Buch „Italienische Gedanken“ schreiben die Smithsons über ihre eigene Arbeit: „Auf gewisse Weise haben wir ein Studentendasein fortgesetzt: abwechselnd Essays zu schreiben und zu zeichnen, Essays, die die Folge der Einsichten sind, die während der bisherigen Bautätigkeit gewonnen wurden [...]. Umgekehrt betrachtet, sind wir [...] in Bezug auf die Einheit von Reflexion und Konstruktion ganz und gar der Tradition verbunden.“

Eine Möglichkeit, diese Art zu Arbeiten umzusetzen, bekamen sie erst wieder in den neunziger Jahren. Von 1993-2002 wurde von ihnen das so genannte „Hexenhaus“, das Wohnhaus von Axel Bruchhäuser in Bad Karlshafen, Hessen, umgebaut und erweitert. Parallel gestalteten sie durch architektonische und landschaftsplanerische Umbauten das Firmengelände des Möbelproduzenten TECTA. Das letzte große Werk von Peter Smithson, nach dem Tod seiner Frau 1993, sind die Entwürfe zum Neubau des Kragstuhlmuseum/TECTA-Archiv Lauenförde, dessen Einweihung im Jahr 2003 er nicht mehr selbst erlebte.

Bauten[Bearbeiten]

Kragstuhlmuseum/TECTA-Archiv, Lauenförde
Detail des Kragstuhlmuseums, Fensterstruktur „Spiders web“

Schriften[Bearbeiten]

  • Alison Smithson, Peter Smithson: Italienische Gedanken. Beobachtungen und Reflexionen zur Architektur. Vieweg, Wiesbaden 1996, ISBN 3-528-06111-1.
  • Alison Smithson, Peter Smithson, Ulrich Conrads, Peter Neitzke von Birkhäuser: Italienische Gedanken - weitergedacht. Birkhäuser, Basel u. a. 2001, ISBN 3-7643-6341-X.
  • Alison Smithson, Peter Smithson: The Charged Void: Urbanism. The Monacelli Press, New York 2005, ISBN 1-58093-130-8.
  • Peter Smithson, Karl Unglaub: Flying Furniture. Verlag Walther König, Köln 2000. ISBN 3-88375-405-6
  • Alison Smithson, Peter Smithson: Die heroische Periode der modernen Architektur. Wasmuth, Tübingen 1981, ISBN 3-8030-5041-3.
  • Georg Aerni, Bruno Krucker, Marie A. Lerjen: Komplexe Gewöhnlichkeit. (Complex Ordinariness). Der Upper Lawn Pavillon von Alison und Peter Smithson. gta Verlag, Zürich 2002, ISBN 3-85676-103-9.
  • Peter Smithson, Hans Ulrich Obrist: Smithson Time. A Dialogue / Ein Gespräch. König, Köln 2000, ISBN 3-88375-465-X.
  • Alison Smithson, Peter Smithson: Changing the Art of Inhabitation. Artemis, 1998, ISBN 1-874056-37-4.

Literatur[Bearbeiten]

  • Michael Kasiske: Im Märchenwald. Wohnungs-Anbau auf Stelzen. In: Bauwelt. 11, 12. März 1999, 90. Jahrgang.
  • Claude Lichtenstein, Thomas Schregenberger: As Found - Die Entdeckung des Gewöhnlichen. Verlag Lars Müller, Baden 2001, ISBN 3-907078-40-3.
  • Michael Kasiske: Peter Smithson 1923-2003. Nachruf. In: Bauwelt. 12.03 / Stadtbauwelt 157, 28. März 2003, 94. Jahrgang

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Alison et Peter Smithson, Sugden House, Watford, Royaume-Uni, 1955-1956