Peter Tobin

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50 Irvine Drive, Margate, UK, wo Serienmörder Peter Tobin von 1991 - 1993 lebte, seine Opfer Vicky Hamilton und Dinah McNicol wurden hier im Garten vergraben gefunden.

Peter Britton Tobin (* 27. August 1946 in Johnstone, Renfrewshire) ist ein schottischer Sexualstraftäter und Serienmörder. 2007 wurde er erstmals wegen Mordes verurteilt, später konnten ihm zwei weitere Morde nachgewiesen werden, die er 16 Jahre zuvor verübt hatte. Zudem gilt er als Hauptverdächtiger einer bekannten Mordserie in Glasgow.

Privatleben[Bearbeiten]

Peter Tobin wurde als jüngstes von sieben Kindern in der schottischen Kleinstadt Johnstone geboren und verbrachte seine Kindheit und Jugend in Erziehungsheimen. Zwischen 1969 und 1990 war er dreimal verheiratet und wurde Vater dreier Kinder, wovon eines kurz nach der Geburt starb. Zwischen 1966 und 1969 lebte er in Glasgow, danach bis 1990 in Brighton, anschließend bis 1993 in Margate und schließlich in Havant, um in der Nähe seines jüngsten Sohnes zu sein. Tobin war bis 1970 u. a. wegen Diebstahls und Urkundenfälschung verurteilt worden.

Mordserie[Bearbeiten]

1984 erstattete eine Frau Anzeige bei der Polizei, weil ihre 8-jährige Tochter behauptete, von ihrem Nachbarn Peter Tobin sexuell missbraucht worden zu sein. Nach längerer Befragung und medizinischer Untersuchung wurden die Ermittlungen jedoch aus Mangel an Beweisen eingestellt.

Am 10. Februar 1991 entführte Tobin an einer Bushaltestelle im Zentrum von Bathgate die 15-jährige Schülerin Vicky Hamilton, erdrosselte sie und verscharrte den Leichnam auf seinem Grundstück. Am 5. August 1991 entführte er auch noch die 18-jährige Dinah McNicol, die sich auf dem Nachhauseweg von einem Konzert in Liphook befand. Auch sie erdrosselte er und vergrub den Leichnam im Garten seines Anwesens.

Am 4. August 1993 befanden sich zwei 14-jährige Mädchen in seiner Wohnung in Havant, die auf seinen Sohn aufpassen sollten, als er sie mittels Zwang unter Alkohol setzte, missbrauchte, vergewaltigte und anschließend die Gashähne der Wohnung aufdrehte, um sie zu töten. Die Mädchen überlebten jedoch und erstatteten Anzeige, worauf Tobin nach kurzer Flucht in Coventry verhaftet wurde, wo er sich unter falschem Namen einer Religionsgemeinschaft angeschlossen hatte. Am 18. Mai 1994 bekannte er sich vor Gericht der Vergewaltigung und Körperverletzung für schuldig und wurde zu 14 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt, aus der er jedoch 2004 vorzeitig entlassen wurde und nach Paisley zog.

2005 erschien eine schwer verletzte Frau bei der Polizei und behauptete, von Tobin mit einem Messer attackiert worden zu sein. Da dieser jedoch nicht auffindbar war, wurde ein Haftbefehl erlassen.

Ohne die Polizei über seinen Wohnortwechsel zu benachrichtigen, wie es seine Bewährungsauflagen vorsahen, hatte er sich nach Glasgow abgesetzt und arbeitete dort ab September 2006 unter falschem Namen als Handwerker für die katholische St. Patricks-Kirche im Stadtteil Anderston. Dort vergewaltigte und ermordete er am 24. September 2006 die 23-jährige Studentin Angelika Kluk. Kluk arbeitete zur Finanzierung ihres Studiums als Reinigungskraft in der Kirche und wurde erst fünf Tage nach ihrem Tod in einer Kammer des Fußbodens, in der Nähe des Beichtstuhls, geborgen. Tobin hatte sie durch Messerstiche lebensgefährlich verletzt und noch lebend in die Kammer gesperrt, wo sie schließlich ihren Verletzungen erlag.

Verurteilungen[Bearbeiten]

Als die Ermittlungen ergaben, dass auch Tobin in der Kirche gearbeitet hatte, wurde eine intensive Fahndung eingeleitet, worauf er nach kurzer Zeit in London verhaftet wurde, als er ein Krankenhaus besuchte. Nach einer sechswöchigen Verhandlung, bei der seine Schuld nachgewiesen wurde, wurde er im Mai 2007 wegen Vergewaltigung und Mordes zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt, zudem erhielt er wegen des Verstoßes gegen die Bewährungsauflagen eine weitere Freiheitsstrafe von 30 Monaten. Die Mindesthaftdauer wurde auf 21 Jahre festgelegt.

Im Juni und November 2007 wurden schließlich bei der Durchsuchung seines ehemaligen Grundstückes in Margate die sterblichen Überreste von Vicky Hamilton und Dinah McNicol entdeckt. Am 2. Dezember 2008 wurde er wegen des Mordes an Vicky Hamilton erneut zu lebenslanger Haft, mit einer Mindestfreiheitsstrafe von 30 Jahren, verurteilt. Wegen des Mordes an Dinah McNicol wurde er schließlich am 16. Dezember 2009 zu einer Haftstrafe auf Lebenszeit verurteilt, womit Tobin nie mehr freikommt.

Verdacht auf Mordserie in Glasgow[Bearbeiten]

Peter Tobin wird zudem verdächtigt, der seit langem gesuchte Serienmörder „Bible John“ zu sein, der zwischen Februar 1968 und Oktober 1969 drei junge Frauen auf dem Nachhauseweg vom Tanzclub Barrowland Ballroom in Glasgow ermordet hatte. Tobin lebte genau zu dieser Zeit in Glasgow, zudem ähnelt er sehr einem damals erstellten Phantombild. Die drei aufgefunden Opfer haben ebenfalls wie die bereits nachgewiesenen Opfer brünette Haare und wurden auch erdrosselt. Laut Aussagen eines Zeugen soll der Täter Sätze aus der Bibel zitiert haben, was den Verdacht nur erhärtet, da Tobin als sehr religiös gilt, zudem stoppte nach seinem Wohnortwechsel 1969 die Mordserie.

Weblinks[Bearbeiten]