Peter Unfried

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Peter Unfried (2012)

Peter Unfried (* 8. November 1963 in Schwäbisch Gmünd) ist ein deutscher Journalist und Autor.

Leben[Bearbeiten]

Peter Unfried lebt in Berlin-Kreuzberg mit seiner Frau und seinen beiden Kindern. Sein Bruder ist der Kolumnist Martin Unfried.[1] 1994 kam Peter Unfried zur Sportredaktion der TAZ. Seinetwegen wurde extra der Quotierungsbeschluss aufgehoben. Von 1999 bis 2009 war Unfried stellvertretender Chefredakteur.[2] In der Zeit war er verantwortlich für viele Neuerungen wie die Rubrik „Schwerpunkt“, das großformatige Titelthema und die Gesellschaftsseiten „tazzwei“. Er erfand die satirische Seite-1-Rubrik "verboten". [3] Seit 2009 ist Unfried Chefreporter der taz. Peter Unfried war außerdem Dozent an der FH KUNST Arnstadt, die am 1. März 2013 ihren Lehrbetrieb einstellte.

Rezeption[Bearbeiten]

Peter Unfried beschreibt eine Phase seines Lebens in seinem Buch "Öko. Al Gore, der neue Kühlschrank und ich". Dort entwickelte er das Konzept einer individuellen "Klimakultur" und "Lebensstilverantwortung", aus der gesellschaftliche und politische Dynamik entstehen soll, um Energiewende und Klimawandel zu bewältigen. [4][5] Der Stern schreibt 2008 "Peter und Martin Unfried: Die Rock'n'Roller des Klimaschutzes. Um Kundengefühle zu wecken, bauen Autokonzerne Prunkbauten wie die BMW-Welt in München. Sowas müsste es auch für Öko-Produkte geben, meinen die Brüder Unfried. Sie sind Vorkämpfer eines neuen Energiebewusstseins, das auf eine veränderte Konsumlogik setzt."

Sein "Kursbuch für konkretes ökologisches Umdenken" mit der Schauspielerin Christiane Paul, enthält laut FAZ "wegweisende Texte einer Wahrnehmungsänderung". [6] Mit Christiane Paul nahm er auch die Videoclipserie "Hirnifragen" auf für das Nachhaltigkeitsportal "futurzwei" des Sozialpsychologen Harald Welzer. In seinem jüngsten Buch "Autorität ist, wenn die Kinder durchgreifen" beschäftigt er sich mit der Frage, wie eine als "zeitmäß modern" geplante Koexistenz zwischen Eltern und Kindern in der Realität abläuft und ob der Irrwitz eines solchen Familienlebens nicht vielleicht sogar erstrebenswert ist.[7]

Im Interview mit Alexander Wallasch für Prager Frühling im August 2008 erklärt Unfried zur Leserschaft der TAZ: "Tatsächlich zeigen unsere Leseranalysen aber etwas sehr Interessantes. Dass nämlich der Anteil der Linkspartei-Wähler unter unseren Lesern stark gestiegen ist. Die Gewinne gehen zu Lasten der Grünen. Da das Gros unserer Leser im Westen lebt, findet dort offensichtlich eine Wählerwanderung statt." Die Zukunft der Zeitung sieht er so: "Die taz muss immer dort präsent und stark sein, wo etwas Neues passiert. Und das ist in der Parteipolitik eindeutig die Linke. Ich muss zur Kenntnis nehmen, dass unsere Berichterstattung über die Linkspartei vereinzelt, aber dafür umso heftiger kritisiert wird. Ich halte die Kritik nur für bedingt gerechtfertigt. Wir wollen die Entwicklung journalistisch begleiten: Weder mit Euphorie, noch mit Häme, sondern mit Neugier, ergebnisoffen und ohne Vorurteile." [8]

Werke[Bearbeiten]

  • Öko: Al Gore, der neue Kühlschrank und ich. Dumont Buchverlag, 2008, ISBN 3-8321-8063-X.
  • Das Leben ist eine Öko-Baustelle: Mein Versuch, ökologisch bewusst zu leben. Mit Christiane Paul. Ludwig Buchverlag, 2011, ISBN 3-453-28021-0.
  • Stromwechsel. Wie Bürger und Konzerne um die Energiewende kämpfen. Mit Hannes Koch und Bernhard Pötter, Westend, 2012. ISBN 3-86489-008-X
  • verboten: Die zärtlichste Rubrik, seit es Satire gibt. Mit Arno Frank, Westend, 2012. ISBN 3-86489-029-2
  • Autorität ist, wenn die Kinder durchgreifen: Wahre Geschichten aus der Familienhölle. Ludwig Buchverlag, 2012, ISBN 3-453-28044-X

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. "Sternartikel über die Brüder Unfried
  2. "Vita in der TAZ
  3. "Rubrik "verboten"
  4. "Danke, wir verzichten": FAS, 27. Dezember 2009
  5. "Badische Zeitung, 10, März 2012
  6. "Christian Geyer: Man kann die Augen nicht mehr zumachen. FAZ 12. Oktober 2011
  7. "Lisa Mayr: "Geschichten aus der Familienhölle", Der Standard, 17. Oktober 2012
  8. "Unfried zur Zukunft der TAZ und deren Verhältnis zur Linken in Prager-Frühling-Magazin