Peter V. Zima

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Peter V. Zima (* 1946 in Prag) ist ein österreichischer Literaturwissenschaftler.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Leben

Zima ist ordentlicher Professor für Vergleichende Literaturwissenschaft an der Universität Klagenfurt, Österreich, und seit 1998 korrespondierendes Mitglied der philosophisch-historischen Klasse der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Inland.

Zima ist seinem Selbstverständnis nach Soziosemiotiker bzw. Textsoziologe. Als solcher ist er einem breiteren akademisch lehrenden und forschenden Fachpublikum über den deutschsprachigen Raum hinaus in mindestens vier miteinander verbundenen Hinsichten bekannt: als Verfasser von Büchern einführenden und kritischen Charakters zu Gebieten, Ansätzen und Fragestellungen wie Komparatistik, Dekonstruktion, Theorie des Subjekts u. a.; als Theoretiker der literarischen Ästhetik und literaturwissenschaftlicher Methodiker, der die Divergenzen und Konvergenzen zwischen einschlägigen Modellen von den Anfängen bis heute im Licht eines meist unreflektiert reproduzierten Fundamentalgegensatzes zwischen Immanuel Kant und Georg Wilhelm Friedrich Hegel deutet, welcher in ein komplementäres Verhältnis zu überführen sei (Literarische Ästhetik. Methoden und Modelle der Literaturwissenschaft, 1991, 1995); als Proponent einer „dialogischen Theorie“, welche u. a. an Michail Michailowitsch Bachtin und die konstruktivistischen Momente der Kritischen Theorie von Theodor W. Adorno und Max Horkheimer anknüpft sowie von der von Robert Musil gegebenen Empfehlung zum selbstironischen Gegen-sich-Denken grundiert ist und den Vertretern von Kulturwissenschaft und Sozialwissenschaft eine Reflexionsebene (Metatheorie) nahelegt, die folgende Ansprüche erhebt: die unvermeidliche und für den Fortgang der betreffenden Wissenschaften sowohl fruchtbare wie gefährliche Befangenheit in ideologischen Gruppensprachen (auch als Hauptmerkmal, das sie von der Naturwissenschaft unterscheidet) bewusst zu machen, damit die monologische Abschottung der Schulen und Richtungen gegeneinander aufzubrechen und sie dazu zu befähigen, rational, argumentativ und offensiv gemeinsam ihr Erkenntnispotential besser auszuschöpfen und zur Geltung zu bringen sowie gegen ihrer aller Marginalisierung anzugehen (Was ist Theorie?,2004); als Interpret von Texten aus Theorie, Philosophie und Literatur des deutschen, englischen, romanischen und slawischen Sprachraums in panoramatischen Darstellungen, die seinen theoretischen Ansätzen praktisch zu- und nacharbeiten (u. a.: Ästhetische Negation. Das Subjekt, das Schöne und das Erhabene von Mallarmé und Valéry zu Adorno und Lyotard, 2005, eine erw. und überarb. Fassung von: La négation esthétique, 2002).

1999 war die achte Diskussionseinheit von Heft 4 des Streitforums für Erwägungskultur „Ethik und Sozialwissenschaften“ der Diskussion von Zimas „Dialogischer Theorie“ gewidmet. „Metakommentare“ Zimas zu dieser Diskussion finden sich u. a. in seinem Buch „Theorie des Subjekts“, das er auch als „Entwurf einer kritisch-dialogischen Subjektivität“ versteht.

[Bearbeiten] Veröffentlichungen

  • Ästhetische Negation. Das Subjekt, das Schöne und das Erhabene von Mallarmé und Valéry zu Adorno und Lyotard. Würzburg: Königshausen & Neumann 2005
  • L' Ecole de Francfort. Dialectique de la particularité. Paris: L' Harmattan 2005
  • Was ist Theorie? Tübingen [u. a.]: Francke 2004 (ISBN 3-825-22589-5; für 2007 in englischer Übersetzung angekündigt)
  • Théorie critique du discours. La discursivité entre Adorno et le postmodernisme. Paris: L' Harmattan 2003
  • La négation esthétique. Paris: L' Harmattan 2002
  • Das literarische Subjekt. Zwischen Spätmoderne und Postmoderne. Tübingen [u. a.]: Francke 2001
  • Theorie des Subjekts. Subjektivität und Identität zwischen Moderne und Postmoderne. Tübingen [u. a.]: Francke 2000, 2. Aufl. 2007
  • The Philosophy of Modern Literary Theory. London-New Brunswick: The Athlone Press 1999 (= Engl. Übersetzung von „Literarische Ästhetik“, 1991/1995)
  • Literarische Ästhetik. Methoden und Modelle der Literaturwissenschaft. Tübingen [u. a.]: Francke 1995 (2.überarb. Aufl. ISBN 3-7720-1765-7, 1. Aufl. 1991)
  • Die Destruktion. Einführung und Kritik. Tübingen [u. a.]: Francke 1994 (ISBN 3-8252-1805-8)
  • Komparatistik. Einführung in die Vergleichende Literaturwissenschaft. Unter Mitarb.v. Johann Strutz. Tübingen [u. a.]: Francke 1992 (ISBN 3-8252-1705-1)
  • Ideologie und Theorie. Eine Diskurskritik. Tübingen [u. a.]: Francke 1989 (ISBN 3-7720-1850-5 u. ISBN 3-7720-1823-8)

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Quellen

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