Peter Wason

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Peter Cathcart Wason (* 22. April 1924 in Bath, England; † 17. April 2003 in Wallingford, England) war ein englischer Denkpsychologe.

Er gehört zu den führenden Forschern der experimentellen Denkpsychologie. Als Wason begann, auf diesem Gebiet zu arbeiten, existierte nur eine Handvoll Veröffentlichungen. Mit seinen drei paradigmatischen Experimenten, der 2-4-6-Aufgabe, der Selection Task und der THOG-Aufgabe, setzte er eine bis heute anhaltende weltweite Forschungstätigkeit in Gang.

Leben[Bearbeiten]

Wason entstammt einer fortschrittlich-liberalen, politisch aktiven Familie. Sein Urgroßvater Peter Rigby Wason und sein Großonkel Cathcart Wason waren beide Mitglieder des House of Commons.

Nach dem Krieg, den er als Verbindungsoffizier in der Normandie verbrachte, ging er zunächst ans New College (Oxford), um Englisch zu studieren. Nach kurzer Zeit als Dozent an der Universität Aberdeen entschloss er sich 1950, Psychologie am University College London zu studieren, wo er mehr als 30 Jahre blieb.

Peter Wason war ein Internationaler Meister im Fernschach. Er war zweimal verheiratet und hinterließ zwei Töchter.

Werk[Bearbeiten]

Wason war einer der ersten, der mit experimentellen Mitteln untersuchte, welche systematischen Fehler beim Denken gemacht werden.

2-4-6-Aufgabe[Bearbeiten]

Der Versuchsleiter hat sich eine Regel ausgedacht, die bestimmte Zahlentripel produziert (zum Beispiel: „drei beliebige Zahlen in aufsteigender Reihenfolge“). Eines dieser Tripel, z.B. 2-4-6, nennt er der Testperson. Deren Aufgabe besteht darin, die gedachte Regel durch Versuch und Irrtum herauszufinden. Dazu soll sie dem Versuchsleiter Zahlentripel nennen, der dann mit „Ja, dieses Tripel entspricht meiner Regel“ oder „Nein, dieses Tripel entspricht nicht meiner Regel“ antwortet. Die Testperson ist also auf Vermutungen angewiesen, sie wird daher Hypothesen aufstellen (z.B. „gerade Zahlen“) und dann testen. Es zeigte sich nun, dass die Mehrzahl der Testpersonen eine positive Teststrategie bevorzugt. Sie nennen also häufig Tripel wie „8-10-12“ und so weiter und bekommen auch immer ein „Ja“ dafür, ohne der Lösung näher zu kommen. Im vorliegenden Fall wäre eine falsifizierende Teststrategie sinnvoller, da die naheliegende Regel („gerade Zahlen in aufsteigender Reihenfolge“) enger gefasst ist als die tatsächliche Regel.[1]

Selection Task[Bearbeiten]

Vor dem Probanden liegen vier Karten, sie zeigen E, K, 4, 7. Jede Karte hat einen Buchstaben auf der einen und eine Zahl auf der anderen Seite. Der Versuchsleiter behauptet: „Wenn auf der einen Seite der Karte ein Vokal ist, dann ist auf der anderen Seite eine gerade Zahl.“ Welche Karten muss die Testperson umdrehen, um die Regel zu überprüfen?

Fast alle Versuchspersonen überprüfen richtigerweise die „E“-Karte (Modus ponens), viele zusätzlich (falsch) die „4“-Karte, kaum jemand (was richtig wäre) die „7“-Karte (Modus tollens).[2][3]

Später haben andere Forscher gezeigt, dass die richtige Auswahl viel häufiger getroffen wird, wenn der Inhalt realistisch, das heißt weniger abstrakt, und/oder deontisch ist („Wer Alkohol trinken will, muss mindestens 18 Jahre alt sein“).[4]

THOG-Aufgabe[Bearbeiten]

THOG-Aufgabe

Vor dem Probanden liegen vier Karten. Sie zeigen:

  1. ein schwarzes Quadrat
  2. ein weißes Quadrat
  3. einen schwarzen Kreis
  4. einen weißen Kreis

Der Versuchsleiter sagt: „Ich habe mir eine Farbe (schwarz oder weiß) und eine Form (Quadrat oder Kreis) ausgesucht. Eine Karte, die genau eine dieser Eigenschaften hat, aber nicht beide, ist ein THOG. Das schwarze Quadrat ist ein THOG. Was kann man über die anderen drei Karten sagen (ist ein THOG / ist kein THOG / nicht entscheidbar)?“[5]

Die Schwierigkeit dieser Aufgabe entsteht dadurch, dass viele Informationen gleichzeitig bedacht werden müssen, was eine starke Belastung des Arbeitsgedächtnisses bedeutet.[6]

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

  • mit Philip Johnson-Laird: Thinking and Reasoning. Penguin Books, Harmondsworth 1968
  • mit Philip Johnson-Laird: Psychology of Reasoning: Structure and Content. 1972; Taschenbuch: Harvard University Press, 1990, ISBN 0674721276
  • mit Philip Johnson-Laird: Thinking: Readings in Cognitive Science. Cambridge University Press, 1977, ISBN 0521217563
  • mit William Hartston: The Psychology of Chess. Facts on File, 1983, ISBN 0871962268

Literatur[Bearbeiten]

  • Stephen Newstead & Jonathan St. B. T. Evans (Hrsg.): Essays In Honour Of Peter Wason. Psychology Press, 1995, ISBN 978-0-86377-358-7

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. P. C. Wason: On the failure to eliminate hypotheses in a conceptual task. In: Quarterly Journal of Experimental Psychology. 12, 1960, S. 129–140
  2. P. C. Wason: Reasoning about a rule. In: Quarterly Journal of Experimental Psychology. 20, 1968, S. 273–281
  3. NZZ Folio: Wenn Sie dieses Rätsel lösen, haben Sie einen Gehirnschaden. 12/07
  4. Wason Four Cards Test (PDF; 28 kB). Referat für ein Seminar von Friedel Bolle, Website der Europa-Universität Viadrina
  5. http://pages.slc.edu/~ebj/minds/THOG.html
  6. P. C. Wason & P. G. Brooks: THOG: The anatomy of a problem. In: Psychological Research. 41, 1979, S. 79–90