Petermännchen (Schwerin)

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Petermännchenfigur von Heinrich Petters in der Hoffassade des Schlosses
Petermännchenfigur von Heinrich Petters in der Hoffassade des Schlosses (2009)
Pinnower Wappen mit dem Petermännchen
Die Petermännchenfähre auf dem Pfaffenteich (1985)

Das Petermännchen ist der Geist des Schweriner Schlosses, der nach mehreren Sagen eine seiner Wirkungsstätten in den Kellergewölben des Schweriner Wahrzeichens hatte.

Die Gewölbe des Schlosses waren laut einer Überlieferung durch Gänge mit dem Petersberg in Pinnow verbunden, wo der gutmütige Kobold mit finsterem Gesichtsausdruck als Schmied arbeitete. In anderen Versionen überwindet die Figur den Weg von Pinnow bis zum Schloss auf dem See- oder gar dem Luftweg. Auch der Schlafplatz wird je nach Version an verschiedenen Stellen vermutet.

Die zwergenförmige Figur, die mit Laterne, Schwert und Schlüsselbund ausgerüstet war, soll Diebe und Eindringlinge mit Plagen, Späßen und nächtlichem Poltern bestraft und in die Flucht getrieben haben, während sie ehrliche Menschen belohnte. Außerdem weckte der Kobold eingeschlafene Soldaten, die zur Nachtwache eingeteilt waren. Das Petermännchen soll unter anderem Wallenstein, den Kaiser Ferdinand II. während des Dreißigjährigen Krieges 1628 mit dem Herzogtum Mecklenburg belehnte, während seiner ersten Nacht im Schloss Schwerin so arg gepiesackt haben, dass der große General am nächsten Morgen vollkommen übernächtigt wieder abreiste und Schwerin nie wieder betrat. Stattdessen war während der Herrschaft Wallensteins Güstrow Residenzstadt.[1]

Eine von Heinrich Petters um 1856 geschaffene Petermännchen-Statue befindet sich in der Hoffassade des Schlosses. Bei heutigen Veranstaltungen treten als Petermännchen verkleidete Personen als eine Art Maskottchen auf. Ein Petermännchen-Museum auf dem Schweriner Markt zeigte von 2006 bis 2011 die Geschichte zur Sagenfigur.

Pinnow trägt das Petermännchen seit 2001 in seinem Gemeindewappen. Die Blasonierung beschreibt es wie folgt: „In Gold auf grünem Hügel stehend das rot behaarte und bebartete blau gekleidete Petermännchen mit blauem Hut nebst silberner Feder, mit silberner Halskrause, silbernem Besatz und silbernen Ärmelstulpen, rotem Gürtel, silbern gespornten roten Stulpenstiefeln, in beiden Händen (je) eine silberne Stelze haltend.“

Namensgebend ist die fiktive Figur auch für die seit 1952 fahrende Personenfähre auf dem Schweriner Pfaffenteich[2], Busse, mit denen Stadtrundfahrten durchgeführt werden, und eine in Schwerin gebraute Biersorte. Außerdem trug der von 1976 bis 1991 verkehrende Städteexpress Schwerin–Berlin der Deutschen Reichsbahn den Namen Petermännchen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Ernst Friedrich von Monroy: Das "Petermännchen"-Bild im Schweriner Schloß und seine ursprüngliche Bedeutung. In: Mecklenburgische Jahrbücher. 103 (1939), S. 67-76. (online)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Informationen auf petermaennchenmuseum-schwerin.de, Website inzwischen offline
  2. http://www.nahverkehr-schwerin.de/technik/faehre/geschichte.html