Petit Pont

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Petit Pont von der Pont au Double aus gesehen

Die Petit Pont [1] in Paris ist eine Brücke über die Seine zwischen der Île de la Cité und dem Rive Gauche.

Sie verbindet das 4. Arrondissement mit dem 5. Arrondissement, dem Quai de Montebello und dem Quai Saint-Michel. Sie quert den Fluss zwischen der Pont au Double und der Pont Saint-Michel.

Charakteristik[Bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten]

Die Petit Pont besteht in dieser Form seit 1853, ist aber eine der beiden ältesten Brücken der Stadt. Als Bestandteil des Cardo von Lutetia zwischen der Rue de la Cité und der Rue du Petit Pont existierte an dieser Stelle bereits vor der Eroberung Galliens durch die Römer eine Brücke über den Fluss: als sich Titus Labienus im Jahr 52 v. Chr. mit seinen Truppen, der Stadt näherte, zerstörten die Parisii diese Brücken, um dem Gegner das Übersetzen und die Einnahme der Stadt zu erschweren.

Die Römer bauten die Brücke in Holz wieder auf (im Gegensatz zur Brücke über den großen Seinearm, für die sie Stein verwendeten) und machten sie zu einem zentralen Bestandteil ihrer Straße von Soissons nach Orléans, des Cardos der Stadt, von der wenige Meter südlich zudem die Straßen nach Burgund und Lyon (siehe Rue Galande) abzweigte.

Im Zusammenhang mit der Belagerung von Paris (885–886) wurde die Petit Pont zerstört. Den Jahreswechsel über hatten die Normannen witterungsbedingt die aktiven Kampfhandlungen unterbrochen, nahmen sie Ende Januar 886 dann aber bereits wieder auf. Sie steckten drei ihrer Schiffe in Brand und ließen sie in Richtung der hölzernen Petit Pont treiben, um ihn dadurch ebenfalls abzubrennen - die Schiffe gingen jedoch unter, bevor sie die Brücke erreichten. Was den Wikingern nicht gelang, wurde am 6. Februar 886 von schweren Regenfällen vollbracht. Die Seine trat über die Ufer und riss die von harten Kämpfen stark beanspruchte Holzbrücke weg. Der Turm südlich der Brücke war nun von Paris abgeschnitten, und konnte von den Angreifern erobert werden.

Nach dem Ende der Belagerung wurde die Petit Pont wieder aufgebaut. Zudem wurde die Steinbrücke der Römer, die innerhalb des Cardo von der Île de la Cité aus das rechte Seineufer erreichte (heute der Pont Notre-Dame), durch die hölzerne Pont du Roi oder Grand Pont etwa 150 Meter flussabwärts (heute die Pont au Change) ersetzt, so dass Paris bis zum 14. Jahrhundert weiterhin nur zwei Brücken besaß, die zudem nicht einmal in einer Linie lagen. Die beiden Kastelle (das Grand Châtelet und das Petit Châtelet), die diese Brücken nun schützten, verloren mit dem Bau der Stadtmauer durch König Philipp August ihre Schutzfunktion.

Die Brücken über die Seine, auch die Petit Pont, waren stark bebaut (Häuser auf Brücken waren die hygienischsten) und damit ökonomische Zentren der Stadt.

Erst 1379 ließ Hugues Aubriot gut 200 Meter flussabwärts die steinerne Pont Saint-Michel bauen, durch den die Petit Pont entlastet wurde. 1393 wurde dann die Petit Pont durch eine Flutwelle zerstört. 1395 bekam Raymond du Temple den Auftrag eines Neubaus, der aber 1408 ebenso Opfer einer erneuten Flut wurde wie die neue Pont Saint-Michel, wodurch die Stadt faktisch zweigeteilt wurde. Beide Brücken wurden danach neu gebaut.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Petit-Pont – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. offiziell ohne Bindestrich