Petrobras

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Petróleo Brasileiro S.A.
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Rechtsform Sociedade Anônima (Aktiengesellschaft)
ISIN BRPETRACNPR6
Gründung 3. Oktober 1953
Sitz Rio de Janeiro, Brasilien
Leitung Maria das Graças Foster (CEO)[1]
Mitarbeiter 86.111 (31. Dezember 2013) [2]
Umsatz 141,462 Mrd. USD (2013) [3]
Gewinn 10,832 Mrd. USD (2013) [3]Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Gewinn
Branche Mineralölkonzern
Website petrobras.com
Hauptverwaltung von Petrobras im Zentrum von Rio de Janeiro

Petrobras (Petróleo Brasileiro S.A.) ist ein brasilianisches halbstaatliches Mineralölunternehmen, dessen Aktienkapital sich teilweise in Privatbesitz befindet. Es wurde 1953 gegründet, um ein US-amerikanisches Übernahmemanöver abzuwehren. Der Sitz des Unternehmens befindet sich in Rio de Janeiro.

Heute ist es mit einem jährlichen Umsatzvolumen von ca. 141 Mrd. US-Dollar eine der größten Ölfirmen weltweit. In der Offshore-Förderung ist es technologisch führend und unterhält eine der weltweit größten Flotten von Schwimmplattformen. Seit April 2006 ist Brasilien Rohöl-Selbstversorger, muss aber leichtes Öl importieren, um das eigene Schweröl zu verdünnen. Täglich werden 2.320.000 Barrel Öl und Erdgas gefördert.[2]

Die Aktie der Petrobras wird unter anderem an der New Yorker Börse NYSE unter den Börsenkürzeln PBR und PBRA und an der brasilianischen Börse Bovespa in Sao Paulo unter den Börsenkürzeln PETR3 und PETR4 gehandelt.

Geschichte[Bearbeiten]

Mit großer Unterstützung der Bevölkerung unter dem Motto „Uns gehört das Öl!“ machte 1953 der damalige Präsident Brasiliens Getúlio Vargas die Gründung Petrobras amtlich. Die Unternehmensgründung erregte den Zorn der brasilianischen Elite, die gegen die Gründung und gegen Vargas selbst inbrünstig reagierte. Vargas beging im Jahr 1954 Selbstmord. Zur Privatisierung des Unternehmens wurden viele Versuche unternommen, vor allem während der Militärdiktatur von 1964 bis 1985 und während der Amtszeit von Präsident Fernando Henrique Cardoso (1995–2002).

Chronologie[Bearbeiten]

  • 1953: Das Unternehmen wird am 3. Oktober auf Initiative von Präsident Vargas gegründet. Es erhält eine Monopolstellung für die meisten Sektoren der Rohölindustrie;[4]
  • 1954–1961: Zeit großer Instabilität in der Politik des Unternehmens, verursacht durch die große Opposition gegen die Regierung;
  • 1961: Ein Bericht, freigegeben von der Regierung, enthüllt pessimistische Nachrichten über die Öl-Perspektive in Gebieten des Landes;
  • 1973: Nach kurzem Wachstum ist das Unternehmen stark in Mitleidenschaft gezogen durch die erste weltweite Erdöl-Krise, die die Zeit des „brasilianischen Wunders“, einer Zeit großen Wachstums der Wirtschaft des Landes, stoppte. Das Unternehmen ist geschwächt, fast bankrott;
  • 1974: Petrobras entdeckt ein riesiges Ölfeld in der Bacia de Campos, dessen Öl-Reserven die Finanzen des Unternehmens verbessern und den Betrieb landesweit wieder aufrichten;
  • 1975: Das Unternehmen unterzeichnet „Risiko-Verträge der Partnerschaft“ mit privaten Ölgesellschaften, um die Suche nach neuen Ölfeldern zu intensivieren und seinen Einfluss im Land zu konsolidieren;
  • 1979: Zweite Welt-Erdöl-Krise. Petobras ist betroffen, aber nicht mit der gleichen starken Wirkung wie in der Krise von 1973;
  • 1997: Die Regierung verabschiedet das Gesetz N. 9,478, welches das wirtschaftliche Monopol des Unternehmens in Brasilien bricht und damit seinen Konkurrenten erlaubt, in den Ölfeldern des Landes tätig zu sein. Im selben Jahr erreicht Petrobras die Marke der Eine-Million-Barrel-pro-Tag-Produktion. Das Unternehmen startet seinen Betrieb außerhalb des brasilianischen Gebietes und schließt Abkommen mit den latein-amerikanischen Regierungen;
  • 2000: Das Unternehmen erreicht den Weltrekord bei der Öl-Erforschung in tiefen Gewässern (1877 Meter unter dem Meeresspiegel);
  • 2001: Katastrophe mit der Petrobras 36, der weltweit größten Plattform für die Öl-Exploration. Die Plattform sinkt aufgrund technischer Ausfälle am 20. Mai mit einem geschätzten Gewicht von 1500 Tonnen Öl;
  • 2003: Erwirbt das Unternehmen Argentiniens größte Ölgesellschaft Perez Companc Energía (PECOM Energía SA) und seine betrieblichen Stützpunkte in Bolivien, Peru und Paraguay;
  • 2006: Petrobras erreicht die brasilianische Selbstversorgung im Erdöl-Bedarf;
  • 2007: Mit mehr als US $ 13 Milliarden Gewinn erzielt die Firma das beste Finanzergebnis in ihrer gesamten Geschichte. Das Unternehmen verkündet die Entdeckung des Riesen-Ölfelds „Jupiter“, in Santos. Petrobras’ Aktienkurs steigt in seinem Wert über 106 % (von Februar bis Dezember);
  • 2008: Entdeckung des möglicherweise weltweit drittgrößten Ölfeldes. Weitere Einzelheiten zu der Entdeckung sind jedoch noch nicht bestätigt.
    Der Gewinn von Petrobras erreicht mit 33,9 Mrd. Reais (ca. US $ 15,26 Mrd.) einen Rekordstand, Steigerung von 58 % gegenüber 2007. Ende 2008 wurden 2,01 Mio. Barrel täglich gefördert.[5]
  • 2009: Die USA leihen Petrobras 10 Milliarden Dollar zur Ausweitung ihrer Tiefseebohrungen.[6]
  • 2010: Explorationsvereinbarungen werden mit den Vereinigten Staaten,[7] Uruguay,[8] der Türkei,[9] Neuseeland[10] und anderen Ländern geschlossen. Petrobras ist weltweit in 27 Ländern[11] aktiv. Eine kräftige Kapitalerhöhung wird angekündigt[12] und im Juli 2010 verschoben, womit auch eine Verzögerung der angekündigten Ausweitung von Tiefbohrungen eintreten dürfte.[13] Im September gelingt dann die größte Kapitalerhöhung aller Zeiten mit der Platzierung von neuen Aktien im Wert von 70 Mrd. Dollar; dabei wurden nicht alle Aktienzeichner bedient.

Geschäftsfelder[Bearbeiten]

Exploration und Förderung von Erdöl und Erdgas[Bearbeiten]

Größter und wichtigster Geschäftsbereich der Petrobras ist die Exploration und Förderung von Erdöl- und Erdgasvorkommen.

Erdölreserven[Bearbeiten]

Während einer Präsentation beim 20. Nationalen Forum wurde verkündet, dass Petrobrás mit 11,7 Milliarden Barrel Öl die viertgrößten Ölvorkommen in Bezug auf börsennotierte Konzerne besitzt. In dieser Information sind noch nicht die Entdeckungen der Felder Tupi, Júpiter, Carioca und Bem-te-vi, die seit November 2007 exploriert werden, enthalten.[14] Ende 2013 belaufen sich die gesicherten Erdöl- und Erdgasvorkommen auf 15,973 Mrd. BOE.[2]

Mineralölverarbeitung und -vertrieb[Bearbeiten]

Petrobras besitzt zwölf Raffinerien in Brasilien.

Liste der Raffinerien[Bearbeiten]

Nordbrasilien

Nordostbrasilien

  • Raffinerie Landulpho Alves|RLAM – São Francisco do Conde (Bahia) – 323.000 bpd
  • Raffinerie Potiguar Clara Camarão|RPCC – Guamaré (Rio Grande do Norte) – 30.000 bpd

Südostbrasilien

Südbrasilien

Ausland

Raffinerien in Bau und Erweiterung

  • Raffinerie General Abreu e Lima|RNEST – Ipojuca (Pernambuco) – 230.000 bpd – Inbetriebnahme 2013
  • COMPERJ – Itaboraí (Rio de Janeiro) – 300.000 bpd – Inbetriebnahme vorgesehen für 2013

Raffinerien in Planung

  • Raffinerie Premium I – Bacabeira (Maranhão) 600.000 bpd – Inbetriebnahme vorgesehen für 2014
  • Raffinerie Premium II – Pecém (Ceará) – 300.000 bpd – Inbetriebnahme vorgesehen für 2014

Biokraftstoffe und erneuerbare Energien[Bearbeiten]

Erneuerbare Energien gewinnen zunehmend an Bedeutung im Tagesgeschäft der Petrobras. Im Jahr 2004 errichtete Petrobras seinen ersten Windpark in Macau (RN). Im Jahr 2007 eröffnete Petrobras die erste Bioethanolanlage Brasiliens zur Herstellung von Cellulose-Ethanol (Ethanol der zweiten Generation). Seitdem wurden weitere Anlagen eröffnet. Brasilien ist heute der größte Abnehmer und Produzent von Biokraftstoffen weltweit.

Distribution[Bearbeiten]

Die Petrobras Distribuidora wurde am 12. November 1971 als rechtlich eigenständige Tochtergesellschaft der Petrobras gegründet. Sie ist zuständig für Distribution, Vertrieb und Industrialisierung petrochemischer Produkte. Petrobras besitzt heute das landesweit größte Tankstellennetz mit 7306 Tankstellen sowie weiteren 1173 Tankstellen in Lateinamerika.[15] Der Geschäftsbereich erwirtschaftete 2010 einen Gewinn von 1,41 Mrd. Reais.

Stromerzeugung[Bearbeiten]

2010 wurden in 15 Wärmekraftwerken mit einer Leistung von zusammen 1.835 MW Strom erzeugt. [15]

Weitere Geschäftsfelder[Bearbeiten]

  • Petrochemie
  • Transport

Märkte[Bearbeiten]

Petrobras engagiert sich in der Regel in folgenden Märkten:

  • Domestic Sales: Es bildet für die Mehrheit der Tätigkeiten den Gewinn und umfasst die Gewinnung und Verteilung von Erdöl, Erdgas, Strom und petrochemische Erzeugnisse;
  • Export Sales: das wichtigste sind die Exporte, und nicht die Ölförderung selbst, sondern mechanische Technologien. Es ist jedoch geplant, Öl in großen Mengen zu exportieren, wenn die Jupiter- und Tupi-Felder erkundet sind (siehe: Die jüngsten Ereignisse von Bedeutung).
  • Kursgewinne: Das Unternehmen importiert Erdgas aus anderen lateinamerikanischen Ländern (vor allem aus Bolivien). Nach der Brasilien-Gruppe National Petroleum Agentur, besitzt Petrobras das größte und wichtigste Gasrohren-Netzwerk, mit einem Monopol, in der Nähe des Erdgases, vermarktet im Land.

Petrobras arbeitet intensiv mit ausländischen Übernahmen, den Kauf und die Kontrolle der wichtigsten Energie-Unternehmen in Südamerika und erkundet riesige Tiefsee-Felder von West Afrika und am Golf von Mexiko. Petrobras ist bekannt für seine Führungsrolle in Tiefsee-Erkundung: das Tupi Feld, das weltweit drittgrößte Ölfeld (Information noch unbestätigt), ist eine Tiefsee-Entdeckung und befindet sich in der pre-Salz Schicht.

Kurz gesagt, das Unternehmen hat damit begonnen, seine Gewinne aus dem Jahr 2002 mit hohen Investitionen der Regierung zu vergrößern. Im ersten Quartal 2008 erreichte Petrobras US $ 295,6 Mrd. Marktwert, so dass es das sechstgrößte Unternehmen der Welt ist.

Wettbewerb[Bearbeiten]

Petrobras ist eine der weltweit größten staatlichen Ölgesellschaften.

Wachstum[Bearbeiten]

  • Steigende Preise: Das Unternehmen erzielt Gewinne mit den steigenden Ölpreisen, verursacht durch die große politische Instabilität im Nahen Osten, einem wichtigen Ölproduzent der Region. Der Ölpreis erreichte 120 US-Dollar pro Barrel am 20. Mai 2008.
  • Steigerung der Nachfrage: die Öl-Nachfrage hat drastisch zugenommen in den aufstrebenden Ländern, in die Petrobras seine Technologien exportiert. Das hohe Wachstum in den BRIC-Ländern (Brasilien selbst, Russland, Indien und China) erklärt diese gewaltige Nachfrage. Die brasilianische Selbstversorgungsautarkie im Bereich Erdöl (Mai 2006) ließ die Ausfuhr kleiner Mengen von Öl zu.
  • Politische Fragen: Trotz der Kontrolle von privaten Investoren ist die Mehrheit der Aktien in der Hand der brasilianischen Regierung, was ihr das Recht gibt zur Kontrolle der Unternehmensfinanzen und -tätigkeiten. Das jüngste Wachstum des Unternehmens erklärt sich durch die politische Stabilität. Seit Brasilien 1997 am Ölmarkt offen war für ausländische Investitionen, ist Petrobras nach wie vor der größte Ölbesitzer des Landes und genießt faktisch einen Monopol-Zustand.
  • Alternative Energiequellen: Aufgrund des Rückgangs der weltweiten Ölversorgung und der Idee der „grünen Energie“, begann Petrobras, alternative Energien zu prüfen. Die erfolgreichste Strategie war der Biodiesel als Brennstoff, der von ca. 47 % der brasilianischen Bevölkerung verwendet wird. Petrobras war führend in der Forschung für diese Art von Treibstoff, so dass ein Gemisch aus 40 % Biodiesel mit Benzin keinen Schaden an den Fahrzeugen anrichtet. Das Unternehmen hält auch die Kontrolle über die brasilianische Ethanol-Forschung, denn Brasilien ist der weltweit größte Ethanol-Produzent.

Erdölfunde[Bearbeiten]

Ölpumpe von Petrobras (Lehrmodell)

Ende des Jahres 2005 fand Petrobras im Campos Basin, in der Nähe der Metropole Rio de Janeiro, etwa 1200 Meter unter der Meeresoberfläche, ein zwischen 700 Millionen und einer Milliarde Barrel großes Ölfeld, genannt Papa-Terra. Die Ausbeutung dieses Ölfeldes soll zusammen mit dem US-Partner Chevron Corporation im Jahre 2011 beginnen. Weitere Gas- und Ölfelder wurden im Santos-Basin (Campo de Tupi, geschätzt auf 5–8 Mrd. Barrel leichtes Öl, API, Stand: 28. April 2008) (Bundesstaat São Paulo) entdeckt.[16] Die Förderung soll bereits 2009 beginnen.

Ende 2007 wurde vermutlich das bisher drittgrößte Ölfeld der Erde mit 33 Milliarden Barrel vor der Küste Brasiliens gefunden.[16]

Katastrophen[Bearbeiten]

Am 15. März 2001 wurde die zu diesem Zeitpunkt größte Ölplattform der Welt, Petrobras 36 mit ihrem 120 m hohen Bohrturm, ein Prestigeprojekt, das erst ein Jahr zuvor errichtet worden war, von mehreren ungeklärten Explosionen erschüttert. Am 20. März sank die Plattform und hinterließ einen riesigen Ölteppich, der jedoch glücklicherweise aufs offene Meer hinaustrieb.[17]

Konkurrenten[Bearbeiten]

Sonstiges[Bearbeiten]

Die angekündigte Umbenennung in „PetroBrax“ wurde nach kontroverser öffentlicher Diskussion 2000/2001 abgesagt.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Petrobras – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Brasilien: Graça Foster designierte Vorsitzende von Petrobras Brasil News Online, abgerufen 27. Januar 2012
  2. a b c Geschäftsbericht 2013 (Port.) (Relatório da Administração 2013), abgerufen 3. August 2014 (PDF)
  3. a b Jahresabschluss 2013 (Port.) (DFP 2013 IFRS in USD), abgerufen 3. August 2014 (PDF)
  4. James D. Henderson, Helen Delpar, Maurice Philip Brungardt, Richard N. Weldon: A reference guide to Latin American history, Seite 220. ISBN 1-56324-744-5 (englisch), abgefragt am 2. Oktober 2010
  5. Jornal do Brasil vom 7. März 2009 (port.), abgerufen 7. März 2009
  6. online.wsj.com
  7. reuters.com
  8. en.mercopress.com
  9. english.peopledaily.com.cn
  10. nzherald.co.nz
  11. laht.com
  12. boerse-online.de
  13. nzz.ch
  14. jsessionid = 0Qd0LWJfQwF8srCzKJVq3G4PH0tnbYcG1mHf9Ct2P0F897KzHJHg! -1318129065! 218769449? _nfpb = true & _pageLabel = petr_com_pag_inicial & idConteudoPrincipal = noticias_detalhe_00040
  15. a b Nachhaltigkeitsbericht 2010 (port.) [1](PDF) , S.83ff, abgerufen am 23. Oktober 2011
  16. a b Im Meer vor Brasilien: Riesen- Ölfeld gefunden. In: Berliner Kurier, 16. April 2008
  17. Untergang der Bohrinsel (3sat)