Petrus (Usurpator)

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Petrus († 506 in Tortosa) war ein spätantiker römischer Usurpator im westgotischen Spanien des frühen 6. Jahrhunderts. In den Consularia Caesaraugustana und bei Victor von Tunnuna wird er als tyrannus erwähnt. Im zeitgenössischen politischen Sprachgebrauch und in Anbetracht der Natur der Quellen kann dies nur bedeuten, dass Petrus gegen Alarich II. − und indirekt gegen Anastasios I., der als nomineller Oberherr auch der westgotischen Könige galt − kaiserliche Würden und Autorität beansprucht hat. Als die Westgoten Tortosa 506 einnahmen, wurde Petrus gefangengenommen und hingerichtet, sein Kopf als Trophäe nach Saragossa geschickt. Petrus war offenbar nach Burdunellus der zweite Romane, der sich nach dem Untergang des Weströmischen Reiches im Ebrotal als Herrscher etablieren wollte.

Literatur[Bearbeiten]

  • Roger Collins: Visigothic Spain, 409–711. Blackwell Publishing, Oxford 2004, ISBN 0-631-18185-7, S. 35.
  • Edward A. Thompson: The End of Roman Spain: Part 3. In: Nottingham Mediaeval Studies 22 (1978), S. 3–22. Neudruck: The Gothic Kingdom and the Dark Age of Spain. In: Romans and Barbarians: The Decline of the Western Empire. University of Wisconsin Press, Madison 1982, ISBN 0-299-08700-X, S. 161−187.