Petrus Johannes Blok

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Petrus Johannes Blok (Bild von Thérèse Schwartze)

Petrus Johannes Blok auch: Pieter Jacob Blok (* 10. Januar 1855 in Den Helder; † 24. Oktober 1929 in Leiden) war ein niederländischer Historiker.

Leben[Bearbeiten]

Der Sohn des Schulbesitzers Cornelis Johannes Blok († 4. März 1875) und dessen Frau Dieuwertje Ruijter hatte anfänglich die Lateinschule in Alkmaar besucht. Danach studierte er ab 1873 klassische Literatur an der Universität Leiden. Nach anfänglichen finanziellen Schwierigkeiten promovierte er 1879 mit der Schrift Sextus Pompejus Magnus Gnaei filius und wurde Lehrer an der Schule in Leiden. Während jener Zeit beschäftigte er sich mit der Geschichte der Stadt im Mittelalter. Die Frucht seiner Arbeit erschien 1883 unter dem Titel Eene Hollandsche stad in de Middeleeuwen. Ein Jahr später folgte eine zweite Schrift über eine Stadt in den Burgundischen Niederlanden unter dem Titel Eene Hollandsche stad onder de Bourgondisch-Oostenrijksche heerschappij.

Mit diesen Werken hatte er sich aufgrund seiner soliden Arbeitsweise solch einen Ruhm erworben, dass man ihn 1884 die Professur für niederländische Geschichte an der Universität Groningen übertrug. Hier gründete er die historische Gesellschaft in Groningen, belebte den dortigen Volksalmanach und war 1886/87 als Bibliothekar an der Universitätsbibliothek Groningen tätig. Zudem absolvierte er in seiner Groninger Periode Forschungsreisen ins Ausland. Sie dienten dazu, entsprechende Archivalien aufzuspüren. So konnte er für die Erforschung der niederländischen Geschichte selbst in Rom neue Fakten finden. Durch eine Vielzahl von Publikationen wuchs auch seine Reputation, sodass er 1894 auf die Professur der niederländischen Geschichte an der Universität Leiden berufen wurde. Hier beteiligte er sich auch an den organisatorischen Aufgaben der Hochschule und war 1910/11 Rektor der Alma Mater. 1925 wurde er emeritiert.

Bekannt ist Blok als Redakteur des niederländischen Lexikons Nieuw Nederlandsch Biografisch Woordenboek (Neues niederländisches Biographisches Wörterbuch), zu welchem er mehr als 300 Artikel beigesteuert hat. Dazu beteiligte er sich als Redakteur an Fachzeitschriften. Auch seine Einzelbiografien zu Wilhelm I. van Oranje, Friedrich Heinrich von Oranien und Michiel de Ruyter sind nicht unbeachtet geblieben. So hat auch seine Geschichte der Niederlande eine deutsche (1902–18) und englische (1898–1902, 1907–1913) Übersetzung erfahren.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Lodewijk van Nassau. 1889
  • Friesland im Mittelalter. 1891
  • Geschiedenis van het Nederlandsche Volk. 1892
  • Histoire de Belgique. Brussel, 1909–1932, 7. Bde.
  • Willem de Eerste: prins van Oranje. Bd. 1. 1919, Bd. 2 1920
  • Michiel Adraanszoon de Ruyter. 1930

Literatur[Bearbeiten]

  • H. Brugmans: Levensbericht van Petrus Johannes Blok. In: Jaarboek van de Maatschappij der Nederlandse Letterkunde. Amsterdam, 1930, S. 1-30, (Online, PDF, niederländisch)
  • A.Th. van Deursen: BLOK, Petrus Johannes (1855–1929). In: Biografisch Woordenboek van Nederland. Den Haag, 1979, Bd. 1. (Online, niederländisch)
  • Jaarboekje voor geschiedenis en oudheidkunde van Leiden en omstreken. 1930, (Online PDF)

Weblinks[Bearbeiten]