Petrus von Blois

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Petrus von Blois (lateinisch Petrus Blesensis), (* 1135; † 1203) war ein französischer Dichter und Diplomat. Er stammte aus einer bretonischen Adelsfamilie und studierte Philosophie, Rechtswissenschaft und Theologie in Frankreich und Italien. Als ausgezeichneter Kenner der antiken Autoren kann er als ein früher Vertreter des Humanismus gelten.

Karriere[Bearbeiten]

Wie sein jüngerer Bruder Wilhelm wählte er die geistliche Laufbahn, erreichte aber keine führende Stellung in der Hierarchie. Petrus von Blois war ein unruhiger Geist, er verbrachte einen großen Teil seines Lebens an den Herrscherhöfen in Sizilien und England als Sekretär, Kanzler und Erzieher.

Werke[Bearbeiten]

Besonders häufig gelesen wurden seine Briefe, deren Sammlung zwischen 1184 und 1205 mindestens in fünf Redaktionen zusammengestellt wurde und die in 300 Handschriften ganz oder teilweise überliefert sind. Daneben stehen Kreuzzugsschriften und Traktate gegen Juden und Ketzer. Nur in wenigen der über 500 Handschriften mit Werken des Petrus sind seine Ars dictandi und die Vita des Hl. Guthlac enthalten. Petrus von Blois verfasste auch Gedichte in der Art der Vagantenlyrik, von denen mehrere in die Sammlung Carmina Burana aufgenommen wurden.

Editionen[Bearbeiten]

  • Migne, Patrologia latina 207 (Petrus Blesensis)
  • R.B.C. Huygens, Dialogus inter regem Henricum secundum et abbatem Bonevallis, Revue Bénedictine 68, 1958, 87-112 = Serta I, 375-408
  • The Later Letters of Peter of Blois, ed. E. Revell, 1993

Literatur[Bearbeiten]