Peugeot 203

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Peugeot
Peugeot 203 Limousine

Peugeot 203 Limousine

203
Produktionszeitraum: 1948–1960
Klasse: Untere Mittelklasse
Karosserieversionen: Limousine, Cabriolimousine, Kombi, Coupé, Cabriolet, Kastenwagen
Motoren: Ottomotoren:
1,3 Liter (33 kW)
Länge: 4350–4530 mm
Breite: 1620 mm
Höhe: 1560 mm
Radstand: 2580–2780 mm
Leergewicht:
Vorgängermodell: keines
Nachfolgemodell: Peugeot 204

Der Peugeot 203 wurde zwischen 1948 und 1960 in über 685.000 Exemplaren vom französischen Automobilhersteller Peugeot in Sochaux gebaut. Es war das erste nach dem Zweiten Weltkrieg neu entwickelte Fahrzeugmodell von Peugeot. Von 1949 bis 1954 war es das einzige Modell der Marke.

Technik[Bearbeiten]

Heck des 203
Peugeot 203 Coupé
Peugeot 203 Familiale

Der 203 war kein wieder aufgenommenes Vorkriegsmodell, sondern komplett neu konstruiert. Anfangs wurde der in den 1930er-Jahren entwickelte kleinere und schwächere Typ Peugeot 202 parallel angeboten. Der 203 hatte eine selbsttragende Karosserie, hydraulisch betätigte Bremsen und eine vordere Einzelradaufhängung mit einer querliegenden Blattfeder und eine Zahnstangenlenkung. Die starre Hinterachse hatte Schraubenfedern und wurde von einer Deichsel[1] und einem Panhardstab geführt. Angetrieben wurde das Modell von einem Vierzylindermotor mit 1290 cm³ Hubraum, dessen V-förmig hängende Ventile von einer hochliegenden seitlichen Nockenwelle über Stoßstangen und Kipphebel gesteuert wurden und der eine Leistung von 33 kW (45 PS) erbrachte. Die Kraft wurde mit einem (ab 1954 vollsynchronisierten) Vierganggetriebes über eine Kardanwelle auf den Schneckenantrieb des Differentials an der Hinterachse übertragen. Wie viele Autos dieser Zeit hatte auch dieses Fahrzeug eine Lenkradschaltung. Die Elektrik arbeitete mit einer Spannung von zwölf Volt, die von zwei in Reihe geschalteten Sechs-Volt-Batterien bereitgestellt wurde. Als Extra konnten die Limousinen mit einem Schiebedach ausgestattet werden. Immer wieder wurde das Modell modifiziert, um das Fahrverhalten und den Komfort zu verbessern. Die Konstruktion von Fahrwerk und Motor wurden etwas modifiziert auch noch im Peugeot 403 weiter verwendet.

Modellentwicklung[Bearbeiten]

Die Form des 203 wurde während des Produktionszeitraums nur geringfügig verändert. Lediglich einige kleinere Modifikationen lassen das Baujahr erkennen.
10/1949: Sitze ohne Chromleiste, Wegfall des Knebelgriffes am Kofferraum
05/1950: Wegfall des Zierschmucks auf den vorderen Kotflügeln
10/1950: Stoßstangenhörner rechts und links neben dem vorderen Kennzeichen
04/1951: Stoßstangen vollständig verchromt und neue Kennzeichenbeleuchtung
01/1952: Armaturenbrett in Wagenfarbe lackiert
03/1952: neue Stoßstangen
10/1952: Deflektoren an den vorderen Türen, halbkreisförmiger Tachometer, vergrößerte Rückleuchten
10/1953: Tankdeckelverschluss erneuert, profilierte und weiter um die Karosserie herum reichende Stoßstangen. Die Wasserabläufe am Dach folgen jetzt der Form der Türen, anstatt bis zum Kofferraum zu reichen
09/1954: Liegesitze, Änderung der Kennzeichenbeleuchtung
09/1956: Blinker statt Winker
04/1957: leicht vergrößerte Radkappen
09/1958: Wegfall des Löwen auf der Motorhaube aus Gründen der passiven Sicherheit

Varianten[Bearbeiten]

Angeboten wurden neben der Limousine auch ein Découvrable (Berline mit durchgehendem Stoffdach), ein Coupé, ein Cabriolet und verschiedene Kombiversionen, bezeichnet als Familiale, Commerciale, Fourgonnette, Fourgon, Camionnette und weitere. Insgesamt standen zeitweise bis zu zwölf verschiedene Karosserieversionen mit unterschiedlichen Radständen und Aufbauten zur Auswahl. Der 203 wurde auch exportiert, insbesondere in die damaligen französischen Kolonialgebieten Afrikas und Asiens.

Der französische Karosseriebauer Emile Darl'mat baute ungefähr 250 Fahrzeuge um. Er reduzierte die Höhe des Wagens um 140 mm und hob die Verdichtung auf 7,4:1 an. Damit leistete der Motor 50 PS und es wurde eine Dauerhöchstgeschwindigkeit von 140 km/h erreicht. Es gab auch 1,5-Liter-Motoren mit 70 PS. 1951 baute der Tuner auch eine Kunststoffkarosserie für den 203 und eine Coupévariante mit Aluminiumkarosserie.

Unter dem Namen Peugeot VSP entwickelte Peugeot zudem einen Geländewagen auf Basis des 203, der allerdings auf wenig Interesse beim Militär stieß. Einer der Prototypen wurde später bei der Werkfeuerwehr von Peugeot als Feuerlöschfahrzeug eingesetzt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Walter Zeichner: Peugeot 203/403/404 1948–72. Eine Dokumentation. Stuttgart 1987, ISBN 3-922617-18-2

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.zerotrois.ch/forum/download/file.php?id=5136&mode=view

Weblinks[Bearbeiten]