Peugeot 504

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Peugeot
Peugeot 504 Limousine (1968–1975)

Peugeot 504 Limousine (1968–1975)

504
Verkaufsbezeichnung: 504
Produktionszeitraum: 1968–2005
Klasse: Obere Mittelklasse
Karosserieversionen: Limousine, Kombi, Coupé, Cabriolet, Pickup
Motoren: Ottomotoren:
1,8–2,7 Liter
(54–106 kW)
Dieselmotoren: 1,9–2,3 Liter
(40–51 kW)
Länge: 4360–4800 mm
Breite: 1690–1700 mm
Höhe: 1350–1550 mm
Radstand: 2550–2900 mm
Leergewicht: 1140–1375 kg
Vorgängermodell: Peugeot 404
Nachfolgemodell: Peugeot 505

Der Peugeot 504 war eine Pkw-Reihe der oberen Mittelklasse des französischen Herstellers Peugeot, die in Frankreich zwischen Sommer 1968 und Mitte 1984[1] hergestellt wurde, wobei der Pickup noch bis Ende 1993[2] vom Band lief. Bis Dezember 2005 wurde das Fahrzeug in Lizenzbau hergestellt.

Das Fahrzeug wurde von dem italienischen Designstudio Pininfarina entworfen, verantwortlicher Designer der Limousine war Aldo Brovarone, Cabrio und Coupé wurden von Sergio Pininfarina entworfen[3].

Im September 1968 wurde der 504 zunächst als viertürige Stufenhecklimousine vorgestellt. Später kam ein zweitüriges Coupé, ein Cabriolet sowie ein Kombi hinzu. Außerdem wurde eine Pickup-Version des 504 angeboten, ein Fahrzeug mit einem Führerhaus für zwei Personen und einer Ladefläche.

1969 wurde die 504 Limousine zum Auto des Jahres in Europa gewählt.

Die Limousinen wurden bis Ende 1981 und die Kombis bis Frühjahr 1982 in Deutschland verkauft, wurden aber bis Mitte 1984 noch in Frankreich angeboten. Mitte 1983 wurden auch die Coupé- und Cabrioversionen eingestellt.

Im Dezember 2005 lief in Nigeria nach einer Bauzeit von 37 Jahren der weltweit letzte Peugeot 504 vom Band. Insgesamt wurden 3.711.556 Exemplare gebaut; eine größere Produktionszahl können innerhalb der Peugeot-Modellpalette nur die Kleinwagen 205 und 206 aufweisen.

Modellgeschichte[Bearbeiten]

Limousine und Kombi[Bearbeiten]

Der Peugeot 504 war eine Neukonstruktion mit Einzelradaufhängung und Scheibenbremsen an allen vier Rädern und wurde im französischen Sochaux gebaut. Zunächst wurde der Wagen mit dem weiterentwickelten 1,8 Liter-Hubraum-Motor des Peugeot 404 mit Vergaser oder mechanischer Kugelfischer-Einspritzung angeboten; ab 1971 war auch ein Dieselmotor erhältlich. Die Einspritzmodelle trugen die Bezeichnung „Injection“. Ab Oktober 1970 wurde der 1,8-Liter-Motor des 504 durch einen Zweilitermotor mit 69 kW (94 PS) ersetzt. Die Limousinen wiesen einen Radstand von 2,74 m auf und waren 4,49 m lang, 1,69 m breit und 1,46 m hoch.

Im April 1971 erschienen drei Kombiversionen mit auf 2,9 m verlängertem Radstand und beidseitig doppelten Schraubenfedern an der Hinterachse („Break“, „Commerciale“ und der sieben- bis achtsitzige „Familiale“), die jeweils auf 640 kg Zuladung ausgelegt waren. Ab Herbst 1971 war er auch als Krankenwagen-Sonderumbau erhältlich. Die Kombis waren 4,8 m lang, 1,69 m breit und 1,55 m hoch.

Im Jahr 1973 erschien als Reaktion auf die Ölkrise der 504 "L", mit dem 1,8-Liter-Motor und einer starren Hinterachse aus dem Peugeot 404. Diese Version hatte ein vereinfachtes Armaturenbrett, und der Motor begnügte sich mit Normal- statt mit Super-Kraftstoff. Die 2-Liter-Vergaserversionen der Limousine trugen ab 1973 das Buchstabenkürzel „GL“, die Einspritzversion hieß „TI“.

Ab Juli 1975 wurde die sogenannte „zweite Serie“ des Peugeot 504 angeboten. Auffälligste Merkmale dieser Serie waren die nun in die Karosserie eingelassenen Türgriffe sowie ein überarbeitetes Armaturenbrett mit einem moderneren Lenkrad. Die „TI“-Limousinen der Baujahre 1976 und 1977, die in die Bundesrepublik Deutschland ausgeliefert wurden, waren serienmäßig mit den Doppelscheinwerfern der US-Exportmodelle ausgestattet. Lediglich im Modelljahr 1977 waren alle Limousinen- und Kombivarianten mit Lufteinlässen unterhalb des Kühlergrills versehen.

Im September 1977 erhielten die Modelle einen schwarzen Kühlergrill aus Kunststoff statt des bisherigen Chromgitters.

Da im Mai 1979 der Nachfolger des 504, der Peugeot 505, auf den Markt kam, entfielen ab diesem Baujahr die Limousinen mit 2-Liter-Motor aus dem Modellangebot. Sie wurden durch die einfacheren Modellvarianten „GR“ und „SR“, die auf dem ebenfalls entfallenen "L"-Modell basierten, ersetzt. Gleichzeitig erhielten alle Modelle auch Seitenschutzleisten.

Der Peugeot 504 wurde - zuletzt in stark modifizierter Form - in Kenia, der Volksrepublik China, Argentinien und Nigeria gebaut. In Afrika waren und sind von jeher die Familiale-Modelle - auch gebrauchte Fahrzeuge aus Europa - äußerst begehrt und als Taxi weit verbreitet. So gehört der Wagen z.B. in Kairo als Taxi-Version auch 2010 noch zum Straßenbild.

Coupé und Cabrio[Bearbeiten]

Peugeot arbeitet traditionell mit Pininfarina zusammen, eine der ersten italienischen Adressen, wenn es um gefällige Linienführungen für Autokarosserien geht. Im Frühjahr 1969 erschien das 504 Coupé, das nun nicht wie beim 204 und 304 eine Schrägheckvariante war, sondern eine eigenständige Karosserie besaß, die auch für das Cabriolet Verwendung fand.

Technische Basis war die bereits im September 1968 erschienene Limousine. Allerdings wurde der Radstand auf 2,55 m gekürzt. Coupé und Cabrio waren 4,36 m lang und 1,7 m breit. Die Höhe betrug 1,35 m beim Coupé und 1,36 m bei Cabrio.

Die 504 Coupé- und Cabrio-Versionen wurden bis auf Antrieb und Fahrwerk im Pininfarina-Werk in Turin produziert. Von dort wurden die halbfertigen Fahrzeuge per Bahn nach Sochaux zur Endmontage transportiert, wo Motor, Getriebe und Fahrwerk ergänzt wurden.

Die elegant geschwungene Gürtellinie, die sanft abgerundeten Flächen und der lichte, pavillonartige Karosserieaufbau des Coupé führten dazu, dass die Zweitürer von ihrer Präsentation auf dem Genfer Auto-Salon im Frühjahr 1969 bis zu ihrem Produktionsende im Juni 1983 in ihrer Erscheinung zeitlos blieben. An der Frontpartie vermittelten vier Einzelscheinwerfer einen Hauch von sportlicher Aggressivität, dem Heck gaben Rückleuchten mit schrägstehenden Einzelelementen eine eigenwillige Gestalt. Die Coupé- und Cabriolet-Modelle erfuhren im Laufe ihrer über 14-jährigen Bauzeit fast ausschließlich an Front und Heck Design-Änderungen.

In technischer Hinsicht waren die Zweitürer weitgehend mit der Limousine identisch, wurden jedoch ausschließlich mit Einspritzmotor geliefert. Die 1796 cm³ großen Vierzylindermotor leisteten zunächst 97 PS, wenige Monate später dann 101 PS, und ermöglichten bei einem Fahrzeugleergewicht von 1220 kg eine Höchstgeschwindigkeit von gut 170 km/h. Das 504 Coupé sowie das Cabrio präsentierten sich als gediegene, exklusive Reisewagen.

Sportlichkeit vermittelten die straffere Fahrwerksauslegung, eine breitere Spurweite, ein kurzer Radstand, ein Sportlenkrad und eine Knüppelschaltung. Im Innenraum des Cabrios dominierten anfangs schwarzes Plastik, Kunstleder und Gummiverkleidungen, während für Coupé-Kunden ein beispielsweise in Andalou-Rot lackiertes Fahrzeug in Verbindung mit beigen Velours–Polstern, schwarzen Türverkleidungen und Sonnenblenden sowie einer beigen Dachverkleidung, einer schwarzen Hutablage und beigefarbenen Plüschteppichen erhältlich war.

Der ab Herbst 1970 auf zwei Liter Hubraum vergrößerte Motor erzeugte zwar nur drei Pferdestärken mehr Leistung, hatte dafür aber ein beträchtlich gesteigertes Drehmoment, das besonders gut mit der nun erhältlichen Dreigangautomatik von ZF harmonierte. Ein Drehzahlmesser verdrängte die Uhr aus dem schwarz statt silbern lackierten Instrumententräger in die Mitte des Armaturenbretts.

Drei Jahre später feierte der neue 2664 cm³ große V6-PRV-Motor seine Premiere, der gemeinsam von Peugeot, Renault und Volvo entwickelt worden war und in den jeweiligen Spitzenmodellen Peugeot 604, Renault 30 und Volvo 264 eingebaut wurde. Zur Verbesserung von Image und Fahrleistungen wurde ab Herbst 1974 das Aggregat gleichzeitig mit der Vorstellung im Peugeot 604 auch in den überarbeiteten Coupé- und Cabrio-Versionen des 504 eingebaut.

Den ursprünglich als Achtzylindermotor konzipierte Vergaser-Motor in Leichtmetall-Bauweise hatte eine erstmals in einem Serienautomobil verwendete kontaktlose elektronische Zündanlage (Schlumberger Altronic), obenliegende Nockenwellen und gehörte wegen seines Zylinderbankwinkels von 90° nicht zu den besonders laufruhigen Sechszylinder-Aggregaten. Innenbelüftete Scheibenbremsen vorn, eine Servolenkung und der von 56 auf 84 Liter vergrößerte Tank waren weitere Neuerungen. Äußerlich war der 504 an versenkten Türgriffen, neuen Felgen und einem geänderten Kühlergrill zu erkennen, vor allem aber an neugestalteten Leuchteinheiten über den geringfügig modifizierten Stoßstangen. Die Doppelscheinwerfereinheiten waren nun jeweils hinter einer Glasverkleidung zusammengefasst, und die großflächigen Rückleuchten waren rechteckig. Das Heck war jetzt durch einen Doppelauspuff gekennzeichnet. Innen wurden Dreipunkt-Automatik-Gurte, Kopfstützen und eine nun wieder silberfarben gehaltene Instrumentenblende verbaut. Das Angebot der Farbpalette war von vier auf sechs Lackierungen ausgeweitet worden: Arosa-Weiß, Rauchgrau-, Silberblau-, und Mahagoni-metallic, Tulpengelb (nur Cabrio), Silbergrau-Metallic (nur für das Coupé) oder auf Sonderwunsch Schwarz. Das Coupe gab es auch mit einem Automatikgetriebe aus der Fabrikation des General Motors Getriebewerks in Straßburg[4].

Ab Herbst 1977 wurden Coupé und Cabrio wieder mit dem altbekannten, jedoch auf 106 PS gesteigerten Zweiliter-Motor, mit Einrohrauspuff, einem 56-Liter-Tank und mit Vierganggetriebe oder ZF Automatik ausgerüstet. Das Coupé gab es weiterhin auch mit Sechszylinder-Motor, jetzt jedoch mit einer K-Jetronic Benzin-Einspritzanlage von Bosch und 144 PS, in Verbindung mit der GM Dreigang–Automatik oder einem neuen Fünfganggetriebe.

Äußerlich kennzeichneten Jahrgang 1979 nur geringfügige Unterschiede, etwa Michelin-TRX–Reifen auf Stahlfelgen beim V6-Coupé, ein neues Lenkrad oder die sich jetzt nach außen wölbende Motorhaube. Breite Kunststoff-Stoßstangen ersetzten im Herbst 1979 die zierlicheren Vorgänger aus Edelstahl-, schwarzlackiert oder bei Metallic-Lackierungen in Wagenfarbe gehalten. Für die Passagiere in der zweiten Reihe gab es nun ebenfalls Sicherheitsgurte; der Fahrer schaltete auch im Vierzylinder nun serienmäßig mit fünf Gangstufen, das Armaturenbrett war mit Holzfurnier verkleidet. Im Jahr darauf erhielt das V6-Coupé TRX-Reifen mit Leichtmetallfelgen.

Ab dem Modelljahr 1980 wurden auch die Vierzylinder-Modelle mit einem Fünfganggetriebe ausgestattet.[5] Ab Modelljahr 1982[6] lieferte Peugeot die Zweitürer mit einem Armaturenbrett mit fünf großen Instrumenten aus − ein Detail für eine von Pininfarina geplante Luxus-Version, das schließlich noch mit in die Serienfertigung einfloss. Die zweitürige Luxus-Version fand in nur drei Exemplaren ihre Realisierung.

Die Coupés und Cabrios des 504 waren zu ihrer Zeit selten, heute sind sie rar. Viele Fahrzeuge wurden im Laufe der Zeit wegen Korrosion verschrottet.

Pickup[Bearbeiten]

Als leichtes Nutzfahrzeug bot Peugeot ab Ende 1979 - wie schon im Fall des 404 - eine Pickup-Version des 504 an. Sie wurde häufig in ländlichen Regionen Frankreichs, aber auch in Afrika genutzt. In Afrika sind die Fahrzeuge noch immer fester Bestandteil des Straßenbildes.

Ein Lizenznachbau des Pick-Up in zwei- und in viertüriger Version (letztere mit verkürzter Ladefläche) entstand bis 1997 bei der chinesischen Guangzhou Peugeot Automobile Company. Dort war die Modellserie des 504 unter der Bezeichnung Guangzhou-Peugeot GP 7200 bekannt.

Dangel 4x4[Bearbeiten]

Ab September 1980 bot Peugeot auch Allradversionen des Break an, die Pickup-Modelle folgten im Juli 1981.

Die Fahrzeuge wurden von Automobiles Dangel auf Basis von Serienfahrzeugen hergestellt und von Peugeot offiziell vertrieben[7]. Hauptabnehmer der 5500 produzierten Fahrzeuge waren französische Behörden und Entwicklungshilfeorganisationen, die soweit möglich einheimische Produkte kaufen mussten.

Im Januar 1994 lief der letzte Pickup vom Band.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Peugeot 504 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien


Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Aufschlüsselung der Baujahre für alle Modelle außer Pickup im Ersatzeilkatalog http://public.servicebox.peugeot.com/classic/AIDE/8432/FB/SP11/index.html
  2. Auflistung diverser Verkaufsprospekte für Frankreich bis 1993 http://bunnik.perso.sfr.fr/peu50403.htm
  3. Brief von Aldo Brovarone http://www.504ccforum.de/viewtopic.php?f=27&t=1042&p=6911#p6911
  4. Ersatzteilkatalog 1981 http://www.504cc.de/images/stories/Ersatzteile/PDF/Ersatzteile_86_FR_2.pdf
  5. 504 CC Modellgeschichte http://www.504cc.de/de/modellgeschichte
  6. Verkaufsprospekt 1982 http://www.504cc.de/prospekte/prospekt-1982
  7. http://membres.multimania.fr/cit43/Autoshorsserie_2/Peugeot_504_Dangel.htm