Pfäfers

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Pfäfers
Wappen von Pfäfers
Staat: Schweiz
Kanton: Kanton St. Gallen (SG)
Wahlkreis: Sarganserlandw
BFS-Nr.: 3294i1f3f4
Postleitzahl: 7312
Koordinaten: 756811 / 20564546.9833329.499997840Koordinaten: 46° 59′ 0″ N, 9° 30′ 0″ O; CH1903: 756811 / 205645
Höhe: 840 m ü. M.
Fläche: 128.53 km²
Einwohner: 1533 (31. Dezember 2013)[1]
Einwohnerdichte: 12 Einw. pro km²
Website: www.pfaefers.ch
Sicht auf Pfäfers von der Burg Wynegg aus.

Sicht auf Pfäfers von der Burg Wynegg aus.

Karte
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Pfäfers ist eine politische Gemeinde im Kanton St. Gallen im Wahlkreis Sarganserland. Zur Gemeinde gehören die Ortschaften Pfäfers, Furggels (auf dem St. Margretenberg), Vadura, Bläs, Valens, Vasön und Vättis.

Ortschaften[Bearbeiten]

Pfäfers[Bearbeiten]

Die Fraktion Pfäfers umfasst das Dorf Pfäfers selber sowie die Weiler St. Margretenberg und Vadura. Pfäfers liegt auf ca. 800 m über Meer am Eingang des Taminatals. Es zählt rund 600 Einwohner.

Wichtigster Arbeitgeber mit ca. 500 Mitarbeitenden ist die Klinik St. Pirminsberg für Psychiatrie, Psychotherapie und Suchtbehandlung. Hier werden seelisch kranke Menschen aus dem Südteil des Kantons St. Gallen und des Fürstentums Liechtenstein behandelt. Die Klinik St. Pirminsberg hat 143 Betten. Daneben bieten auch die Land- und Forstwirtschaft sowie das Kleingewerbe zahlreiche Arbeitsplätze.

In Vadura liegt die Zentrale und das Ausgleichsbecken Mapragg der Kraftwerke Sarganserland AG. Das Pumpspeicherkraftwerk produziert jährlich im Schnitt 444 Mio. kWh elektrische Energie.

Sehenswert ist die ehemalige Klosterkirche, welche 1694 im Barockstil erbaut wurde. Pfäfers ist auch Ausgangspunkt für die Wanderung in die Taminaschlucht und zum alten Bad Pfäfers. Für Wanderungen geeignet ist auch das Hochtal St. Margretenberg, das auch mit dem Postauto zu erreichen ist. Im Winter sind der Skilift Tristeli und die Langlaufloipe in Betrieb.

Sehenswürdigkeiten

Vättis[Bearbeiten]

Hauptartikel: Vättis

Vättis liegt im Taminatal, auf ca. 940 m über Meer. Es zählt rund 460 Einwohner. Die wichtigsten Wirtschaftszweige sind die Land- und Forstwirtschaft sowie das Gewerbe.

Zu den Sehenswürdigkeiten zählt das Drachenlochmuseum, in dem Fundstücke aus dieser prähistorischen Fundstelle ausgestellt sind. In Gaspus liegt die Talstation der Seilbahn nach dem Vättnerberg. Von dort aus sind Bergwanderungen möglich.

Das Calfeisental hinterhalb von Vättis ist ebenfalls ein beliebtes Wandergebiet. Sehenswert sind der Stausee Gigerwald der Kraftwerke Sarganserland AG, mit einer 147 m hohen Staumauer und die ehemalige Walsersiedlung St. Martin.

Sehenswürdigkeiten

Valens[Bearbeiten]

Valens liegt im Taminatal, ca. 920 m über Meer. Es zählt zusammen mit dem Gebiet Balen-Gassaura rund 400 Einwohner.

Wichtigster Arbeitgeber ist die Klinik Valens. Sie ist spezialisiert auf Rheumatologie und Neurologie. Die Behandlungen werden unterstützt von Therapien im heilkräftigen Thermalwasser aus der Therme Pfäfers. Das Thermalbad ist auch der Öffentlichkeit zugänglich.

Daneben bieten auch die Land- und Forstwirtschaft sowie das Kleingewerbe zahlreiche Arbeitsplätze.

Valens ist Ausgangspunkt für verschiedene Bergwanderungen. Eine der Routen führt in die Taminaschlucht und zum alten Bad Pfäfers.

Ortsgemeinde Vasön[Bearbeiten]

Die Ortsgemeinde Vasön liegt im Taminatal und gehört der Politischen Gemeinde Pfäfers (SG), Sie liegt ca. 920 m über Meer. Sie zählt zählt ca. 85 Einwohner. Wobei es im Dörfchen Vasön ca. 65 Einwohner hat, die andern 20 sind in den umliegenden 2 Weilern, Langwies und Tschenner. Wichtigste Wirtschaftszweige sind: die Landwirtschaft (7 Betriebe: 4 Mast- und Aufzuchtbetriebe, 2 Schafbetriebe, 1 Aufzuchtsbetrieb), Forstwirtschaft (1), Schindlerei (1), Detailhandel (1), Schnitzerei (1), Weberei (1) und Gastronomie (1). Vasön ist Ausgangspunkt für verschiedene Bergwanderungen.

Wappen[Bearbeiten]

Gemäss einer Legende wollte der heilige Pirmin in der Gegend von Landquart ein Kloster gründen. Als die Arbeiter die Bäume fällten, hieb sich einer von ihnen unglücklich ins Bein. Während sich die Mönche um den Verletzten kümmerten, flatterte plötzlich eine schneeweisse Taube herbei, hob einen blutbespritzten Holzspan auf und flog davon. Die Mönche folgten ihr und fanden sie wieder im Taminatal, wo sie sich auf einem Baum niedergelassen hatte. Der heilige Pirmin sah dies als Zeichen Gottes an und beschloss, das Kloster an dieser Stelle, da wo das heutige Pfäfers liegt, zu bauen.

Diese Erzählung ist in den Deckengemälden der Kustorei der Klosterkirche Pfäfers dargestellt.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Taminatal kann auf eine lange Siedlungsgeschichte zurückblicken. Im Drachenloch ob Vättis wurden Steinwerkzeuge von Höhlenbewohnern sowie Bärenknochen gefunden, welche rund 50.000 Jahre alt sein dürften. Ein Teil der Funde sind im Ortsmuseum Vättis ausgestellt. Bedeutung erlangte Pfäfers durch die Gründung des Benediktinerklosters, in der ersten Hälfte des 8. Jahrhunderts. Es bestand während über 1000 Jahren und wurde im Jahre 1838 aufgelöst. Seit 1847 werden die Klosterbauten als psychiatrische Klinik benützt.

Im 14. Jahrhundert siedelten sich im Calfeisental die Walser an. Noch heute kann man die Siedlung St. Martin und das Walserhaus auf der Alp Ebni besichtigen.

Um das Jahr 1240 wurde die Thermalquelle in der Taminaschlucht entdeckt. Die Kranken, welche im heilkräftigen Wasser badeten, wurden an Seilen in die enge Schlucht hinuntergelassen. Im Jahr 1630 wurde ein Badehaus am Ausgang der Schlucht erstellt, das im 18. Jahrhundert ausgebaut wurde. 1840 wurde die Strasse nach Ragaz erstellt, und in der Folge verlagerte sich der Kurbetrieb immer mehr dorthin. Heute sind im Bad Pfäfers, dem ältesten barocken Bäderbau der Schweiz, ein Restaurant und ein Museum untergebracht.

Zwei wichtige Marksteine des 20. Jahrhunderts in wirtschaftlicher Hinsicht waren die Eröffnung der Klinik Valens im Jahre 1970 sowie der Kraftwerke Sarganserland im Jahre 1975. Die Kraftwerke Sarganserland AG betreiben ein Pumpspeicherkraftwerk, zu dem der Stausee Gigerwald und das Ausgleichsbecken samt Zentrale in Mapragg gehören. Beide Betriebe sind wichtige Arbeitgeber für die Bevölkerung der Gemeinde.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1831 1850 1900 1950 1980 2000 2010
Einwohner 1634 1315 1510 1900 1814 1754 1571

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Tourismus[Bearbeiten]

Pfäfers mit ehemaligem Kloster Pfäfers

Das Wahrzeichen von Pfäfers ist die barocke ehemalige Klosterkirche, welche Ende des 17. Jahrhunderts erbaut wurde. Von Pfäfers aus geht es hinauf ins Hochtal von St. Margretenberg, dem Aussichtspunkt Piz Alun zu oder weiter über die Alp Salaz Richtung Calanda. Hinunter geht es über die Naturbrücke zu der Taminaschlucht und zu der warmen Quelle.

Von Vättis ist das zerklüftete Calfeisental erreichbar. Auf den Vättnerberg führt eine Seilbahn. Von dort ist Drachenloch erreichbar, das schon in der Steinzeit bewohnt war.

Auch von Valens aus kann man in die Taminaschlucht hinabsteigen und das alte Badehaus mit dem Museum und der Paracelsus-Gedenkstätte besuchen.

Wer im Winter das Taminatal besucht, findet auf dem St. Margretenberg eine Skiliftanlage und präparierte Pisten vor. Von der Terrasse des Restaurants bei der Bergstation aus hat man Aussicht ins Rheintal und die Bündner Berge. Langlauf ist sowohl auf dem St. Margretenberg als auch in Vättis möglich.

Verkehr[Bearbeiten]

Pfäfers und Valens sind unabhängig voneinander mit Bad Ragaz verbunden. Im Jahre 2010 wurde eine Strassenbrücke zwischen Valens und Pfäfers projektiert, da eine Sanierung der Strasse zwischen Bad Ragaz und Valens auf Grund des instabilen Rutschgebiets entlang der Strasse unwirtschaftlich wäre. Im Februar 2012 wurde das Projekt vom Kantonsrat beschlossen und im März 2013 war Baubeginn der Taminabrücke.

Von 1892 bis 1964 war Pfäfers sommers mit der Drahtseilbahn Ragaz-Wartenstein erreichbar. Ausserdem wird die Gemeinde mit Postautos, ebenfalls ab Bad Ragaz bedient.

Bildung[Bearbeiten]

In der Gemeinde Pfäfers gibt es drei Kindergärten, drei Primarschulen sowie ein Oberstufenzentrum. Je ein Kindergarten und eine Primarschule befinden sich in Pfäfers, Vättis und Valens. Die Sekundar- bzw. die Realschule wird von den Schülern in Pfäfers besucht.

Literatur[Bearbeiten]

  • Erwin Rothenhäusler, Dora Fanny Rittmeyer, Benedikt Frei: Die Kunstdenkmäler des Kantons St. Gallen, Band I: Bezirk Sargans. (= Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 25). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1951. DNB 750089172.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Pfäfers – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)