Pfäffikon ZH

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ZH ist das Kürzel für den Kanton Zürich in der Schweiz und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Pfäffikonf zu vermeiden.
Pfäffikon
Wappen von Pfäffikon
Staat: Schweiz
Kanton: Zürich (ZH)
Bezirk: Pfäffikonw
BFS-Nr.: 0177i1f3f4
Postleitzahl: 8330
UN/LOCODE: CH PFA
Koordinaten: 701486 / 24710247.3669418.782228547Koordinaten: 47° 22′ 1″ N, 8° 46′ 56″ O; CH1903: 701486 / 247102
Höhe: 547 m ü. M.
Fläche: 19.54 km²
Einwohner: i11'105 (31. Dezember 2013)[1]
Einwohnerdichte: 568 Einw. pro km²
Gemeindepräsident: Bruno Erni (parteilos)
Website: www.pfaeffikon.ch
Pfäffikon ZH

Pfäffikon ZH

Karte
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Pfäffikersee, im Hintergrund Seegräben
Pfahlbauer am Pfäffikersee

Pfäffikon ist eine politische Gemeinde im Bezirk Pfäffikon des Kantons Zürich in der Schweiz.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung

In Rot ein silberner Schrägbalken, belegt mit einem schreitenden roten Löwen

Geographie[Bearbeiten]

Pfäffikon liegt im Zürcher Oberland am Nord- und Ostufer des nach ihm benannten Pfäffikersees. Nicht zu verwechseln mit Pfäffikon SZ am Zürichsee. Die Nachbargemeinden von Pfäffikon sind die Gemeinden Wetzikon, Bäretswil, Hittnau, Russikon, Fehraltorf, Bauma, Wildberg, Seegräben und Uster.

Zur Gemeinde Pfäffikon gehören die Aussenwachten Auslikon, Ober Balm, Unter Balm, Bussenhausen, Irgenhausen, Oberwil, Sulzberg, Hermatswil, Schür, Wallikon, Rick, Ravensbühl, Faichrüti und Rutschberg, bei denen es sich meist um aufgehobene Zivilgemeinden handelt.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1463 385
1634 786
1799 2271
1850 2896
1860 3066
1900 2986
1950 4784
1970 7586
1990 9182
2000 9592
2010 10602[2]
2011 10817[3]

Religion[Bearbeiten]

Reformierte Kirche
Kirchgemeindezentrum und Pfarrhaus, der ehemalige Amtssitz von Bernhard Hirzel

Am 31. Dezember 2011 gehörten 44,2 Prozent der Bevölkerung zur evangelisch-reformierten Kirche und 23,7 Prozent zur römisch-katholischen Kirche.[4]

Urkundlich wurde erstmals eine Kirche in Pfäffikon am 11. August 811 erwähnt. Damals wurden in der Vorhalle der Benignuskirche umfangreiche Schenkungen zugunsten des Klosters St. Gallen notiert. Am 16. Mai 960 kam die Kirche Pfäffikon durch Kaiser Otto den Grossen an das Kloster Disentis. Im 13. Jahrhundert wurde Kirche und Hof an das Kloster St. Gallen abgetreten. 1275 war Hugo von Breitenlandenberg Verwalter dieser Güter.[5] 1488 wurde eine Pfarrkirche mit neuem Chor und Schiff gebaut.[6]

In Pfäffikon gibt es zudem die Kirche Neuhof der Evangelischen Täufergemeinde[7] und die Chrischona-Gemeinde.[8]

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat (Exekutive)

Der Gemeinderat ist die verwaltende und vollziehende Behörde der Gemeinde. Er besteht aus sieben Mitgliedern, welche auf vier Jahre gewählt werden. Die Mitglieder des Gemeinderates erfüllen ihre Aufgaben im Nebenamt. Der Gemeinderat ist insbesondere zuständig für den Vollzug der ihm durch das übergeordnete Recht übertragenen Aufgaben sowie für die Vertretung der Gemeinde nach aussen. Er setzt die Gemeindebeschlüsse um und besorgt sämtliche Gemeindeangelegenheiten, soweit diese nicht ausdrücklich einem anderen Organ der Gemeinde übertragen sind. Nach der geltenden Gemeindeordnung gliedert sich der gemeinderätliche Geschäftsbereich in die verschiedenen Ressorts. Dem Gemeinderat steht der Gemeindepräsident vor. Der Präsident/die Präsidentin der Schulpflege ist von Amtes wegen Mitglied des Gemeinderates.

Mitglieder
Name Ressort Partei
Bruno Erni Gemeindepräsident, Behörden & Organisation, Kultur, Wirtschaft & Arbeit parteilos
Erika Walt 1. Vizepräsidentin, Finanzen, Liegenschaften parteilos
Stefan Gubler 2. Vizepräsident, Werke FDP
Pius Amstutz Gesundheit, Sicherheit, Sport & Freizeit, Bevölkerungsdienste CVP
Hanspeter Hugentobler Schule EVP
Karin Hügli Schweizer Soziales, Familie & Alter, Jugend & Integration EVP
Lukas Steudler Bau, Planung, Umwelt, Verkehr FDP
Hanspeter Thoma Gemeindeschreiber

Verkehr[Bearbeiten]

Die Gemeinde ist seit dem 3. Mai 1876 mit der Eröffnung der Bahnstrecke Effretikon–Hinwil durch die Eisenbahngesellschaft Effretikon–Pfäffikon–Hinwiel (EH) durch den Bahnhof Pfäffikon an das schweizerische Eisenbahnnetz angeschlossen. Der Bahnhof Pfäffikon wird durch die S 3 AarauLenzburgDietikonZürich HBEffretikonWetzikon der S-Bahn Zürich im Halbstundentakt bedient.

Auf dieser Bahnlinie geschah am 12. September 1982 eines der schwersten Eisenbahnunglücke der Schweiz: Ein Reisebus, in dem Mitglieder des Turn- und Sportvereins Schönaich (Deutschland) unterwegs waren, wurde auf dem Bahnübergang an der Kempttalstrasse am nördlichen Dorfrand von einem Regionalzug erfasst. Die Barrieren wurden damals noch von Hand bedient; aufgrund einer Verspätung des Zuges hatte die Barrierenwärterin den Bahnübergang irrtümlich bereits wieder freigegeben. Insgesamt starben 39 Passagiere des Busses.[9]

Es existieren folgende Buslinien, die durch die Postauto AG bedient werden:

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kultur[Bearbeiten]

Seit 2004 findet direkt am See das Reeds Reggae-Openair statt, welches über die Region hinaus viele Leute anzieht.

2007 wurde das Pfäffiker Kammerorchester «Amici dell'arte» durch den Dirigenten Marcel Blanchard gegründet.[10] Seither führt das Orchester drei klassische Konzerte pro Jahr durch.

Vom 20. bis 22. Mai 2011 fand das grosse Pfäffikerwält-Fest im Zentrum Pfäffikons statt. Die ganze Schule und über 50 Vereine feierten 1200 Jahre Pfäffikon und das alle zehn Jahre stattfindende Jugendfest.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Alex Crisovan (1919–2012), Schachjournalist, -autor und -funktionär, wohnte und verstarb in Pfäffikon

Literatur[Bearbeiten]

  • Hans Martin Gubler, Kunstdenkmäler der Schweiz Band 66 "Die Kunstdenkmäler des Kanton Zürich Band 3 Die Bezirke Pfäffikon und Uster" Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK Bern 1978 ISBN 3-7643-0991-1 S. 3–13.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Pfäffikon ZH – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. http://www.statistik.zh.ch/internet/justiz_inneres/statistik/de/aktuell/mitteilungen/2012/bev_2011.html (abgerufen am 27. Februar 2012).
  3. http://www.statistik.zh.ch/internet/justiz_inneres/statistik/de/aktuell/mitteilungen/2012/bev_2011.html (abgerufen am 27. Februar 2012).
  4. http://www.statistik.zh.ch/internet/justiz_inneres/statistik/de/aktuell/mitteilungen/2012/bev_2011.html (abgerufen am 27. Februar 2012).
  5. Bernhard A. Gubler: Geleitwort. In: Peter Jezler: Der spätgotische Kirchenbau in der Zürcher Landschaft. Die Geschichte eines "Baubooms" am Ende des Mittelalters. Buchverlag der Druckerei Wetzikon AG, Wetzikon 1988, ISBN 3-85981-150-9, S. 7.
  6. Peter Jezler: Der spätgotische Kirchenbau in der Zürcher Landschaft. Die Geschichte eines "Baubooms" am Ende des Mittelalters. Buchverlag der Druckerei Wetzikon AG, Wetzikon 1988, ISBN 3-85981-150-9, S. 129.
  7. http://www.kirche-neuhof.ch/ (abgerufen am 29. Februar 2012).
  8. http://www.chrischona-pfaeffikon.ch/ (abgerufen am 29. Februar 2012).
  9. Die Katastrophe verändert Schönaich. Stuttgarter Zeitung, abgerufen am 30. Mai 2009.
  10. adella.ch: Kammerorchester «Amici dell'arte», Zugriff am 26. Januar 2010