Pfaffenhausen

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Dieser Artikel beschreibt die Gemeinde Pfaffenhausen in Bayern. Für andere Bedeutungen siehe Pfaffenhausen (Begriffsklärung)
Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Pfaffenhausen
Pfaffenhausen
Deutschlandkarte, Position des Marktes Pfaffenhausen hervorgehoben
48.11777777777810.451666666667563Koordinaten: 48° 7′ N, 10° 27′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Unterallgäu
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Pfaffenhausen
Höhe: 563 m ü. NHN
Fläche: 21,11 km²
Einwohner: 2475 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 117 Einwohner je km²
Postleitzahl: 87772
Vorwahl: 08265
Kfz-Kennzeichen: MN
Gemeindeschlüssel: 09 7 78 187
Adresse der
Marktverwaltung:
Markt Pfaffenhausen
Hauptstr. 34
87772 Pfaffenhausen
Webpräsenz: www.pfaffenhausen.info
Bürgermeister: Roland Krieger (Unabhängige Bürgergemeinschaft)
Lage des Marktes Pfaffenhausen im Landkreis Unterallgäu
Kaufbeuren Landkreis Augsburg Landkreis Günzburg Landkreis Neu-Ulm Landkreis Oberallgäu Landkreis Ostallgäu Landkreis Unterallgäu Memmingen Amberg (Unterallgäu) Apfeltrach Babenhausen (Schwaben) Bad Grönenbach Bad Wörishofen Benningen Benningen Böhen Boos (Schwaben) Breitenbrunn (Schwaben) Buxheim (Schwaben) Dirlewang Egg an der Günz Eppishausen Erkheim Ettringen (Wertach) Fellheim Hawangen Heimertingen Holzgünz Kammlach Kettershausen Kirchhaslach Kirchheim in Schwaben Kronburg Lachen (Schwaben) Lauben (Unterallgäu) Lautrach Legau Markt Rettenbach Markt Wald Memmingerberg Mindelheim Niederrieden Oberrieden (Schwaben) Oberschönegg Ottobeuren Pfaffenhausen Pleß Rammingen (Bayern) Salgen Sontheim (Schwaben) Stetten (Schwaben) Trunkelsberg Türkheim Tussenhausen Ungerhausen Ungerhausen Unteregg Westerheim (Unterallgäu) Wiedergeltingen Winterrieden Wolfertschwenden Woringen Kaufbeuren Landkreis Augsburg Landkreis Günzburg Landkreis Neu-Ulm Landkreis Oberallgäu Landkreis Ostallgäu Landkreis Unterallgäu Memmingen Amberg (Unterallgäu) Apfeltrach Babenhausen (Schwaben) Bad Grönenbach Bad Wörishofen Benningen Benningen Böhen Boos (Schwaben) Breitenbrunn (Schwaben) Buxheim (Schwaben) Dirlewang Egg an der Günz Eppishausen Erkheim Ettringen (Wertach) Fellheim Hawangen Heimertingen Holzgünz Kammlach Kettershausen Kirchhaslach Kirchheim in Schwaben Kronburg Lachen (Schwaben) Lauben (Unterallgäu) Lautrach Legau Markt Rettenbach Markt Wald Memmingerberg Mindelheim Niederrieden Oberrieden (Schwaben) Oberschönegg Ottobeuren Pfaffenhausen Pleß Rammingen (Bayern) Salgen Sontheim (Schwaben) Stetten (Schwaben) Trunkelsberg Türkheim Tussenhausen Ungerhausen Ungerhausen Unteregg Westerheim (Unterallgäu) Wiedergeltingen Winterrieden Wolfertschwenden Woringen Baden-WürttembergKarte
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Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt

Pfaffenhausen ist ein Markt im oberschwäbischen Landkreis Unterallgäu und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Pfaffenhausen.

Geografie[Bearbeiten]

Pfaffenhausen liegt etwa 35 km nord-östlich von Memmingen in der Region Donau-Iller im oberschwäbischen Mindeltal.

Ausdehnung des Gemeindegebietes[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet besteht aus den Gemarkungen Pfaffenhausen, Egelhofen, Schöneberg und Weilbach.

Zu Pfaffenhausen gehören die Orte Egelhofen, Heinzenhof, Hertlehof, Mindelberg, Schöneberg und Weilbach. Abgegangen sind die Orte Hechenberg, welches 1422 erwähnt wurde und 1741 noch als Lehen geführt wurde. Die Siedlung soll sich in Richtung Breitenbrunn befunden haben. Raffenweiler und Schweinling wurden 1428 erwähnt und lagen bei Pfaffenhausen. Übermütingen lag zwischen Weilbach und Pfaffenhausen. Der Name deutet auf sächsische Namensgebung hin. Seit 1420 taucht der Name lediglich als Flurname ohne zugehörigen Ort auf.

Geschichte[Bearbeiten]

Pfaffenhausen dürfte aufgrund der Endung hausen in der schwäbischen Siedlungsphase des 8. Jahrhunderts entstanden sein. Als sicher gilt, dass sich der Ort aus drei Frühsiedlungen zusammensetzte. Die Dorfsiedlung um die Pfarrkirche und den sogenannten Maierhof ist der älteste Teil des Marktes. Die Burgsiedlung wurde später an den Ort angegliedert. Die Siedlung bestand aus der Burg und den Wirtschaftsgebäuden, die auf einem kleinen Hügel standen. Erst danach entstand die Marktsiedlung, die mit der Dorfsiedlung verbunden wurde. Die für Dörfer und Märkte untypische Straße wurde vom Ortsherrn wohl absichtlich in dieser Breite angelegt, um später Markttage abhalten zu können. Das Pfaffen von Pfaffenhausen dürfte erst später im Namen aufgetaucht sein, als sich ein Seelsorgegeistlicher, im schwäbischen Pfaffe genannt, im Ort ansiedelte. Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort 1167 mit der Ottobeurer Reliquienschenkung des Abtes Isingrim. Pfaffenhausen gehörte wohl zuerst alemannischen Stammesfürsten. Im 12. Jahrhundert kam der Ort zum schwäbischen Herrschergeschlecht der Welfen. Als der sogenannte Milde Welf Welf VI. in seinem nahegelegenen Hauptort Memmingen starb, kam auch Pfaffenhausen an die Staufer. Sicher ist, dass bereits 1293 der Besitz an die Markgrafen von Burgau überging. 1295 kam Pfaffenhausen an den Bischof von Augsburg. Er erwarb gleichzeitig das Patronatsrecht der Pfarrkirche St. Stephan. Der Augsburger Bischof Wolfhard von Roth schenkte in seiner Amtszeit von 1288 bis 1302 den Markt Pfaffenhausen dem Hochstift Augsburg. 1360 wurde dem Ort das Marktrecht verliehen. Bis etwa 1690 wurde der Jahrmarkt an St. Mang beziehungsweise an St. Michaeli abgehalten. Später kam der Markt am Pfingstmontag dazu. Erst 1811 wurde der dritte Jahrmarkt, der sogenannte Fastenmarkt, am dritten Fastensonntag abgehalten. Erstmals 1391 wurde Pfaffenhausen als Markt und Flecken bezeichnet. Zu seinem Schutz wurde der Markt mit einem breiten Wassergraben umgeben. Seit früher Zeit gab es in Pfaffenhausen einen niederen Ortsadel, der sich nach dem Ort von Pfaffenhausen nannte. Sie waren Minister, Kämmerer, Ritter und Dienstmannen. Endgültig dürften diese Herren bereits 1360 ihren angestammten Sitz verlassen haben. 1487 wurde das Pflegamt Pfaffenhausen geschaffen. Neben der niederen verfügte Pfaffenhausen auch über die hohe Gerichtsbarkeit. Unter Kaiser Maximilian I. hatte auch ein Scharfrichter seinen Sitz im Markt. Trotz verschiedener Verpfändungen behielt das Hochstift den Markt bis zur Säkularisation in seinem Besitz. Seit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 gehört der Ort zu Bayern, das große Besitztümer des Hochstifts Augsburg übertragen bekam. Die Glanzzeit des Ortes war mit der bayerischen Besitznahme abgeschlossen. Die Wirtschaftsstruktur blieb jedoch weitgehend erhalten. Das Pfaffenhauser Schloss wurde 1808 abgebrochen. 1809 hatte der Ort noch 80 Handwerker, darunter sieben Bäcker, fünf Brauer, acht Weber und einen Ziegler. Das erste Schulgebäude erhielt der Markt 1894. Ein Krankenhaus wurde 1907 in Pfaffenhausen eröffnet. 1909 erhielt Pfaffenhausen mit der Stichbahn Pfaffenhausen–Kirchheim einen Bahnanschluss, der 1966 stillgelegt wurde. 1910 wurde die Mittelschwabenbahn nach Krumbach eröffnet. 1937 nahm die Zahl der Handwerksbetriebe in 36 verschiedenen Gewerben auf 95 zu. Diese Struktur hielt sich bis in die heutige Zeit und überdauerte die beiden Weltkriege. Seit dem Zweiten Weltkrieg geht die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe kontinuierlich zurück. 1958/1959 wurde ein neues Schulhaus erbaut, das 1969 Verbandsschule des Schulverbandes Pfaffenhausen wurde.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1972 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Weilbach eingegliedert.[2] Am 1. Mai 1978 kamen Egelhofen und Schöneberg hinzu.[3]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

  • 1961: 2101 [3]
  • 1970: 2050 [3]
  • 1987: 1997
  • 2000: 2264
  • 2011: 2383

Politik[Bearbeiten]

Bundestagswahl 2013[4]
 %
70
60
50
40
30
20
10
0
66,7 %
9,9 %
4,8 %
4,4 %
3 %
2,5 %
3,3 %
5,6 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
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 14
 12
 10
   8
   6
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-14
-16
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+2,4 %p
-15,9 %p
-2,2 %p
-1,1 %p
+2,5 %p
+3,3 %p
-4,1 %p

Bürgermeister ist Roland Krieger (Unabhängige Bürgergemeinschaft). Er wurde im Jahr 2002 Nachfolger von Ludwig Notz (CSU/Freie Wähler).

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 1.366.000 Euro, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 589.000 Euro.

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde am 31. März 1836 durch König Ludwig I. von Bayern genehmigt.

Blasonierung: „In von Silber und Blau geteiltem Felde; eine von Schwarz und Silber geteilte Raute.“

Die aufstehende Raute stammt aus dem Siegelbild des früheren Ortsherren, Ritter Jakob von Pfaffenhausen, (Urkunde vom 21. Juni 1333) und wurde einem Feld in den bayrischen Landesfarben aufgelegt.
Der Markt Pfaffenhausen folgte damit der Vorgabe des Bayerischen Königs Ludwig I. wonach „Denkwürdigkeiten oder erhebende örtliche Momente“ bei der Wappenverleihung berücksichtigt werden sollten. Ungeachtet der durch Blau ersetzten Feldfarbe Schwarz irrte hier die königliche Verwaltung. So wurde die Raute des Wappenvorbildes nicht (senkrecht) „gespalten“, sondern (horizontal) „geteilt“ dargestellt, was eben nicht dem historischen Adelssiegel entsprach. Aber auch damit werden im anstehenden 21.Jahrhundert die Bürger von Pfaffenhausen leben können.

Flagge[Bearbeiten]

Die schwarz-weiß-blau gestreifte Flagge mit aufgelegtem Gemeindewappen wurde am 9. Dezember 1971 mit Bescheid der Regierung von Schwaben genehmigt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Pfarrkirche St. Stephan

Sehenswert im Ort sind die katholische Pfarrkirche St. Stephan und das ehemalige Priesterseminargebäude und heutige Blindenheim. Der ehemalige Zehentstadel, das Großes Kastenhaus, dient als Haus der Vereine und Feuerwehrhaus. Das Alte Rathaus zählt ebenso zu den Sehenswürdigkeiten des Marktes. Nördlich von Pfaffenhausen liegt das Naturschutzgebiet Pfaffenhauser Moos.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft sowie Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten]

Es gab 1998 im Bereich der Land- und Forstwirtschaft 47, im produzierenden Gewerbe 750, im Bereich Handel und Verkehr 96 und in sonstigen Wirtschaftsbereichen 241 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 740. Im verarbeitenden Gewerbe gab es acht, im Bauhauptgewerbe sieben Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 77 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1580 Hektar, davon waren 486 Ackerfläche und 1093 Dauergrünfläche.

Einigen Automobilenthusiasten ist Pfaffenhausen durch den ortsansässigen Fahrzeughersteller RUF Automobile GmbH ein Begriff. Die im Jahre 1939 durch Alois Ruf senior gegründete Firma befasst sich ausschließlich mit der Produktion von Hochleistungssportwagen auf der Basis von Porsche-Fahrzeugen, die von der Rohkarosserie an aufgebaut werden. Der Firma wurde 1981 durch das Flensburger Kraftfahrt-Bundesamt der Herstellerstatus anerkannt.

Verkehr[Bearbeiten]

Ortskarte von Pfaffenhausen

In Pfaffenhausen kreuzen sich die B 16 und die Staatsstraße St2037. Durch die B  16 ist Pfaffenhausen an die Bundesautobahn 96 MemmingenMünchen angeschlossen. Durch den Markt verläuft die Mittelschwabenbahn nach Krumbach und Mindelheim. Mit dem etwa 35 Kilometer entfernten Flughafen Memmingen und dem etwa 80 Kilometer entfernten Flughafen München ist Pfaffenhausen mit dem Luftverkehr verbunden.

Bildung[Bearbeiten]

Die Volksschule Pfaffenhausen ist Sitz des Schulverbands Pfaffenhausen, der 1969/1970 gegründet wurde. Er besteht aus den Schulverbandsgemeinden Breitenbrunn, Oberrieden, Pfaffenhausen und Salgen. Der Schulverband unterhält Außenstellen in Breitenbrunn und Loppenhausen. Die Schule hatte im Jahre 1999 37 Lehrer und 683 Schüler. Des Weiteren befindet sich in Pfaffenhausen ein Kindergarten mit 100 Kindergartenplätzen. Die Gemeinde unterhält eine Gemeindebücherei.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Ludwig Schöpf (1843–1918), langjähriger Bürgermeister, Reichstags- und Landtagsabgeordneter

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Pfaffenhausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 524.
  3. a b c  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 782.
  4. Zweitstimmen, gemäß Quelle www.wahlen.bayern.de abgerufen am 14. September 2014