Pfarrer Braun

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Fernsehreihe des Ersten Deutschen Fernsehens. Für die literarische Figur siehe Pater Brown.
Seriendaten
Originaltitel Pfarrer Braun
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Produktionsjahr(e) 2003–2013
Produktions-
unternehmen
Polyphon Film- und Fernsehgesellschaft
Länge 90 Minuten
Episoden bisher 21 in 8 Staffeln
Genre Kriminalfilm, Heimatfilm, Komödie
Produktion Rainer Poelmeyer
Idee Rainer Poelmeyer
Musik Martin Böttcher
Erstausstrahlung 17. April 2003 auf
Das Erste und ORF 2
Besetzung
Ottfried Fischer
Pfarrer Guido Braun
Hans-Michael Rehberg
Bischof Manfred Hemmelrath
Hansi Jochmann
Margot Roßhauptner
(Roßhauptnerin; Episoden 1–20)
Gundi Ellert
Haushälterin Inge Haller
(Episode 21)
Peter Heinrich Brix
Hauptkommissar Albin Geiger
Gilbert von Sohlern
Monsignore Anselm Mühlich
Antonio Wannek
Armin Knopp

Pfarrer Braun ist eine humorvolle deutsche Krimireihe mit Ottfried Fischer in der Hauptrolle. Die Serie basiert lose auf der literarischen Figur des Paters Brown aus den Kurzgeschichten des Autors Gilbert Keith Chesterton. Im Mai 2013 gab die Produktionsfirma bekannt, dass im Jahr 2013 noch eine letzte Episode der Serie produziert und ausgestrahlt werden wird, bevor die Serie aufgrund der fortschreitenden gesundheitlichen Probleme Ottfried Fischers dann endgültig eingestellt wird.

Inhaltsverzeichnis

Handlung[Bearbeiten]

Handlungsschema[Bearbeiten]

Pfarrer Guido Braun ermittelt in einem Fall, was zumeist die Strafversetzung und damit die Begründung eines neuen Handlungsortes für die nächste Episode zur Folge hat. Sieht er ein Unrecht, will er dem ein Ende bereiten und setzt sich damit über das ausdrückliche Verbot seines Bischofs Hemmelrath hinweg. Auf manchmal nicht ganz koschere Weise trägt er mit Unterstützung seines Messners Armin Knopp, seiner Haushälterin Margot Roßhauptner und des ungeschickten Hauptkommissars Geiger zur Lösung des Falles bei.

Figuren[Bearbeiten]

Pfarrer Guido Braun kann es – trotz des ausdrücklichen Verbots durch seinen Bischof Hemmelrath – nicht lassen, sich in seiner jeweiligen Dienstgemeinde um geheimnisvolle Todesfälle zu kümmern. Diese erweisen sich aber nur allzu oft als heimtückische Morde – und wegen der damit verbundenen öffentlichen Aufmerksamkeit wird Braun etwa alle zwei bis drei Episoden von seinem Dienstherren in eine vermeintlich ruhige Gegend strafversetzt. Beim „Kriminalisieren“ – wie der Bischof sagt – gerät der Pfarrer mehr oder weniger zwangsweise mit der jeweiligen polizeilichen „Amtsgewalt“ aneinander, meist in Person des gutmütigen und leicht einfältigen Hauptkommissars Geiger, der aufgrund seiner „Erfolge“ ebenfalls häufig versetzt wird, zufällig vor Ort Seminare hält, Urlaub macht oder Amtshilfe für seine Kollegen leisten muss.

Ottfried Fischer bei Dreharbeiten zu Pfarrer Braun in Bamberg.

Margot Roßhauptner, von Braun auch liebevoll „die Roßhauptnerin“ genannt, ist die Haushälterin des Pfarrers und kommentiert stets keck Pfarrer Brauns Umtriebe (bis Episode 20).

Armin Knopp ist der Messner des Pfarrers. In der ersten Folge („Der siebte Tempel“) kann ihn Braun als Gefängnisseelsorger in einem Hamburger Gefängnis von ungerechtfertigten Vorwürfen entlasten und so seine vorzeitige Entlassung auf Bewährung aus dem Strafvollzug erreichen; von diesem Zeitpunkt an ist er sein Begleiter und Gehilfe. Er verliebt sich in jeder Episode aufs Neue, wird aber fast überall „vom Liebespech verfolgt“.

Hauptkommissar Geiger wurde zufällig in die Nähe des Pfarrers strafversetzt. Er ist meist von Amts wegen für die Kriminalfälle zuständig, in die sich Braun einmischt. Allerdings wird schnell klar, weshalb auch er immer wieder seinen Dienstort wechseln muss: Er stellt sich für die ihm gestellte Aufgabe zu dumm an, ein „Fluch“ für den Pfarrer. Seit der dritten Episode ist zu beobachten, dass Braun und Geiger ein Zweckbündnis eingehen. Braun nutzt die polizeilichen Möglichkeiten wie Personenauskünfte, Gutachten oder DNA-Analyse und Geiger die Fähigkeiten Brauns, da sich der Kommissar insgeheim eine Beförderung erhofft.

Bischof Hemmelrath ist der Chef des Pfarrer Braun. Er ist gottesfürchtig, jedoch stets auf den Vorteil der Kirche (und seinen eigenen) bedacht, allerdings nicht besonders bibelfest. Während er dem Pfarrer stets das „Kriminalisieren“ verbietet, wettet er gerne mit diesem, versucht sich jedoch, wenn er verliert, um seinen Wetteinsatz zu drücken. Er erhofft sich eine baldige Berufung nach Rom, die jedoch mehrfach an verschiedensten Gründen scheitert.

Monsignore Mühlich, der Sekretär des Bischofs Hemmelrath, entpuppt sich als Gegenspieler Brauns, versucht zu intrigieren, wo er nur kann – und zieht dabei oft den Kürzeren. Er ist es auch, der – immer wenn Hemmelrath und Braun wetten, wer eine Bibelstelle kennt – diese dem Bischof verrät. Mühlich kann auch gelegentlich gegen Braun punkten, unterliegt jedoch letztlich.

Episodenübersicht[Bearbeiten]

Filmmusik[Bearbeiten]

Martin Böttcher (2002)

Die Filmmusik schrieb der deutsche Komponist Martin Böttcher. Er erhielt den Auftrag, eine Titelmelodie im Stil der ebenfalls von ihm vertonten Pater Brown-Filme mit Heinz Rühmann zu schreiben (Das schwarze Schaf und Er kann’s nicht lassen). Die Titelmelodie der Rühmann-Filme ist als Klingelton des Handys von Pfarrer Braun zu hören. Musik aus den ersten beiden Folgen der Serie ist erschienen auf der CD Pfarrer Braun und andere…, Colosseum CST 8092.2. In der ersten Folge setzten die Produzenten auch das Original-„Sammelthema“ von Pater Brown aus den Heinz-Rühmann-Kinofilmen ein, das auf der CD Kriminalfilmmusik von Martin Böttcher, Rough Trade 307.6518.2, veröffentlicht wurde.

In der Folge 10, Ein Zeichen Gottes, und weiteren Folgen werden einige Ausschnitte mit Filmmusiken anderer Spielfilme untermalt, so der Titel Midnight in Bangkok aus dem Abenteuerfilm Die Diamantenhölle am Mekong (1964) und aus der Folge Der Scheck (1968) aus der Krimiserie Das Kriminalmuseum (beides auf der CD Kriminalfilm-Musik Martin Böttcher Vol. 2[1]) und ein Ausschnitt aus dem Titel In der Gruft aus dem Edgar-Wallace-Film Der schwarze Abt (1963), auf der CD Kriminalfilmmusik von Martin Böttcher[2].

In der Folge 21, Ausgegeigt!, ist die Musik von Martin Böttcher nur noch im Vor- und Nachspann zu hören. Die Szenenmusik stammt von Klaus Doldinger (Tatort, Die unendliche Geschichte).

Erfolg[Bearbeiten]

Die Serie gilt, nicht zuletzt durch den Darsteller Ottfried Fischer, als Erfolg für die ARD. Mit bis zu acht Millionen Zuschauern gehört jede Erstausstrahlung zu den meistgesehenen Filmen des Tages.

Hintergrundinformationen[Bearbeiten]

Die Kritik bescheinigte wiederholt den Episoden witzige Seitenhiebe auf Gesellschaft und Kirche. Dabei ist anzumerken, dass die katholische Kirche, selbst vertreten durch einen Pfarrer, Fachinformationen beisteuert. Daneben gibt es auch Insider-Anspielungen, so auf die Fernsehserie Irgendwie und Sowieso, mit der der Hauptdarsteller Ottfried Fischer den Durchbruch schaffte. Auch enthält die Serie zahlreiche Anspielungen auf andere Fernsehproduktionen (besonders: Der Bulle von Tölz) sowie Personen des öffentlichen Lebens. In Ein verhexter Fall spielt Michael Lerchenberg einen Richter, gegenüber dem Bullen von Tölz tauschen Kirche und Staat also die Rollen.

Die „DDR-Kanumeisterin Friederike von Boest, geborene Müller“ (Der Fluch der Pröpstin) ist eine Anspielung auf die DDR-Schwimmmeisterin Birgit Boese, geborene Pabst. In Irgendwie und sowieso spielte Fischer die Figur „Sir Quickly“. In Drei Särge und ein Baby sagt Pfarrer Braun: „Eine NSU-Quickly habe ich damals auch gehabt; da ham's mich Sir Quickly genannt!“

In der Folge "Grimms Mördchen" tritt ein Haschdealer und ehemaliger Zwergendarsteller mit dem Namen "Udo Bockelmann" auf. Das ist eine Anspielung auf den Geburtsnamen des Schlagersängers Udo Jürgens, Jürgen Udo Bockelmann.

In der Folge "Das Erbe von Junkersdorf" meint Pfarrer Braun, dass ein Gemälde des Heiligen Benno von Meißen von der Körperstatur gar nicht zu einem Benno passe. Eine Anspielung auf den Bullen von Tölz in dem Ottfried Fischer als Hauptkommissar Benno Berghammer zu sehen ist.

Obwohl er dem Erzbistum Hamburg angehört, kann Pfarrer Braun offenbar in beliebige deutsche Kirchengemeinden versetzt werden. Auch Hauptkommissar Geiger kann ohne weiteres von einem Landeskriminalamt zum anderen wechseln. Bischof Hemmelrath wird immer wieder mit „Eminenz“ angeredet. Diesen Titel hätte er aber nur als Kardinal. In der 21. Folge 'Ausgegeigt' weist Mühlich in einer Unterhaltung hierauf sogar hin.

Ebenfalls in Folge 21. droht Mühlich Braun mit einer Versetzung nach Burundi. Am Ende von "Er kann's nicht lassen" von 1962 wird Pater Brown zusammen mit Malone (dem Sekretär des Bischofs und Mühlich-Äquivalent) nach Urundi strafversetzt. Urundi ist eine alte Bezeichnung für Burundi.

In der Folge Altes Geld, junges Blut foltern drei Rentner ihren Finanzberater in einem Keller, weil sie in der Finanzkrise ab 2007 fast ihr gesamtes Vermögen verloren hatten. Einen nahezu identischen Fall hatte es 2009 am Chiemsee gegeben.[3]

Im Mai 2013 gab die Produktionsfirma bekannt, dass aufgrund der fortschreitenden gesundheitlichen Probleme des Hauptdarstellers Ottfried Fischer nur noch eine weitere Pfarrer-Braun-Episode produziert und ausgestrahlt werden wird. Die letzte Episode soll noch im Jahr 2013 abgedreht und die Serie dann endgültig eingestellt werden.[4]

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Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kriminalfilmmusik Martin Böttcher Vol. 2 – Prudence 398.6534.2
  2. Kriminalfilmmusik von Martin Böttcher – Prudence 307.6518.2
  3. Anlageberater gekidnappt: Richter schickt Rentner-Gang ins Gefängnis. In: Stern, 25. Februar 2010.
  4. Uwe Mantel: Nach zehn Jahren: "Pfarrer Braun" geht in Rente. dwdl.de, 17. März 2013, abgerufen am 17. Mai 2013.