Pfauenziege

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Pfauenziege

Die Pfauenziege, auch Grau-schwarze Gebirgsziege, ist eine an das Leben im Gebirge angepasste Hausziegenrasse. Diese Gebirgsziege wurde 1887 erstmals in der Region der Schweizer Kantone Graubünden und Tessin als Prättigauer Ziege von einem Herrn Anderegg beschrieben. Das charakteristische Haarkleid, die Behornung und der Körperbau der damals erwähnten Ziegenrasse finden sich jedoch auch in späteren Beschreibungen und auf alten Fotos von Ziegenherden wieder, die auf den Almen der österreichischen Bundesländer Tirol, Salzburg und Steiermark schon lange heimisch waren. Die Pfauenziege hatte für den alpinen Raum früher wohl eine viel größere Verbreitung und Bedeutung, als nach den geringen heutigen Beständen anzunehmen wäre.

Pfauenziege (Zoo Salzburg)

Die seltsame Bezeichnung Pfauenziege dürfte auf einen modernen Schreibfehler[1] zurückzuführen sein. Ursprünglich war die Schreibweise wohl „Pfavenziege“. Als Pfaven (Flecken) werden in dieser Gegend die charakteristischen dunklen Streifen bezeichnet, die sich von der Basis der Hörner über die Augen bis zur Nase hin ziehen. Der neue Name Pfauenziege war jedoch so einprägsam, dass er sich in den Büchern der Züchter durchgesetzt hat. Aus den verschiedenen Sprachen[2] stammen die vielen anderen Bezeichnungen für diese Hausziegenrasse:

  • Prättigauer Ziege (in einer Beschreibung aus dem Jahre 1887)
  • Grau-Schwarze bzw. Grau-Schwarz-Weiße Gebirgsziege (deutschsprachige Bezeichnung, die die Fellfarben beschreibt)
  • Colomba (Bezeichnung im Bergell)
  • Chèvre Paon (französisch, paon allg. ‚Pfau‘)
  • Halbetscha (rätoromanische Bezeichnung)
  • Razza Nas (italienische Bezeichnung aus dem Tessin)

Da ihre Milchleistung gegenüber Hochleistungszüchtungen gering ist (470 bis 500 Liter für 210 Melktage pro Jahr), wird die Pfauenziege heute eher als Fleischziege gezüchtet (z. B. in Niedersachsen). Im Gebirge wird sie jedoch häufig auch in der Landschaftspflege, besonders zur Erhaltung der im Zuge der Almwirtschaft entstandenen Kulturlandschaften, eingesetzt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Franz Mandl: Almen im Herzen Österreichs. ANISA, Haus im Ennstal 2003.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. In dieser Darstellung wird ein Journalist dafür verantwortlich gemacht.
  2. Amtssprachen sind im Kanton Graubünden Deutsch, Italienisch und Rätoromanisch.