Pferdeflüsterer

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Dieser Artikel behandelt den Experten im Umgang mit Pferden. Zum Film siehe Der Pferdeflüsterer.

Als Pferdeflüsterer bezeichnet man Menschen, die besonders gut mit Pferden umgehen können und dazu spezielle Methoden der Kommunikation verwenden.

Voraussetzung dafür ist die Fähigkeit, das Verhalten und die Körpersprache von Pferden zu verstehen. Daher sind eine gute Beobachtungsgabe und Einfühlungsvermögen Grundvoraussetzungen. Das erlernte Wissen über die sogenannte „Pferdesprache“ wird genutzt, um mittels Gesten mit den Tieren in Kontakt zu treten.

Bekanntestes Beispiel für einen Pferdeflüsterer ist Monty Roberts, der mit Pferden und deren Haltern arbeitet, um z. B. Ängste zu nehmen oder unerwünschtes Verhalten zu beseitigen. Seine Arbeit hat weltweit Beachtung gefunden. Die sogenannte Join-Up-Methode, die in Deutschland vor allem von Roberts Schülerin Andrea Kutsch angewendet wird, ist darüber hinaus inzwischen auch Bestandteil in Managementseminaren für zwischenmenschliche Kommunikation.

Das mit großem Erfolg verfilmte Buch Der Pferdeflüsterer machte den Begriff auch außerhalb der Pferdeszene bekannt.

Die Etymologie des Begriffs des Pferdeflüsterers, Flüsterers oder Ohrenbläsers ist nicht ganz geklärt. Nach Peter Spohr (Die Logik in der Reitkunst, Bd. 3, S. 104) geht der Begriff möglicherweise auf einen Iren namens O'Sullivan zurück. Das damals eingesetzte Verfahren beschreibt Spohr anhand des amerikanischen Pferdebändigers Rarey (a.a.o., S. 107), den er in den Fünfziger Jahren des 19. Jahrhunderts heimlich beobachtet hatte, als ein Gewaltsystem, bei dem Rarey einem zu bändigenden Hengst so lange die Nüstern zuhielt, bis das erschöpfte und halberstickte Tier seinen Widerstand aufgab. Diese Konditionierung konnte Rarey dann später vor Publikum durch Streichen über die Nüstern und scheinbar gutmeindendes „Flüstern“ wieder abrufen, um den verängstigsten Hengst gefügig zu machen. Der heutige Pferdeflüsterer flüstert mit seinen Pferden, indem er mit Fingerzeig, Blicken, Haltung etc. mit dem Pferd positiv kommuniziert. Er verzichtet auf Gewaltmethoden wie Schmerzeinwirkung auf den Kopf durch Zäumungen und Halfter, Peitschenhiebe und das Anbrüllen.

Filmdokumentationen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]