Pfinz-Entlastungskanal

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Pfinz-Entlastungskanal im Hardtwald.
Pfinz-Entlastungskanal bei Eggenstein-Leopoldshafen.

Der Pfinz-Entlastungskanal verläuft in der Oberrheinebene zwischen Karlsruhe-Grötzingen und Leopoldshafen. Der 15,6 Kilometer lange Kanal leitet Hochwasser der Pfinz zum Rhein ab.

Der Kanal entstand im Rahmen der Pfinz-Saalbach-Korrektion zwischen 1934 und 1936. Die Bauarbeiten wurden überwiegend von Angehörigen des Reichsarbeitsdienstes ausgeführt.

Der Pfinz-Entlastungskanal zweigt am Hühnerlochwehr in Grötzingen von der Pfinz ab. Bei Hagsfeld wird er von der Pfinz und wenig später vom Alten Bach in zwei Dükern unterquert. Im Hardtwald zweigt der nach Norden verlaufende Hirschkanal ab. In Eggenstein-Leopoldshafen stürzt das Wasser in das Tiefgestade und fließt zwischen Hochwasserdämmen zur Albmündung und in den Rhein.

Bei Bau des Kanals wurden zwei Hochwasserrückhaltebecken angelegt: Vom Pfinz-Entlastungskanal kann Hochwasser in das Waldgebiet Füllbruch, nördlich des Kanals zwischen der Pfinz und der Bundesautobahn 5 gelegen, geleitet werden. Der Retentionsraum mit einem Fassungsvermögen von zwei Millionen Kubikmetern entwässert in die Pfinz und wurde unter anderem bei einem Hochwasser im Dezember 1993 genutzt. Ein weiteres Rückhaltebecken mit einer Kapazität von 80.000 Kubikmetern befand sich bis Mitte der 1970er Jahre im Gewann Großer Saubruch im Hardtwald. Es wurde wegen eines nahegelegenen Wasserwerks der Stadt Karlsruhe aufgegeben.

Der Pfinz-Entlastungskanal kann ab Grötzingen 145, ab dem Retentionsraum im Füllbruch 60 Kubikmeter Wasser pro Sekunde aufnehmen.[1]

Die große Einschnittstiefe des Kanals trug zur Grundwasserabsenkung im Gebiet der Pfinz-Saalbach-Korrektion bei. Um eine weitere Absenkung des Grundwassers zu vermeiden, wird der Pfinz-Entlastungskanal von mehreren Kulturwehren gestaut. Im Regelfall führt der Kanal nur wenig Wasser, so dass er laut dem Landschaftsplan des Nachbarschaftsverbandes Karlsruhe „eher einem Stillgewässer in Form einer Stauraumkette, als einem Fließgewässer“ ähnelt.[2]

Literatur[Bearbeiten]

  • Günther Malisius: Die Pfinz: Einst Lebensader, jetzt Naherholung und immer wieder korrigiert. (=Beiträge zur Geschichte Durlachs und des Pfinzgaus, Band 5). Freundeskreis Pfinzgaumuseum, Historischer Verein Durlach e.V. (Hrsg.). Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2011, ISBN 978-3-89735-681-8.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Gismar Eck: Pfinz-Saalbach-Korrektion. In: Innenministerium Baden-Württemberg (Hrsg.): Wasserwirtschaft in Baden-Württemberg. Wasserversorgung, Abwasserbeseitigung, Flussbau, Talsperrenbau, landwirtschaftlicher Wasserbau, Verwaltung, Organisation. Verwaltungs-Verlag, München 1969, S. 153–156, hier S. 155.
  2. Nachbarschaftsverband Karlsruhe: Landschaftsplan 2010. Erläuterungsbericht. (PDF, 7,2 MB, abgerufen am 17. März 2012), S. 2/14.