Pfitzner-Moffatt-Oxidation

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Die Pfitzner-Moffatt-Oxidation, oft auch einfach Moffat-Oxidation, ist eine milde Oxidationsmethode, die primäre und sekundäre Alkohole mit N,N ’-Dicyclohexylcarbodiimid (DCC) und Dimethylsulfoxid (DMSO) in die jeweiligen Aldehyde oder Ketone umwandelt. Speziell hierbei ist, dass die Oxidation bei primären Alkoholen nach dem ersten Oxidationsschritt stehen bleibt und nicht zur Carbonsäure weiter verläuft, wie dies bei einer herkömmlichen Behandlung mit Oxidationsmitteln der Fall ist.[1][2]


Bruttogleichung der Pfitzner-Moffatt Reaktion


Vergleichbare Reaktionen sind die Swern-Oxidation (höhere Ausbeute mit weniger Nebenprodukten), die Dess-Martin-Oxidation, die Julia-Oxidation oder die Oxidation mit Pyridiniumchlorochromat.

Publiziert wurden auch weiterführende Arbeiten.[3][4]

Reaktionsmechanismus[Bearbeiten]

Im ersten Schritt wird das Dimethylsulfoxid(DMSO) mit N,N’-Dicyclohexylcarbodiimid (DCC) aktiviert.

Aktivierung des DMSO

Das aktivierte DMSO wird nun von dem Alkohol nucleophil angegriffen. Durch Umlagerungen und Abspaltung entsteht als reaktive Zwischenstufe ein mesomer stabilisiertes Alkoxysulfonium-Ylid. Erneute Umlagerungen und Abspaltung von Dimethylsulfid ergibt das Endprodukt.

Pfitzner-Moffatt Reaktionsmechanismus

Literatur[Bearbeiten]

  • Strategic Applications of Named Reactions in Organic Synthesis, László Kürti & Barbara Czakó, 2005, Elsevier Academic Press

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. K. E. Pfitzner, J. G. Moffatt, A New and Selective Oxidation of Alcohols, J. Am. Chem. Soc., 85 (1963) S. 3027.
  2. J. G. Moffatt: Sulfoxide-Carbodiimide and Related Oxidations in: Oxidation Vol. 2, R. L. Augustine, D. J. Trecker, Herausgeber. (Dekker, New York, 1971) S. 1-64.
  3. T. T. Tidwell, Org. React. 1990, 39, 297-572 (Übersichtsartikel).
  4. T. V. Lee, Comp. Org. Syn. 1991, 7, 291-303 (Übersichtsartikel).