Pfostenschlitzmauer

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Rekonstruktion der Pfostenschlitzmauer in Creglingen-Burgstall: Die senkrechten Pfosten sind in schlitzartige Aussparungen in der Mauerfront eingelassen.

Als Pfostenschlitzmauer werden typisch keltische Verteidigungsmauerwerke der späten Eisenzeit bezeichnet.

Zeichnung einer Pfostenschlitzmauer auf dem Kordigast

Der Name entstand aus dem archäologischen Befund bei Ausgrabungen: In der Außenfront der steinernen Mauern sind dabei im Abstand von etwa 60 Zentimetern bis mehr als einen Meter vertikale Aussparungen zu beobachten. In diesen standen ehemals Holzpfosten, die inzwischen vergangen sind und so nur noch durch die Lücken oder eben Schlitze zwischen den Teilstücken der Mauerfront nachweisbar sind. Verbreitet sind diese Mauerwerke bei Wallburgen und Oppida im keltischen Siedlungsgebiet in Zentraleuropa. Der Wall selbst ist eine Konstruktion aus einem hölzernen Gitter, das mit Erde oder Geröll und Schutt verfüllt wurde. Die Querträger können dabei ebenfalls aus der steinernen Oberfläche herausragen. Damit sind die Pfostenschlitzmauern eng verwandt mit den ebenfalls den Kelten zuzuschreibenden Murus-Gallicus-Mauern des westlichen Europas (Frankreich und Westdeutschland). Sie werden auch als Typ Kelheim bezeichnet, nach den dortigen Funden des spätkeltischen Oppidums auf dem Michelsberg.

Beim Oppidum von Manching wurde eine vormalige Murus-Gallicus-Mauer durch eine Pfostenschlitzmauer ersetzt.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Pfostenschlitzmauer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien