Pfullingen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Pfullingen (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Pfullingen
Pfullingen
Deutschlandkarte, Position der Stadt Pfullingen hervorgehoben
48.4655555555569.2261111111111426Koordinaten: 48° 28′ N, 9° 14′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Tübingen
Landkreis: Reutlingen
Höhe: 426 m ü. NHN
Fläche: 30,12 km²
Einwohner: 17.584 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 584 Einwohner je km²
Postleitzahl: 72793
Vorwahl: 07121
Kfz-Kennzeichen: RT
Gemeindeschlüssel: 08 4 15 059
Adresse der
Stadtverwaltung:
Marktplatz 5
72793 Pfullingen
Webpräsenz: www.pfullingen.de
Bürgermeister: Rudolf Heß (FW)
Lage der Stadt Pfullingen im Landkreis Reutlingen
Alb-Donau-Kreis Landkreis Biberach Landkreis Böblingen Landkreis Esslingen Landkreis Esslingen Landkreis Göppingen Landkreis Sigmaringen Landkreis Tübingen Zollernalbkreis Bad Urach Dettingen an der Erms Engstingen Eningen unter Achalm Gomadingen Grabenstetten Grafenberg (Landkreis Reutlingen) Gutsbezirk Münsingen Hayingen Hohenstein (Landkreis Reutlingen) Hülben Lichtenstein (Württemberg) Mehrstetten Metzingen Münsingen (Württemberg) Pfronstetten Pfullingen Pfullingen Pliezhausen Reutlingen Riederich Römerstein (Gemeinde) Sonnenbühl St. Johann (Württemberg) Trochtelfingen Walddorfhäslach Wannweil ZwiefaltenKarte
Über dieses Bild

Pfullingen ist eine deutsche Kleinstadt in Baden-Württemberg am Fuß der Schwäbischen Alb. Sie grenzt unmittelbar an den Südosten der Kreisstadt Reutlingen an. Pfullingen ist mit einem Großteil seiner Gemarkung Teil des Biosphärengebiets Schwäbische Alb.

Geografie[Bearbeiten]

Blick auf Pfullingen vom Schönbergturm

Pfullingen liegt am Fuß der Schwäbischen Alb im Tal der Echaz. Es ist umgeben von den beiden kegelförmigen Erhebungen Achalm und dem Georgenberg, sowie einigen Bergen des Albtraufs wie dem Schönberg und dem Ursulaberg.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Außer der gleichnamigen Kernstadt liegen keine weiteren Orte im Stadtgebiet.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Pfullingen, sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Norden genannt und gehören zum Landkreis Reutlingen: Eningen unter Achalm, St. Johann, Lichtenstein, Sonnenbühl und Reutlingen.

Geschichte[Bearbeiten]

Pfullinger Marktbrunnen in der Stadtmitte, am Marktplatz zwischen den beiden Rathausgebäuden; an der Brunnenwand befinden sich stilisierte Abbildungen von Szenen der Pfullinger Sagen.

In einer Schenkungsurkunde von Kaiser Otto I. dem Großen aus dem Jahre 937 wurde Pfullingen erstmals urkundlich erwähnt. Der Ort war der Hauptort des Pfullichgaus, der sich durch das gesamte Tal der Echaz erstreckte.

Gegen Ende des 14. Jahrhunderts verlor Pfullingen infolge der Städtekriege sein Stadtrecht, nachdem der Ort von Reutlingen eingenommen und zerstört worden war.

Das Klarissenkloster in Pfullingen, wurde im Jahr 1250 von den Fräulein Mechtild und Irmel gestiftet. Die Kaiser bedachten es mit Vorrechten und Freiheiten. Der Klosterhofmeister (von 1294 bis 1806 namentlich bezeugt) war zugleich Stabsbeamter der auch die klostereigenen Orte Genkingen und Reicheneck verwaltete. Die Vogtei hatte Württemberg inne, unter dessen Schirmherrschaft das Kloster schon 1442 stand. In der Reformationszeit wurde das Kloster aufgelöst und zerfiel. 1793 wurden die Ruinen vollends abgetragen. Heute stehen nur noch der westliche Teil der Klosterkirche St. Cäcilia, das Sprechgitter-Gebäude und das Verwaltergebäude. Die letzte Klosterfrau Anna Reischin wurde 1590 evangelisch und starb 1595.

1487 verkaufte der letzte Ortsadlige von Pfullingen, Caspar Remp, seine Höfe samt Schloss und allen Gütern an Graf Eberhard V.. Damit kam der Ort vollständig an Württemberg. Mit den Dörfern Unter- und Oberhausen, Honau, Holzelfingen und Kleinengstingen bildete Pfullingen ein Unteramt wurde somit Bestandteil des Uracher Amts. Der Keller zu Pfullingen war fürstlicher Amtmann und hatte die Niedere Gerichtsbarkeit inne.

Während des Dreißigjährigen Krieges war der Pfullingen von 1635 bis 1648 mit kurzen Unterbrechungen Verwaltungssitz der Pfandschaft Achalm und damit vorderösterreichisch. Der Ort wurde der Rekatholisierung unterzogen, bekam einen katholischen Pfarrer und das Kloster wurde durch Söflinger Klarissen besetzt. Der österreichische Verwalter hatte seinen Sitz im Schloss, das durch Attacken des Kommandanten der württembergischen Festung Hohentwiel, Konrad Widerholt, stark beschädigt wurde. Bei einem dieser Überfälle wurde der katholische Priester ermordet und Pfullingen geplündert. Mit dem Westfälischen Frieden kam Pfullingen an Württemberg zurück. Das Kloster wurde geräumt.

Im Jahr 1699 erhielt Pfullingen wiederum das Stadtrecht und wurde zu einem Klosteramt erhoben. Erst 1806 fiel es an das Oberamt Reutlingen. Im Jahre 1824 lebten in der Stadt Pfullingen 3.435 Einwohner.[2]

Die Wasserkraft der Echaz begünstigte schon sehr früh die Industrialisierung. Bereits 1830 wurden 22 Wassertriebwerke gezählt. Die vormals vorherrschende Landwirtschaft ging stark zurück, den ebenfalls betriebenen Weinbau gibt es heute nicht mehr.
siehe auch Burg Pfullingen (Obere Burg), Jagdschloss Pfullingen (Untere Burg, Rempenburg)

1999 fanden in Pfullingen die Heimattage Baden-Württemberg statt.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Pfullingen hat 22 Mitglieder. Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 führte zu folgendem vorläufigen Ergebnis. Das amtliche Endergebnis wird vom Statistischen Landesamt gegen Ende des Jahres bekannt gegeben. Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Parteien und Wählergemeinschaften %
2014
Sitze
2014
%
2009
Sitze
2009
Kommunalwahl 2014
 %
30
20
10
0
27,6 %
25,9 %
21,7 %
12,8 %
12,1 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
+4,8 %p
-1,4 %p
-4,2 %p
+0,6 %p
+0,3 %p
UWV Unabhängige Wählervereinigung Pfullingen 27,6 6 22,8 5
FW Freie Wähler Vereinigung Pfullingen 25,9 5 27,3 6
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 21,7 5 25,9 6
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 12,8 3 12,2 3
GAL Grün-Alternative Liste Pfullingen 12,1 3 11,8 2
gesamt 100,0 22 100,0 22
Wahlbeteiligung 44,8 % 48,0 %

Bürgermeister[Bearbeiten]

Der Bürgermeister wird für eine Amtszeit von acht Jahren gewählt. Seit 1983 ist der Amtsinhaber Rudolf Heß von den Freien Wählern. Seine derzeitige Amtszeit endet am 13. Januar 2015. Zu seinem Nachfolger wurde am 19. Oktober 2014 Michael Schrenk, derzeit Bürgermeister in Herbertingen, mit deutlicher Mehrheit gewählt.[3]

Wappen und Flagge[Bearbeiten]

Blasonierung: „In Blau unter einer liegenden schwarzen Hirschstange ein silbernes Kissen mit goldenen Quasten an den vier Zipfeln und rotem Vorstoß.“

Pfullingen führte seit Beginn des 15. Jahrhunderts ein im Abdruck erstmals 1501 überliefertes Siegel, das unter der Württemberger Hirschstange den für den Ortsnamen redenden „Pfulben“ (= Pfühl, Kissen) zeigt; heute erklärt man ihn mit dem Sonderrecht eines Federmarkts. Um 1600 ist mehrfach als Feldfarbe Rot bezeugt, wenig später die Setzung der Hirschstange in ein Schildhaupt. Die Verleihung der Stadtrechte erfolgte erst 1699. Nach der später belegten Feldfarbe Blau und mit Weglassung des goldenen Schildhaupts legte man die heutige Gestaltung des Wappens 1934 fest.[4] Der Hintergrund des Wappens ist blau, die Farbe der Herren von Lichtenstein und der Rempen.

Die Stadtflagge ist Blau-Weiß-Rot.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Seit 1985 besteht eine offizielle Städtepartnerschaft mit der ca. 11.000 Einwohner großen französischen Gemeinde Passy. Die sehr auf den Tourismus ausgerichtete Gemeinde liegt ca. 53 km südöstlich von Genf im Département Haute-Savoie mit Blick auf den Mont Blanc. Seit 1973 kam es zu regelmäßigen Begegnungen zwischen dem Friedrich-Schiller-Gymnasium in Pfullingen und dem Lycée de Mont-Blanc in Passy. Dies erweiterte sich auf Begegnungen zwischen Vereinen beider Städte und endete 1985 schließlich in einer offiziellen Städtepartnerschaft, die 2010 ihr 25-jähriges Bestehen feierte.

Seit 2012 besteht auch mit der sächsischen Gemeinde Lichtenstein eine Städtepartnerschaft. Sie wurde am 29. September 2012 im Rahmen einer Partnerschaftsfeier, zu der auch einige Pfullinger Vereine anreisten, in Lichtenstein unterzeichnet.

Außerdem werden seit Jahren freundschaftliche Beziehungen zur Gemeinde Großbreitenbach in Thüringen gepflegt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Der Schönbergturm (793 m ü. NN), im Volksmund auch „Pfullenger Onderhos“ (Pfullinger Unterhose) genannt, bildet ein im Südwesten gelegenes, weithin sichtbares Wahrzeichen der Stadt und wurde 1906 fertiggestellt. Der umgangssprachliche Name des Schönbergturms Pfullinger Unterhos wurde mit der größten Unterhose der Welt Realität: Zum 100. Geburtstag wurde der Schönbergturm am 2. Juli 2006 mit einer echten Unterhose aus Stoff bekleidet, aus dem nach dem „Hos ra“ (Hose runter) vier Wochen später am 29. Juli 2006 Handtaschen hergestellt wurden. Die Organisatoren hatten sich einen Eintrag ins Guinnessbuch der Rekorde mit der größten Unterhose der Welt erhofft, was jedoch abgelehnt wurde.

Das Pfullinger Schlössle ist ein um 1450 gebautes Fachwerkgebäude.

Kirchen in Pfullingen sind die Klosterkirche des ehemaligen Klarissenklosters (13. Jahrhundert bis zur Reformation) sowie die Martinskirche im spätgotischen Stil, die teilweise von 1463 erhalten ist.

Die Pfullinger Hallen mit großflächigen Jugendstilmalereien, Architekt war Theodor Fischer, wurden am 24. Oktober 1907 von Louis Laiblin der Stadt gestiftet.

In der 1799 errichteten Baumannschen Mühle befindet sich seit 1988 das Trachten- und Mühlenmuseum.

Das Erdhügelhaus an der Landstraße Richtung Gönningen wurde 1995 von der Landschaftsgärtnerei Hofmann GmbH & Co. erbaut, seit 2005 befindet sich in dem Gebäude ein Tierschutzzentrum des Bund gegen Missbrauch der Tiere e. V..

Parks und Grünanlagen[Bearbeiten]

  • Hochzeitswiese
  • Klostergarten
  • Klosterseeanlage
  • Parkanlage der Villa Laiblin
  • Schlosspark
  • Stadtgarten

Landschaft und Natur[Bearbeiten]

Pfullingen verfügt auf seiner Gemarkung über mehrere Ausflugsziele und Naherholungsgebiete am Albrand sowie auf der Albhochfläche, worunter sich auch einige Naturschutzgebiete mit unterschiedlichen Biotopen befinden. Die populärsten darunter sind:

  • Georgenberg
  • Hochzeitswiese
  • Pfullinger Berg
  • Schönberg (mit Schönbergturm)
  • Übersberg und Mädlesfels
  • Ursulaberg
  • Wackerstein: Er ist die höchste Erhebung von Pfullingen auf 825 m ü. NN und ist ein beliebtes Ziel für Wanderer und Kletterer.
  • Wanne

Aufgrund der Lage am Albtrauf sind einige dieser Örtlichkeiten Aussichtspunkte, die einen Aus- und Überblick auf die Landschaftsstruktur der weiteren Umgebung bieten.

Naturdenkmäler[Bearbeiten]

  • Trollblumenwiese Kaltenbronnen, 1,5 Hektar (ha)
  • Bergwiese Schömberg, 4,7 ha
  • Trollblumenwiese Ochsensteige, 0,3 ha
  • Feuchtgebiete Wolfsgrube, 3,8 ha
  • Feuchtgebiet Echazwinkel, 0,1 ha
  • Feuchtgebiet Saure Wiesen, 0,6 ha
  • Mädlesfelsen

Naturschutzgebiete[Bearbeiten]

  • Ursulahochberg, 9,0 ha
  • Kugelberg, 26,7 ha
  • Kugelberg (städt. Naturschutzgebiet), 26,9 ha
  • Bergwiese Gielsberg, 68,0 ha

Landschaftsschutzgebiete[Bearbeiten]

  • Reutlinger und Uracher Alb, 52,0 ha
  • Georgenberg, 8,0 ha

Museen[Bearbeiten]

Pfullingen besitzt mehrere Museen, die sich mit der regionalen Kulturgeschichte beschäftigen:

  • Das Stadtgeschichtliche Museum zog nach dem Ende der Sanierung des Schlössles 1987 dort ein. In den Räumen des alemannischen Fachwerkbaus aus der Mitte des 15. Jahrhunderts und der dazugehörenden Scheuer sind eine Dauerausstellung und eine jährlich wechselnde Sonderausstellung untergebracht.
  • Das Trachten- und das Mühlenmuseum sind in der Baumannschen Mühle untergebracht.
    • Im Trachtenmuseum zeigt der Schwäbische Albverein nicht nur Trachten und Trachtenzubehör aus dem Königreich Württemberg und Umgebung, sondern auch Möbel, Hausgeräte und Wäsche.
    • Das Mühlenmuseum mit einer funktionstüchtigen Getreidemühle ist im der Echaz zugewandten Teil der Baumannschen Mühle untergebracht. Neben der Darstellung der Mühlentechnik geht das Museum auch auf die Geschichte der Wasserkraftnutzung und der Kornmüllerei ein.
  • Im ehemaligen Verlagshaus des Neske-Verlags Pfullingen wurde im Frühjahr 2010 die Neske-Bibliothek, eine Dauerausstellung mit Werken, welche im Neske-Verlag erschienen sind, eröffnet. Der Besucher erhält hier auch Informationen zum jeweiligen Autor.
  • Im Waschhaus des ehemaligen Klarissen-Klosters wurde eine Dauerausstellung mit dem Thema „Armut – Demut – Gehorsam, Die Welt der Pfullinger Klarissen 1250–1649“ eingerichtet.

Musik[Bearbeiten]

  • Musikverein Stadtkapelle Pfullingen e. V., gegründet 1903
  • Männergesangverein Eintracht Pfullingen 1904 e. V.
  • Liederkranz Pfullingen e. V., gegründet 1837
  • Akkordeon-Orchester im Schwäbischen Albverein Ortsgruppe Pfullingen, gegründet 1951
  • Martinskollegium Pfullingen (Orchester)
  • Chor und Orchester des Friedrich-Schiller-Gymnasiums

Sport[Bearbeiten]

  • Der VfL Pfullingen wurde 1862 gegründet und hat über 3.200 Mitglieder (2005). Die Herren-Handballmannschaft spielte 2002 bis 2006 in der ersten Bundesliga. Der Verein musste nach dem sportlichen Abstieg 2006 Insolvenz anmelden. 2006 wurde der Spielbetrieb in der Verbandsklasse wieder aufgenommen. Seit der Saison 2010/2011 spielt der VfL Pfullingen wieder in der Handball-Oberliga Baden-Württemberg der Männer.
Bereits im Februar 2011 wurden die männlichen Jugendmannschaften des VfL Pfullingen und des TV Neuhausen/Erms zur JSG Echaz-Erms zusammengeschlossen. Hier wurde mit den Qualifikationsrunden zur Saison 2011/2012 der Spielbetrieb aufgenommen.

Bräuche[Bearbeiten]

In Pfullingen gibt es den Brauch des Sternwürfelns. Dabei wird am Tag vor Hl. Drei Könige, also am 5. Januar, um ein Gebäck namens Stern gewürfelt. Siehe hierzu: Mutschel.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Im Herbst 2009 wurde in Pfullingen der Spielparcours Innenstadt, eine Spiel- und Themenparklandschaft, die zum Spielen und zum Erforschen dienen soll, eingeweiht.

Pfullingen ist Sitz der Prettl-Gruppe und der LeiterPlatten Pfullingen GmbH.

Pfullinger Pfulben[Bearbeiten]

Um die Wirtschaft nachhaltig zu stärken, wurde am 20. März 2011 der Pfullinger Pfulben eingeführt. Hierbei handelt es sich um einen Geschenkgutschein (gerne wird es jedoch auch als Pfullinger Währung bezeichnet), welcher bei ca. 100 Händlern, Fachgeschäften, Dienstleistern, etc. zum Bezahlen eingesetzt werden kann. Der Pfullinger Pfulben knackte in den ersten sieben Wochen die Marke von 10.000 Euro. Ein starkes Jahr später, im August 2012, waren 66.000 Pfulben im Umlauf.[5]

Verkehr[Bearbeiten]

Die Bundesstraße 312, von der Bundesautobahn 8 beim Flughafen Stuttgart kommend, führt an Pfullingen vorbei über Riedlingen und Biberach an der Riß nach Memmingen. Im Dezember 2003 wurde die Umgehung der Ortsdurchfahrt in Form des 1180 m langen Ursulaberg-Tunnels für den Verkehr freigegeben.

Der Öffentliche Personennahverkehr wird durch den Verkehrsverbund Neckar-Alb-Donau (NALDO) gewährleistet. Die Stadt befindet sich in der Wabe 220.

Bis zum Beginn der 1980er Jahre fuhr durch Pfullingen eine Eisenbahn. Heute ist auf der Trasse ein Radweg angelegt. Seit einigen Jahren ist jedoch die Regionalstadtbahn Neckar-Alb (Linien S2 sowie S6) von Plochingen über Reutlingen und Pfullingen bis nach Schelklingen im Gespräch.

Bürgerbus[Bearbeiten]

Seit dem 30. Mai 2011 verkehrt von Montag bis Freitag ein Bürgerbus, der von ehrenamtlich tätigen Fahrern gelenkt wird. Er verbindet mit einer 3er-Kleeblatt genannten Route die an den Berghängen gelegenen Wohngebiete der Ost- und Weststadt mit der Innenstadt. Der Pfullinger Bürgerbus wird vom Pfullinger Bürgertreff, einem Verein für das Bürgerliche Engagement, sowie von der Stadtverwaltung getragen und soll, dank der ehrenamtlichen Fahrer, seine Betriebskosten allein durch die Fahrkartenerlöse decken. Zunächst wurde ein 2-jähriger Probebetrieb mit einem Mietfahrzeug gestartet. Das Konzept hat sich bewährt; das Fahrzeug wurde von der Stadt erworben. Im ersten Betriebsjahr konnten bereits über 6.000 Fahrgäste befördert werden.

Als Beispiel hierfür dienten die Bürgerbusangebote in Ebersbach an der Fils und Salach.

Peoplemover[Bearbeiten]

Bekannt wurde Pfullingen in den letzten Jahren durch die Installation eines Prototyps des neuartigen Fußgängerüberweg-Systems Peoplemover. Der Peoplemover Pfullingen ist das einzige straßenüberquerende Aufzugssystem der Welt. Menschen, die die Straße überqueren wollen, werden in einer Aufzugskabine zunächst in einem als Stützpfeiler dienenden Turm nach oben, dann entlang einer Brücke horizontal über die Straße und schließlich wieder auf die Ebene der Straßenoberfläche gefahren.

Der Peoplemover wurde von der Firma Schmid Maschinenbau entwickelt, wobei das Tragwerk von der Firma Knaack-Reich geplant wurde. Der Peoplemover Pfullingen, der vier Personen auf einmal transportieren kann, ging am 7. Juli 2001 in Betrieb. Die Konstruktion hat eine Spannweite von 22,5 Metern. 2009 wurde das System wegen enorm hoher Betriebs- und Wartungskosten bis auf weiteres stillgelegt.[6][7]

In Deutschland gibt es zwei weitere Aufzugssysteme dieses Typs, die an Bahnhöfen zur Gleisüberquerung verwendet werden.

Medien[Bearbeiten]

  • Echaz-Bote, Lokalausgabe des Reutlinger Generalanzeigers (GEA) und Amtsblatt der Stadt Pfullingen
  • Pfullinger Zeitung (Reutlinger Nachrichten)
  • Pfullinger Journal

Einrichtungen[Bearbeiten]

  • Bäder
    • Freibad (Schönbergbad)
    • Hallenbad (Echazbad)
  • Sportanlagen
    • Kurt-App-Sporthalle
    • Stadion am Schönberg
    • Eierbachsportplatz
  • Stadtbücherei

Bildung[Bearbeiten]

Weiterführende Schulen:

Grundschulen:

  • Burgwegschule (Grundschule)
  • Laiblinschule (Grundschule)
  • Schloss-Schule (Grund- und Hauptschule)
  • Uhlandschule (Grund- und Förderschule)

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • Karl Adolf Laiblin, (* 3. Dezember 1850; † 6. März 1921), Papierfabrikant und Kommerzienrat
  • Ernst Louis Philipp Friedrich Laiblin, (* 4. Juni 1861; † 10. Februar 1927), Mäzen, stiftete die Pfullinger Hallen
  • 1996: Erich Möck, (* 1921; † 2006), 40 Jahre lang Gemeinderat
  • 2005: Theodor Götz, (* 1930; † 2008), u. a. 34 Jahre lang Gemeinderat, Rektor am Friedrich-Schiller-Gymnasium

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Als „Beinahe-Sohn“ Pfullingens gilt der Dramatiker und Lyriker Bertolt Brecht (1898–1956). Dessen Eltern heirateten nachgewiesenermaßen im Mai 1897 in Pfullingen und verbrachten im Bahnhofsgebäude, wo der Brautvater zu der Zeit Bahnhofsvorsteher war, ihre Hochzeitsnacht. Neun Monate später wurde Bertolt Brecht in Augsburg geboren. 1997/1998 würdigte man ihn unter dem Motto „Bertolt Brecht – made in Pfullingen“ mit verschiedenen Veranstaltungen vor Ort anlässlich seines 100. Geburts- und „Zeugungsjahres“.[8]

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben oder wirken[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Pfullingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Pfullingen – Quellen und Volltexte
  • pfullingen.de Stadt Pfullingen – offizielle Internetseiten
  • [1] Ein Tagebuch über die Geschichte und Gegenwart Pfullingens

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Beschreibung des Oberamts Reutlingen von Professor Memminger, Mitglied des Königl. Statistisch-Topographischen Bureau. Stuttgart und Tübingen, in der J. G. Cotta’schen Buchhandlung. 1824.
  3. gea.de Pfullingen wählt bei der Bürgermeisterwahl Schrenk; Artikel von Petra Schöbel im Reutlinger Generalanzeiger vom 20. Oktober 2014 (www.gea.de)
  4. Klemens Stadler: Deutsche Wappen. Band VIII: Baden-Württemberg Seite 85. Mit Zeichnungen von Max Reinhart. Angelsachsen-Verlag Bremen, 1971.
  5. http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.wertgutscheinsystem-pfullingen-fuehrt-den-pfulben-ein.aea11949-dfd0-45a8-b317-a6a7a6b16a44.html
  6. http://www.tagblatt.de/Home/nachrichten/reutlingen_artikel,-Pause-fuer-den-Peoplemover-_arid,54490.html
  7. http://www.suedwest-aktiv.de/region/albbote/rundschau_von_der_alb/4236272/artikel.php
  8. Angaben zur Heirat von Brechts Eltern in Pfullingen auf der offiziellen Website Pfullingens