Pfungstadt
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| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Hessen | |
| Regierungsbezirk: | Darmstadt | |
| Landkreis: | Darmstadt-Dieburg | |
| Höhe: | 103 m ü. NN | |
| Fläche: | 42,53 km² | |
| Einwohner: | 24 703 (31. Dez. 2007) | |
| Bevölkerungsdichte: | 581 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 64319 | |
| Vorwahl: | 06157 | |
| Kfz-Kennzeichen: | DA | |
| Gemeindeschlüssel: | 06 4 32 018 | |
| Stadtgliederung: | 2 Stadtteile und Kernstadt | |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Kirchstraße 12–14 64319 Pfungstadt |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Horst Baier (SPD) | |
| Lage der Stadt Pfungstadt im Landkreis Darmstadt-Dieburg | ||
Pfungstadt ist eine Stadt im Landkreis Darmstadt-Dieburg, Regierungsbezirk Darmstadt in Südhessen.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geografie
[Bearbeiten] Geografische Lage
Pfungstadt liegt etwa 10 km südwestlich der Stadt Darmstadt an der Modau, ziemlich genau auf halbem Weg zwischen Frankfurt am Main und Heidelberg.
[Bearbeiten] Nachbargemeinden
Pfungstadt grenzt im Nordwesten an die Stadt Griesheim, Im Norden und Osten an die kreisfreie Stadt Darmstadt, im Südosten an die Gemeinde Seeheim-Jugenheim, im Süden an die Gemeinde Bickenbach, im Südwesten an die Stadt Gernsheim sowie im Westen an die Stadt Riedstadt (beide Kreis Groß-Gerau).
[Bearbeiten] Stadtgliederung
Zur Stadt gehören neben der Kernstadt noch die Stadtteile Hahn und Eschollbrücken mit ihrem Ortsteil Eich.
[Bearbeiten] Geschichte
Pfungstadt wurde im Jahr 785 erstmal urkundlich erwähnt. Danach hat ein fränkischer Edelmann dem Kloster Lorsch seinen Besitz vermacht. Mit dem Niedergang des Kloster Lorschs im 13. Jahrhundert fiel das Dorf in den Besitz der Grafschaft von Katzenelnbogen. Im Jahre 1442 erfolgte die Einrichtung der Zent Pfungstadt. Durch die Ansiedlung zahlreicher Mühlen entlang der Modau kam es zu erstem wirtschaftlichem Aufschwung. Durch Heirat der Grafschaft Katzenelnbogen 1479 kam der Zentort dann schließlich als Erbe zur Landgrafschaft Hessen. Das Rathaus von Pfungstadt wurde 1614 gebaut und 1618 fertiggestellt. Während des 30jährigen Krieg wurden große Teile der Ortschaft in Schutt und Asche gelegt. Durch das „Mansfelder Schadensverzeichnis“ wissen wir von Plünderungen und Brandschatzungen. Mit der Gründung einer „Krappfabrik“ im 18. Jahrhundert beginnt die Industrialisierung Pfungstadts, die ab 1845 durch die „Ultramarinfabrik“ von Wilhelm Büchner und die Pfungstädter Brauerei von Justus Hildebrandt, daneben Zündholz-, Zigarren- und Ziegelsteinproduktion geprägt war. Durch Büchners Aktivitäten im Hessen-Darmstädtischen Landtag wurde Pfungstadt mit einer „Secundärbahn“ an die Rhein-Neckar-Bahn angeschlossen und am 20. Dezember 1886 zur Stadt erhoben.
Zwischen 1901 und 1908 errichtete man in Pfungstadt ein hochmodernes Wasser- und Elektrizitätswerk, dessen Abwärme bereits 1908 über einen mehrere hundert Meter langen Kanal die benachbarte Goetheschule, deren Sporthalle und das neu errichtete Hallenbad, eines der ersten öffentlichen Hallenbäder Hessens, beheizte.
Unmittelbar nach der Befreiung im April 1945 begann in Pfungstadt die Produktion der amerikanischen Soldatenzeitung „Stars and Stripes“. Mit der Währungsreform von 1948 begann ein neuer Aufschwung. Es siedelten sich neue Industriebetriebe und der Wohnungsbau wurde gefördert. Im Jahr 1972 schloss sich die bis dahin selbstständige Gemeinde Hahn der Stadt Pfungstadt an. Mit der Gebietsreform von 1977 wurde Eschollbrücken mit seinem Ortsteil Eich in Pfungstadt eingemeindet. Durch diese Erweiterung stieg die Bevölkerung von 17 200 auf 23 000 Einwohner an.
[Bearbeiten] Der Name „Pfungstadt“
Der Name wird auf das althochdeutsche pfung [1] für Beutel oder Geldbeutel zurückgeführt. Mutmaßlich besteht ein Zusammenhang mit der Ansiedlung eines Kaufmanns.[2]
[Bearbeiten] Bevölkerungsentwicklung
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[Bearbeiten] Politik
[Bearbeiten] Stadtverordnetenversammlung
Die Kommunalwahl am 26. März 2006 lieferte folgende Sitzverteilung:
| Parteien und Wählergemeinschaften | % 2006 |
Sitze 2006 |
% 2001 |
Sitze 2001 |
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| SPD | Sozialdemokratische Partei Deutschlands | 45,4 | 17 | 49,9 | 18 |
| CDU | Christlich Demokratische Union Deutschlands | 31,9 | 12 | 28,7 | 11 |
| FWG | Freie Wählergemeinschaft | 9,8 | 3 | 9,1 | 3 |
| GRÜNE | Bündnis 90/Die Grünen | 8,4 | 3 | 8,0 | 3 |
| FDP | Freie Demokratische Partei | 4,5 | 2 | 4,4 | 2 |
| gesamt | 100,0 | 37 | 100,0 | 37 | |
| Wahlbeteiligung in % | 45,6 | 49,8 | |||
[Bearbeiten] Wappen
Das Stadtwappen zeigt gold und blau geteilt: oben den roten Löwen der Grafen von Katzenelnbogen und unten drei silberne Hufeisen.
[Bearbeiten] Bürgermeister
Horst Baier (SPD) ist seit 1989 Bürgermeister von Pfungstadt.
[Bearbeiten] Städtepartnerschaften
- Retford, Nottinghamshire, England seit 1979
- Figline Valdarno, Italien, Region Toskana seit 1993
- Gradignan, Frankreich, Département Gironde seit 1996
- Hévíz, Ungarn seit 2005
[Bearbeiten] Verkehr
Pfungstadt liegt zwischen den Autobahnen A 5 und A 67. Außerdem führte die B 426 bis Oktober 2004 noch durch die Ortschaft. Nach über 40 Jahren Planung wurde im Jahr 2000 mit dem Bau der Umgehungsstraße begonnen, welche am 8. Oktober 2004 dem Verkehr übergeben wurde. Die „alte“ Bundesstraße durch den Ort wurde mittlerweile an einigen Stellen zurückgebaut.
Auch ist Pfungstadt durch die Buslinie P an das Straßenbahn- und Busnetz der Stadt Darmstadt angeschlossen. Die Buslinie PS verbindet Pfungstadt mit seinen Ortsteilen Eschollbrücken, Eich und Hahn. Die geplante Reaktivierung der Pfungstadtbahn soll den Bürgern noch kürzere Fahrzeiten nach Darmstadt ermöglichen.
[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten
Sehenswürdigkeiten in Pfungstadt sind die circa 100 Jahre alte Süntelbuche, dass Pfungstädter Moor, der Pfungstädter Galgen. Weiter eine sehr alte Ulme (im Volksmund „die Reest“ = Rüster). Im Jahr 2006 veröffentlichte die Stadt Pfungstadt als Ergebnis ihres Kulturpreises „Pfungstadt schreibt ein Buch“ den Kriminalroman „Kirschen rot - Spargel tot“, den eine Gruppe von an die dreißig Bürgerinnen und Bürgern unter Anleitung des Frankfurter Publizisten Heiner Boehncke binnen zwei Jahren geschrieben haben. Mit dem Buch erscheint zum ersten Mal ein Titel, der „von einer Stadt“ geschrieben wurde. „Pfungstadt schreibt ein Buch“ verstand sich als Fortsetzung der weltweiten Bewegung „One City - one Book“. 2003 fand „Eine Stadt liest ein Buch“ mit Dorit Zinns autobiographischem Bericht „Ostzeitstory“ statt. Im Jahr 2008 schrieb die Stadt Pfungstadt einen Literaturwettbewerb unter dem Motto „Mord und Blutwurst“ aus (Einsendeschluss war der 30. April 2008). Den Vorsitz der Jury hatte der Krimiautor Dr. Jürgen Alberts, Bremen. „Mord und Blutwurst“, erschienen im September 2008 beim Verlag Julius Heléne und Sohn, EAN 978-3-9801116-4-5, versammelt die sechzehn besten der eingereichten Kurzgeschichten und eine Auswahl von Blutwurstgerichten, zusammengestellt vom Heimatverein Pfungstadt.
[Bearbeiten] Bauwerke
Das Alte Rathaus, ein barocker Bau von 1614, das ursprünglich über der Modau errichtet wurde. Die Villa Büchner, erbaut circa 1860, nach Plänen des Darmstädter Architekten Carl Balthasar Harres. Hierbei handelt es sich um ein außerordentliches, jedoch stark gefährdetes Bauwerk des Historismus. Raumschnitt, Fenster, Stuckaturen und Wandbemalungen sind erhalten beziehungsweise restaurierbar. Seit 2006 erfolgt die Renovierung durch die Stadt Pfungstadt, danach ist eine öffentliche Nutzung geplant. Stark umstritten ist die geplante Bebauung des zugehörigen Büchner-Parks. Das ehemalige Pfarrhaus, das ein Steinhaus aus dem 16. Jahrhundert ist und eine Treppengiebel erhalten ist. Die ehemalige Synagoge, auf der restaurierten Decke strahlen goldene Sterne im leuchtenden Blau von Wilhelm Büchners Ultramarin. Ehemaliges Elektrizitäts- und Wasserwerk in der Brunnenstraße (erbaut 1901) mit damals neuartiger Fernheizung der 250 Meter entfernten Goetheschule (erbaut 1907/1908, eingeweiht 1908) mit Turnhalle und Schwimmbad, einem der ersten öffentlichen Hallenbäder in Hessen.
[Bearbeiten] Regelmäßige Veranstaltungen
Im Veranstaltungskalender Pfungstadts tauchen einige gesellschaftliche Feiern regelmäßig auf. Dazu gehören die Pfungstädter Maifestspiele, die jährlich Ende Mai stattfinden. Die Pfungstädter Brauerei feiert zudem jeweils im Sommer ihr Brauereifest. Ende November stehen die Pfungstädter Tage für zeitgemäße Literatur im Kalender. Die größte kommunale Veranstaltung ist die Pfungstädter Straßenkerb, deren Abschluss ein Höhenfeuerwerk bildet. Austragungstermin der Kerb ist immer das zweite Wochenende im September.
[Bearbeiten] Freizeit
Für die Freizeit bietet Pfungstadt das Wellen und Freibad sowie einen Skatepark, der durch die Heinrich und Margarete Liebig–Stiftung gestiftet wurde.
[Bearbeiten] Persönlichkeiten
- Wilhelm Büchner, (* 1816 in Stockstadt, † 1892 in Pfungstadt) Politiker und Industrieller, Bruder des Dichters Georg Büchner, lebte von 1845 bis zu seinem Tod in Pfungstadt
- Georg Raab (1869 - 1932), erster demokratischer Minister für Wirtschaft und Arbeit in Hessen (Kabinett Ulrich I), lebte von 1885 bis zu seinem Tod in Pfungstadt
- Chaim Weizmann (1874 - 1952), später erster Präsident Israels, unterrichtete ab 1892 naturwissenschaftliche Fächer am Pfungstädter „Israelitischen Lehr- und Erziehungsinstitut“
- Peter Grund, Architekt, 1933–1937 Direktor der Kunstakademie Düsseldorf und 1935–1937 Referent für Städtebau der NSDAP, 1947 bis 1959 Oberbaudirektor in Darmstadt, wurde am 15. November 1892 in Pfungstadt geboren († 1966 in Darmstadt)[3].
- Ferdinand May, später Chefdramaturg in Leipzig und prominenter Autor in der DDR, wurde 1896 in Pfungstadt geboren. Er starb am 8. November 1977 auf einer „Westreise“ in Lindenfels/Odw. und wurde in Leipzig bestattet.
[Bearbeiten] Quellen
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ http://www.koeblergerhard.de/germanistischewoerterbuecher/althochdeutscheswoerterbuch/nhd-ahd.pdf
- ↑ http://www.heinrich-tischner.de/22-sp/8namen/1ort/siedlung/allgemein/sdhe-sn.htm
- ↑ Architektur der 50er 60er 70er
[Bearbeiten] Literatur
- Pfungstadt: Vom fränkischen Mühlendorf zur modernen Stadt. Beiträge von Battenberg, Friedrich / Franz, Eckhart G / Liebig, Valentin. Bearbeitet von Battenberg, Friedrich. Verlag: Helène, J., 1985, ISBN 3-9801116-0-1
- Abschied ohne Wiederkehr - Jüdisches Leben in Pfungstadt 1933 - 1945. Stadtarchiv Pfungstadt. 2007, ISBN 978-3-9805103-2-5
[Bearbeiten] Sekundärliteratur
- Boehncke, Heiner; Brunner, Peter; Sarkowicz, Hans: Die Büchners oder der Wunsch, die Welt zu verändern. Frankfurt a.M. 2008. ISBN 978-3797310453 (mit einem ausführlichen Kapitel über Wilhelm Büchner in Pfungstadt)
[Bearbeiten] Weblinks
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