Phänomenta Lüdenscheid

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Phänomenta-Gebäude

Die Phänomenta in Lüdenscheid war das erste Science Zentrum in Nordrhein-Westfalen. Besucher können hier durch eigenes Handeln grundlegende Phänomene mit ihren Sinnen erfassen und verstehen. Im Unterschied zu einem Technikmuseum, in dem vorwiegend Sammlungen zu besichtigen sind, sollen in der Phänomenta Natur und Technik erlebt und begriffen werden. Die Phänomenta selbst liegt im Stadtteil Grünewald und grenzt direkt an die Stadtteile Innenstadt und Knapp an. Außerdem grenzt die Phänomenta direkt an das Bahnhofsgelände von Lüdenscheid an. In Zukunft soll die Phänomenta sogar über eine Fußgängerbrücke direkt an den Bahnhof angebunden werden.

Unter dem Slogan „Anfassen erwünscht“ an Stelle von „Berühren verboten“ laden über 120 interaktive Experimentierstationen zu naturwissenschaftlichen Entdeckungen ein und fordern die Aktivität der Besucher.

Besonders Schulklassen aus ganz Deutschland kommen nach Lüdenscheid, um die Phänomenta zu besuchen.

Planungen[Bearbeiten]

Im Rahmen des Projektes „Denkfabrik“ der Regionale 2013 soll das Areal des Bahnhofs Lüdenscheid „in ein modernes Bildungs-, Forschungs- und Dienstleistungsquartier“ umgewandelt werden. Die an das Bahnhofsgelände angrenzende Phänomenta Lüdenscheid soll dazu auch erweitert und über eine Fußgängerbrücke an den Bahnhof angebunden werden. Auf dem Bahnhof wird dazu eine Parkpalette mit 400 Stellplätzen entstehen. Die Anbindung an die Innenstadt von Lüdenscheid soll durch eine verbesserte Fußwegeverbindung entstehen. Dazu kommen Überlegungen auch die Volkshochschule als Teil des Projektes „Denkfabrik“ mit auf dem Bahnhofsgelände anzusiedeln.[1][2]

Am 19. Juli 2011 erhielt das Projekt „Denkfabrik“ den dritten Stern vom Land NRW. Somit erhält das Projekt nun wichtige Fördergelder. Über die Höhe der Fördergelder sind bisher noch keine genauen Daten bekannt. Es sind ein Lichtmuseum und ein 70 Meter hohes Foucaultsches Pendel in Planung. Die „Denkfabrik“ soll laut dem Artikel der Zeitung ein hochwertiger Bildungsstandort werden, der den Fachkräftemangel der Industrie einbremsen soll.[3] Am 25. September 2011 wurde der offizielle Bewillungsbescheid der Fördergelder zum Projekt Denkfabrik übergeben. Es werden insgesamt 13,7 Millionen Euro am Bahnhof in das Projekt investiert, 12,6 Millionen (90 % der Gesamtsumme) sind davon Fördergelder des Landes Nordrhein-Westfalen und der Europäischen Union. Von dieser Summe kann die Aufwertung der Phänomenta durch Aus- und Umbaumaßnahmen finanziert werden – samt „Leuchtturm“ und Technikzentrum. Laut dem Wirtschaftsminister Harry Voigtsberger soll mit der „Denkfabrik“ die Begeisterungsfähigkeit der jungen Generation für Technik unterstützt werden und sie soll ein wichtiger Beitrag zur Reduzierung des drohenden Fachkräftemangels in der regionalen Wirtschaft sein.[4][5]

An Freitag, den 14. September 2012 wurde bekannt, dass die erforderlichen Baugenehmigungen zum Teilabriss, Umbau und Neubau der Erlebnisausstellung Phänomenta samt Errichtung des Foucault’schen Pendels vorliegen. Nun sollen die Planer darangehen, die europaweite Ausschreibung vorzubereiten, damit die Umsetzung nicht stocken würde. Der Ausstellungsbetrieb soll während der Umbauarbeiten mit Einschränkungen weiterlaufen. Ein Gebäudeteil müsste abgerissen werden, das Innere der Phänomenta würde „umgekrempelt“ und vor allem für ein großes Café erweitert werden, der Haupteingang soll auf die Bahnhofsseite verlegt werden. Daneben soll der Neubau mit dem mindestens 50 Meter hohen Pendelturm auf dem Dach entstehen. Die Nutzfläche der Phänomenta soll sich somit auf rund 4000 Quadratmeter verdoppeln. Die geschätzten Gesamtkosten inklusive des Grundstückserwerbs sollen bei zehn Millionen Euro liegen.[6]

Der 75 Meter hohe Turm soll weithin sichtbar sein und aus lauter Dreiecken bestehen. Im Turm soll das Pendel mithilfe von Lichtspielen den Besuchern die Drehung der Erde zeigen. Der Altenaer Baumeister Linus Wortmann von den kkw Architekten plante dafür einen Turm, der aus jedem Blickwinkel anders aussehen soll. Bis 2014 sollen der Turm und das Eingangsgebäude, aus dem heraus der Turm ragt, gebaut werden. Mit dem Rohbau soll im Frühjahr des Jahres 2013 begonnen werden. Die Eröffnung des Turms ist für 2015 geplant. Der jetzt genehmigte Turmbau für 1,8 Millionen Euro soll aus vier Elementen bestehen: dem Erweiterungsgebäude als Sockel für den neuen Turm, der Stahlkonstruktion des Turms aus bis zu 18 Meter langen Röhren, darin eine Reuse aus Kunststoff als Wetterschutz und, baulich davon getrennt, dem Foucaultschen Pendel mitsamt dem Gerüst. Der Turm soll bis zu 25 Zentimeter schwanken können. Das Pendel soll auf eigenen Beinen stehen, damit die Schwingung nicht durch den Wind verfälscht wird. Die Kugel schwingt an einem 30-Meter-langen Seil. Damit soll das Lüdenscheider Pendel halb so lang werden, wie das Vorbild im Pariser Panthéon.

Die Membran der schützenden Hülle soll aus wetterfestem Kunststoff bestehen, der auch für Stadiondächer verwendet wird. Im Inneren soll man 40 Meter in die Höhe schauen können. Es soll viele Farben und eine verspiegelte Decke, die das Loch fürs Pendelseil wie einen Diamanten funkeln lassen soll, im Inneren geben. Eine Kugel, die aus sich heraus leuchten soll, wenn sie über den Köpfen der Besucher schwingt. Das Ganze soll durch eine Video-Installation, die laufend Kamerabilder von oben an die Wände werfen soll, unterstützt werden. Zuvor soll das "Grüber-Gebäude" auf dem Gelände abgerissen werden. Die Abbruchgenehmigung dafür liegt vor, der Abriss soll im ersten Quartal des Jahr 2013 erfolgen. Im Laufe des Jahres 2013 soll der Rohbau des Empfangsgebäudes stehen, im Frühjahr 2014 soll der Rohbau des Turms folgen. Der Innenausbau der Gebäude soll nochmals ein Jahr in Anspruch nehmen.

Auch in der heutigen Phänomenta soll Einiges umgebaut werden. Der Eingang soll auf die Bahnhofsseite zu verlegt werden und das neue Technikzentrum soll dort einziehen, wo heute der „Saal des Lichts“ steht. Das kleine und ehemalige Steinmetzgebäude soll bald als Werkstatt für die Phänomenta-Stationen dienen. Dort, wo die Werkstatt für die Phänomenta-Stationen heute ist, soll das neue und größere Café eingerichtet werden. Das Café soll für 10.000 statt wie bisher 6.000 Besucher im Jahr ausgelegt werden. Um die Belästigungen des laufenden Betriebs so klein wie möglich zu halten, soll der Umbau in sieben kleinere Abschnitte eingeteilt werden.[7]

Am 15. Februar 2013 wurde bekanntgegeben, dass die erste Baumaßnahme zur Erweiterung der Phänomenta zur Denkfabrik begonnen hat. Die Werkstatt des Science-Centers zog von ihren Räumen neben der Cafeteria in die halbrunde frühere Steinmetz-Werkstatt auf dem Phänomenta-Gelände. Die neue Werkstatt sei nicht größer als die alte, verfüge aber über einen Büroraum mit zwölf Fenstern. Der nächste Schritt sei nun der Abbruch des ehemaligen Grüber-Gebäudes. Die Fabrikhalle, in der für die Phänomenta damals alles begann, hätte nun endgültig ausgedient. Der Abbruch gehe los, sobald es die Witterung zulasse. Der Zeitplan für das Regionale-Projekt sei eng, und der Abriss des Gebäudes im März soll dem Erweiterungsbau mit seinem 75 Meter hohen Pendelturm Platz machen. Wo heute noch die Grüber-Fabrik stehe, müsse im zweiten Quartal von 2013 ein Fundament gegossen werden. Der Neubau solle ein Jahr später wetterfest darauf stehen. Im März oder April 2014 wollen die Handwerker auf dem künftigen Gebäude des „Lichtmuseum“ das Stahlgerüst montieren, das später das Foucaultsche Pendel umranken soll. Es folge die Außenhaut, die das Pendel und den ihn umgebenden „Sekundärbau“ im Inneren schützen soll. Diese Membran bestehe aus demselben Material wie das Dach des Münchener Olympiastadions. Zudem soll zusammen mit dem Architekten aus Altena und einem Büro aus Berlin das Beleuchtungskonzept der Phänomenta noch weiter verbessert werden.[8]

Mit der Erweiterung der Phänomenta soll Lüdenscheid 2014 einen Neubau und darauf einen Turm erhalten, der mit 75 Metern Höhe als Landmarke weithin sichtbar sein wird. Mitte Februar 2013 soll bereits der Plan für die Ausstellung stehen, die Besucher drinnen begeistern soll. Diese Schau soll laut den Betreibern so atemberaubend werden wie der Turm selbst. Die gesamte Schau der Phänomenta soll deshalb neu konzipiert werden. Von den jetzigen 130 Stationen dürfen nur 100 bleiben, dafür sollen 80 neue Stationen hinzukommen. Und anders als heute sollen sich die Stationen nur noch auf zwei Etagen befinden. Im künftigen Haupteingang, der vom Bahnhof aus über eine neue Gleisbrücke erreichbar sein soll, sollen Besucher ins Technikzentrum gucken können. Wo sich heute der dunkle „Saal des Lichts“ befindet, sollen demnächst im Technikzentrum Kinder und junge Leute spielerisch mit Industrie-Automaten arbeiten können. Dabei sollen sie lernen, was Unternehmen der Region zu Weltmarktführern macht. Hinter dem Technikzentrum sollen die Phänomenta-Räume liegen, die über das Obergeschoss des Neubaus wie über eine Brücke erreichbar sein sollen. Unten sollen die Besucher dem Plan nach aber zunächst die vergrößerte Cafeteria betreten. Im Luftraum darüber soll die erste optische Täuschung entstehen. Es soll ein riesiges Mosaik werden, das sich beim Aufstieg auf wundersame Weise in eine Kugel verwandeln soll.[9]

Bevor man den runden Raum unter dem schwingenden Riesenpendel betritt, sollen erste Mitmach-Stationen absolviert werden können. Sie sollen zu den neuen Themengruppen (Clustern) „Hin und Her“ und „Bewegte Welt“ gehören. Zehn dieser Cluster sollen der Ausstellung insgesamt ihre neue Struktur geben. Die ersten Stationen sollen demnächst dazu dienen, das Geheimnis des Foucault’schen Pendels kennenzulernen und besser zu verstehen. Das geländebedingt fensterlose Rund im Erdgeschoss, von dem aus die Pendelkugel nur durch das Loch einer „Camera obscura“ zu erahnen sein soll, sei lt. den Betreibern demnächst auch als Versammlungssaal zu nutzen. Die von einer Turmkamera oben aufgenommenen Videosequenzen der Umgebung sollen hier auf die runde Wand des Raumes geworfen werden. So soll ein riesiges Panorama entstehen, das Lüdenscheid bei Tag und Nacht zeigen soll. Bis alle Wände rundherum bespielt sein sollen, sollen wegen der Lage von Lüdenscheid auf dem Erdball nicht 24, sondern je 31 Stunden vergehen. Oben soll dann die leuchtende Pendelkugel hängen, die die neue Hauptattraktion der neuen Phänomenta werden soll. Sie soll demnächst begleitet werden von den Erklär-Stationen unter dem Titel „Von Strahlen und Spiegeln“.[10]

Präsentation auf Messen[Bearbeiten]

Vom 19. bis 23. Februar 2013 hat sich die Phänomenta mit drei Stationen und einem Infostand auf der Kölner Bildungsmesse „didacta“ präsentiert. Die Phänomenta wollte sich dort vor Allem den Lehrern als außerschulischen Lernort zeigen.[11]

Zusammenarbeit mit anderen Phänomentas[Bearbeiten]

In Bangkok soll unter der Federführung von Nanmeebooks (dem zweitgrößten Buchverlags in Thailand) eine verkleinerte Ausgabe der Lüdenscheider „Phänomenta“ entstehen. Es entstand dort eine 500 Quadratmeter große Halle, in der die ersten Stationen der Phänomenta bereits stehen. Die Musterstücke aus der Phänomenta in Lüdenscheid ermöglichten den Thailändern den Nachbau der Stationen mit Materialien aus dem eigenen Land. Für die passende Kommunikation zwischen den Mitarbeitern stellte der Verlag Dolmetscher zur Verfügung.

Als der Experte für Experimente und der Bestsellerautor Joachim Hecker aus Köln zu Gast auf der Buchmesse in Bangkok war, traf er dort auf die Vertreter vom Buchverlag Nanmeebooks. Es entstand eine Freundschaft, aus der der Plan erwuchs, ein ähnlich gelagertes Wissensmuseum in Bangkok zu bauen, wie es in Lüdenscheid die Phänomenta ist. Über das Internet wurde den dortigen thailändischen Mitarbeitern eine Liste mit 30 Experimentierstationen geschickt, von denen sie sich 20 ausgesucht haben, die nun nach und nach in die Tat umgesetzt werden sollen. Die Schwierigkeiten liegen in der Materialbeschaffung, den klimatischen Verhältnissen, aber auch in der Anpassung der Stationen an die Körpergröße und Feingliedrigkeit der Thailänder.[12][13]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Phänomenta Lüdenscheid – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

51.2217667.628465Koordinaten: 51° 13′ 18″ N, 7° 37′ 42″ O

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Artikel aus den Lüdenscheider Nachrichten vom 23. April 2010: "„Denkfabrik“: Erster Baustein komplett"
  2. Gesamtstädtisches Stadtentwicklungskonzept "Stadtentwicklung in Lüdenscheid und städtebauliches Entwicklungskonzept "415m über NN Denkfabrik"
  3. Artikel aus den Lüdenscheider Nachrichten vom 20. Juli 2011: "Denkfabrik: Der dritte Stern für Lüdenscheid ist da"
  4. Artikel aus den Lüdenscheider Nachrichten vom 16. September 2011: "Denkfabrik kommt: Land sagt Fördergelder zu"
  5. Artikel aus der Westfälischen Rundschau vom 16. September 2011: "Regionale - Geld für die Denkfabrik fließt"
  6. Artikel aus den Lüdenscheider Nachrichten vom 14. September 2012: "Denkfabrik: Erste Genehmigung liegt vor"
  7. Artikel aus den Lüdenscheider Nachrichten vom 5. Oktober 2012: "Phänomenta: 75-Meter-Turm soll in zwei Jahren stehen"
  8. Artikel aus den Lüdenscheider Nachrichten vom 15. Februar 2013: "Erster Umbau für erweiterte Phänomenta"
  9. Artikel aus den Lüdenscheider Nachrichten vom 22. Februar 2013: "„Von Strahlen und Spiegeln“ - Neue Phänomenta-Schau im Pendelturm soll begeistern"
  10. Artikel aus den Lüdenscheider Nachrichten vom 22. Februar 2013: "„Von Strahlen und Spiegeln“ - Neue Phänomenta-Schau im Pendelturm soll begeistern"
  11. Artikel aus den Lüdenscheider Nachrichten vom 15. Februar 2013: "Erster Umbau für erweiterte Phänomenta"
  12. Artikel aus den Lüdenscheider Nachrichten vom 24. Mai 2011: "Thailänder bauen eine Mini-Phänomenta"
  13. Artikel aus den Lüdenscheider Nachrichten vom 2. Juni 2011: "Arbeitsurlaub in Thailand verbracht"