Phaidon Press

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel befasst sich mit dem Buchverlag Phaidon Press, für weitere Bedeutungen siehe Phaidon (Begriffsklärung).

Phaidon Press (Kurzform Phaidon) ist einer der weltweit führenden Verlage auf dem Gebiet der Bildenden Künste, der Architektur, der Fotografie und des Designs.

Als „Phaidon Verlag“ wurde das Unternehmen 1923 von Béla Horovitz, Ludwig Goldscheider und Fritz Ungar in Wien gegründet. Ziel des Verlages – dessen Name von Platons Dialog Phaidon inspiriert ist – war es, hochwertige Bücher zu bezahlbaren Preisen anzubieten, was durch Kooperationen mit englischen und amerikanischen Verlagen und hohe Auflagenzahlen erreicht werden konnte. Die ersten Bücher des Verlages waren allerdings noch keine Kunstbücher, sondern literarische, philosophische und historische Werke. Die Herausgabe großformatiger Bildbände, für die Phaidon später bekannt wurde, begann 1936 mit Büchern über Van Gogh, Botticelli und die französischen Impressionisten.

Der Anschluss Österreichs an das nationalsozialistische Deutsche Reich zwang die jüdischen Inhaber 1938 in die Emigration nach Großbritannien, zunächst nach Oxford später nach London. Der Verlag arbeitet dort in der ersten Zeit mit dem britischen Verlagshaus Allen & Unwin zusammen, bevor er sich vor Ort als „Phaidon Press“ etabliert und schließlich auch nach dem Krieg in Großbritannien verbleibt.

1950 veröffentlichte der Verlag die Die Geschichte der Kunst des renommierten Kunsthistorikers Ernst Gombrich, das mit einer Auflage von über 7 Millionen Exemplaren in 30 verschiedenen Sprachen eines der meistverkauften Kunstbücher aller Zeiten ist. In der 70er und 80er Jahren wechselte der Verlag mehrfach die Eigentümer, bis er 1990 von Richard Schlagman übernommen wurde, der Phaidon bis heute leitet. Von 1994 bis 2006 war der Grafikdesigner Alan Fletcher Art Director bei Phaidon und prägte den Stil der Veröffentlichungen des Verlages. Seit 1995 ist der Phaidon auch für seine Reihe Contemporary Artists bekannt, in der Monografien zeitgenössischer und aufstrebender Künstler veröffentlicht werden.

Heutzutage unterhält der Phaidon, dessen Zentrale sich weiterhin in London befindet, Filialen in New York, Paris, Berlin und Tokyo. Er veröffentlicht in Englisch, Französisch, Deutsch, Italienisch, Spanisch und Japanisch.

Weblinks[Bearbeiten]